Seite ohne Frame

Überblick mit / ohne Frame

www.RethinkingAIDS.de

 

H.-W. Leonhard

Infektionskrankheiten - Ein medizinischer Irrtum?

Kritische Anmerkungen zu dem Beitrag von Stefan Lanka: Infektionstheorie und Pasteur.
In: Karl Krafeld, Stefan Lanka: Impfen - Völkermord im dritten Jahrtausend? Eichstädt 2001, S. 48 - 61

 

Materialteil: Informationen zu  
a) Gelbfieber:
Gelbfieberausbrüche und Epidemien: 18. / Anfang 19. Jahrhundert; Gelbfieberepidemien in Philadelphia 
b) Gelbfieber: Panamakanal, Mückentheorie und die Experimente in Kuba
c) CholeraRobert Koch in Ägypten und Indien
Quelle: Stefan Winkle: Kulturgeschichte der Seuchen. Düsseldorf u. Zürich 1997

 

Vorbemerkung: 

Die Lehrbuch-Medizin behauptet: AIDS ist eine Infektionskrankheit, die durch HIV hervorgerufen wird. Die Ablehnung dieser These ist der gemeinsame Nenner aller Kritiker an der HIV-AIDS-Theorie.
Innerhalb der Kritiker gibt es dabei die Argumentation, daß HIV bislang nicht nach den allgemein akzeptierten Regeln der Virologie nachgewiesen worden sei und daß HIV nur ein Artefakt sei. In der Diskussion zu diesem Theme spielte auch Lanka eine wichtige Rolle.

In letzter Zeit wandte sich Lanka, gemeinsam mit Krafeld, verstärkt der Impfkritik zu. Ihr zentraler Einwand gegen das Impfen lautet, es gebe überhaupt keine Infektionskrankheit in dem Sinne, daß von außen kommende Mikroben (Viren, Bakterien, Pilze) in einem Wirtsorganismus kausal zu einer Krankheitsentstehung beitragen.
In einem Flugblatt (vgl. http://www.neue-medizin.com/impftab.htm) behaupten sie entsprechend:

"'Infektiösität' wurde von der wissenschaftlichen Medizin (Virchow, Max von Pettenkofer, Rush, Klein u.a.), die Krankheiten objektiv richtig im Spannungsfeld zwischen Vergiftung, Mangel und Gehirnfunktionen erkannt haben, ausschließlich als Vergiftung definiert. Und Gift, z.B. im Wasser durch Fäkalien, Fäulnisgifte in Lebensmitteln und Leichengifte, heißt auf lateinisch "Virus." Öffentlich wurden Versuche durchgeführt, die die Behauptungen über "Ansteckung" durch Mikroben und das "Impfen" widerlegt haben."

Und sie greifen diejenigen massiv an, die das Konzept der Infektionskrankheiten vertreten: 

"Wer jetzt noch absichtlich Irrtümer über Infektionskrankheiten verbreitet, wer jetzt noch trotz besseren Wissens den erfolgten Nachweis des Pockenvirus behauptet, wer jetzt noch trotz besseren Wissens behauptet, die Krankheitsbilder Milzbrand und Pest seien durch Bakterien verursacht, macht sich zum absichtlichen Helfershelfer bin Ladens, des Terrorismus."

In dem Buch "Impfen - Völkermord im dritten Jahrtausend?" behauptet Krafeld:

"... bei einem korrelierenden Auftreten von Mikroben und Krankheiten ... ist zu prüfen, ob die Krankheit die Ursache für das gehäufte Auftreten der Mikrobe ist oder ob die Mikrobe die Ursachen für die Krankheit ist. "Bei genauerem Hinsehen erweisen sich beispielsweise die Pilzerkrankungen nicht als Krankheiten. Da muß man etwas von der Biologie wissen. Die Aufgabe der Pilze ist es, abgestorbenes Gewebe abzuarbeiten. Pilze üben eine positive biologische Funktion aus. Ist aber beispielsweise in der Lunge sehr viel Gewebe abgestorben, werden auch sehr viele Pilze tätig und dann können diese Pilze die Lunge zusetzen, so daß die Lunge nicht mehr tätig sein kann. Das ist lebensgefährlich und kann zum Tode führen. Ursache für die Krankheit sind aber nicht die Pilze. Die Pilze sind nur Folge der Erkrankungen im Rahmen eines biologischen Reparatur- bzw. Heilungsvorgangs.
Ähnliches gilt, falls überhaupt eine Mikrobe nachgewiesen wurde, bei sämtlichen als Infektionskrankheiten behaupteten Krankheiten."
(a.a.O., S. 86, Hvhb. L.)

In diesem Buch gibt es nun ein einziges Kapitel, betitelt "Infektionstheorie und Pasteur", in dem Stefan Lanka eine allgemeine Kritik der Infektionstheorie versucht. Da die Leugnung von Infektionskrankheiten ein zentrales Argument ihrer Impfkritik ist, und zugleich einen fundamentaler Angriff  auf die Lehrbuch-Medizin darstellt, kommt diesem Kapitel in systematischer Hinsicht erhebliche Bedeutung zu. Teile aus diesem Kapitel sollen deshalb im folgenden Text etwas genauer analysiert werden. 

Zur Vermeidung von Mißverständnissen: Es geht mir dabei nicht um eine Stellungnahme zur Frage, ob Impfen sinnvoll oder schädlich ist. Das wäre ein ganz anderes Thema, zu dem ich mich hier nicht äußere. Es geht mir nur um die Frage, wie stichhaltig die Argumente gegen die Infektionstheorie bzw. für die Vergiftungshypothese sind.


Zur Kritik des Beitrags von Stefan Lanka: 
Infektionstheorie und Pasteur

Lanka behauptet: 

"... Aber noch weniger faßbar ist, daß in der heutigen Wissenschaftsliteratur verschwiegen wird, daß 1793 in Amerika, das damals tolerant und viel weniger durch die Kirche beeinflußt war als Europa, ganz klar bewiesen wurde, daß »Seuchen«, also das vermehrte Auftreten von Krankheiten, nicht durch Mikroben verursacht werden können! Sondern durch Fäkalien, »Leichengift« (besonders Tierleichen, die bei Dürren und Mißernten immer zuerst verendeten, da sie dann nicht mehr gefüttert und gewässert wurden!) im Wasser und verdorbene Lebensmittel verursacht werden."
[Dieses und alle folgenden Lanka-Zitate stammen aus dem o.g. Beitrag.]

Eine inhaltliche Wiedergabe dieses Beweises (z.B. WER hat den Beweis erbracht? WIE wurde er durchgeführt? etc.) ? Fehlanzeige. 
Eine nachprüfbare Quelle oder ein Beleg für diese Behauptung? Fehlanzeige.

"Die Symptome der Erkrankungen, verursacht durch Nitrate/Nitrite im Wasser und Fäulnisgifte verdorbener Lebensmittel (der Kühlschrank war noch nicht erfunden!) sind Fieber, Kopfweh, Hautrötungen, Hautausschläge (=Pocken), Hautblutungen, innere Blutungen (=schwarzes Erbrechen!), Durchfall, blutiger Durchfall etc. und Leberentzündung: Hepatitis. je nach Art und Grad der Vergiftungen werden die Haut und die Augen dabei mehr oder weniger gelb, zeigen sich äußerlich wie innerlich rote, dann blaue und schwarze Flecken und Beulen, und der Betroffene kann sich mehr oder weniger schnell wieder erholen, wenn er wieder sauberes Wasser und vollwertige Ernährung bekommt. Die Symptome verschiedenster Vergiftungen wurden und werden ganz unterschiedlich benannt: als Malaria (schlechte Luft!), Gelbfieber, Pocken, Pest, AIDS, Hepatitis etc."

Irgend eine genauere Erläuterung zum Zusammenhang zwischen Art und Grad der (angeblichen) Vergiftung und der Krankheit, irgend ein Hinweis auf entsprechende, nachprüfbare Experimente und Forschungen? Fehlanzeige!
Irgend eine nachprüfbare Quelle oder ein Beleg für diese Behauptung? Fehlanzeige. 

"Es ist nicht nur nicht glaubbar, sondern schlichter Betrug, daß diese Tatsachenzusammenhänge, die damals schon bekannt waren, heute ignoriert und verleumdet werden. Nachlesen kann man in den heutigen Lehrbüchern nur, daß es 1793 in Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania eine verheerende »Gelbfieber-Epidemie« gegeben hätte. Und damals ein heftiger Streit zwischen »Kontagionisten« und den als »Antikontagionisten« diffamierten Ärzte gegeben hätte. Nichts dergleichen ist wahr und belegbar! Das Gegenteil ist der Fall, wie man in der Literatur der damaligen Zeit, und der Literatur bis zum zweiten Weltkrieg überall nachlesen konnte."

Unbewiesenen Behauptungen aus einen früheren Absatz werden plötzlich als Wahrheiten hingestellt, die "damals bekannt" waren und ergo absichtlich "ignoriert und verleumdet" wurden. Für diese angeblichen "Tatsachenzusammenhänge" bzw. ihre heutige Leugnung und für den Betrugsvorwurf gibt es ebensowenig einen Beleg oder ein Quellenangabe wie für die "in der Literatur der damaligen Zeit, und der Literatur bis zum zweiten Weltkrieg" nachlesbaren Aussagen. 

"Danach dominierte, wie wir noch sehen werden politisch bedingt, die »Infektionshypothese« in allen Lebensbereichen.
So auch in den Schul-, Geschichts- und Lehrbüchern. Dort findet man nichts als Verleumdung über diese »Seuche« und der daran beteiligten Ärzte, und nur die widerlegte Behauptung, daß »Gelbfieber« übertragbar sei." 

Wer hat diese Behauptung widerlegt? Mit welchen Argumenten, wo und wie? Auch hier: kein einziger Hinweis, keine Wiedergabe, kein Beleg!

"Die heute als »Antikontagionisten« verleumdeten Ärzte entpuppen sich als der berühmteste Arzt des 18. Jahrhunderts und Begründer der klinischen Medizin, Benjamin Rush (1745-1813) und seine Mitarbeiter! Er studierte in Europa und wurde 1768 in Edinburgh (Schottland) promoviert. Berühmt geworden ist er nicht nur durch seine Aufklärung und Prophylaxe besagter »Gelbfieber-Epidemie« in Philadelphia, sondern durch seine Arbeiten über die Zusammenhänge zwischen Zahnkrankheiten und Rheuma und seine Hilfestellungen bei Alkoholismus. Er war Medizinprofessor an der Universität des Bundesstaates. Er war der beliebteste Professor seiner Zeit, die Studenten pilgerten aus allen Teilen der Welt zu ihm.
Durch die Erkenntnisse über die Bedeutung des sauberen Wassers und die Gefährlichkeit der Gifte darin und besonders der Gifte in verdorbenen Lebensmitteln, warnte er vor den Folgen der unsäglichen Lebensbedingungen der Menschen in der Stadt und sagte voraus, daß unter den zur Zeit vorherrschenden Bedingungen noch viel mehr Menschen die oben genannte Symptome entwickeln werden und noch mehr an den Vergiftungen sterben werden. Und er behandelte Betroffene, mit denen er dauernd im engsten Kontakt war, mit den klassischen Methoden der damaligen Schulmedizin. Sein Kollege, der Arzt Nathaniel Potter, führte Selbstversuche durch, die bewiesen haben, daß das »Gelbfieber« nicht ansteckend ist." 

Zu den Gelbfieberepidemien im 18. und zu Anfang 19. Jahrhundert, besonders auch in Philadelphia vgl. im Materialteil (a) Gelbfieber. Ein Auszug daraus zu Benjamin Rush und seine Ideen zur Krankheitsentstehung: 

"Rush bewies während der Gelbfieberepidemie in Philadelphia 1793 großen Mut und besuchte unzählige Patienten, um die Ursache der Krankheit herauszufinden. Unter dem Eindruck des kaffeesatzähnlichen »schwarzen Erbrechens« kam er auf die skurrile Idee, das gefürchtete Fieber entstünde »durch den Genuß zersetzten Kaffees«, was er umgehend im »Amerikanischen Täglichen Anzeiger« veröffentlichte. Daraufhin ließ das Bürgermeisteramt unverzüglich eine größere Menge angeblich »verdorbenen Kaffees«im Hafen vernichten, aber das Gelbfieber erlosch nicht." (Winkle 1997, S. 983)

Und zum Selbstversuch von Potter schreibt Winkle:

"Versuchte doch damals ein junger Amerikaner, Nathaniel Potter (1770-1843), durch einen heroischen Selbstversuch sowohl die miasmatische als auch die kontagionistische Genese des Gelbfiebers zu widerlegen. Am 20. September 1797 tränkte er ein Tuch mit dem Schweiß eines an Gelbfieber sterbenden Mannes, wickelte es um seinen Kopf und schlief die ganze Nacht damit, ohne zu erkranken." (Winkle 1997, S. 983)

Abgesehen davon, daß ein mißlungener Ansteckungsversuch niemals als Beweis gewertet werden kann, eine Ansteckung sei überhaupt nicht möglich, ist dieser Versuch allenfalls ein Indiz dafür, daß Gelbfieber weder durch miserable Umweltbedingungen noch durch Kontakt mit Körpersekreten eines Erkrankten übertragen wird. 
Mit der heutigen Theorie, daß Gelbfieber durch die Mücke Aedes Aegypti übertragen wird, hat dieser Versuch rein gar nichts zu tun, weshalb es völlig absurd ist, wenn Lanka dies als Beweis gegen die Gelbfieber-Infektionstheorie wertet:

"Heute wird gelogen, daß sich die Balken biegen und behauptet, daß die »Gelbfieber-Epidemie« aus dem Nichts heraus die Stadt heimgesucht hätte. Und daß die Hausmücke - Aedes Aegypti - das im 20. Jahrhundert postulierte »Gelbfieber-Virus«, welches in den Tropen die Tropenkrankheit »Gelbfieber« auslösen soll, über den Schiffsverkehr mit Afrika und Südamerika nach Amerika und Europa »eingeschleppt« haben soll."

Zum Zusammenhang zwischen den Gebieten, wo die Aedes Aegypti lebt(e), und dem Auftreten von Gelbfieber vgl. die Ausführungen von Winkle im Materialteil b) Gelbfieber
Lanka ignoriert hier völlig (kennt er sie nicht? verschweigt er sie bewußt?) die Experimente, die den Zusammenhang zwischen  Aedes Aegypti und Gelbfieber belegen. Winkle schreibt dazu 

" ... Da inzwischen der Engländer Ross in Indien und Grassi in Italien nachgewiesen hatten, daß die Malaria durch Stechmücken übertragen wird, lächelten die Kommissionsmitglieder nicht mehr über Finlay, als er ebenfalls ihnen seine Moskitotheorie erläuterte.
Vielmehr entschlossen sie sich, seine Angaben nachzuprüfen. Da man aber gewöhnliche Laboratoriumstiere, wie Kaninchen oder Meerschweinchen, mit Gelbfieber nicht infizieren kann, erklärten sich zwei Kommissionsmitglieder zum Selbstversuch bereit: Carroll und Lazear. Mit ihrem Selbstversuch wollten sie den Freiwilligen, die man zu weiteren Experimenten benötigte, als Vorbild dienen.99
Man brachte aus Mückeneiern gezüchtete »silbergestreifte Moskitos« (Stegomya fasciata), und zwar Weibchen, da nur diese stechen, in einen besonderen Gazebehälter, führte sodann in denselben die Hand einer an Gelbfieber erkrankten Person ein, damit sich die Mücken mit dem Blut des Patienten vollsaugen konnten. Da bei der Malaria die Stechmücken erst 2 bis 3 Wochen nach der Blutmahlzeit an einem Kranken infektiös werden, ließen sich Lazear und Carroll nach einem mißlungenen Vorversuch ebenfalls erst nach 14 Tagen von den im Gazekästchen aufbewahrten Mückenweibchen stechen. Das geschah Ende August bzw. Anfang September 1900. Nach einer Inkubation von etwa drei Tagen erkrankten beide unter heftigen Kopfschmerzen, Schüttelfrost und Fieber. Tagelang wälzten sie sich in Fieberträumen umher. Dann kam es bei Carroll zur Besserung, während bei Lazear das gefürchtete Symptom des »schwarzen Erbrechens« auftrat. Bald versiegte auch die Harnausscheidung, und Lazear starb - trotz aller Bemühungen der Ärzte - am 25. September 1900 im Alter von 34 Jahren.
Lazears Tod warf einen tiefen Schatten auf die kleine Arbeitsgemeinschaft, doch sie waren entschlossen, die Untersuchungen bis zur endgültigen Klärung der verschiedenen Probleme fortzuführen. Auf einem als gelbfieberfrei erachteten Gelände, etwa 8 Kilometer von Havanna entfernt, wurde am 20. November 1900 ein streng abgesondertes Lager errichtet, das man zu Ehren des Verstorbenen »Camp Lazear« nannte. Die Freiwilligen, die man über Art und Gefährlichkeit der Versuche genauestens aufgeklärt hatte, wurden hier zunächst etwa 20 Tage in strenger Quarantäne gehalten, um jede Möglichkeit einer Infektion durch Kontakt oder Mückenstich auszuschließen. Erst danach wurden sie zum eigentlichen Versuch herangezogen. Man hatte dort zunächst mehrere Baracken errichtet, von denen die eine, gut ventiliert und peinlichst sauber (infected mosquito building), in der Mitte durch ein von der Decke bis zum Fußboden reichendes Drahtgazegitter in zwei gleiche Teile getrennt war. In die eine Hälfte kamen diejenigen Versuchspersonen, die sich von infizierten Moskitos stechen lassen sollten, in die andere Hälfte, die frei von Stechmücken war, die Kontrollpersonen. Eine zweite Baracke war so eingerichtet (»infected clothing building), daß zwar keine Stechmücken eindringen konnten, aber jede wirksame Ventilation ausgeschlossen war. In diese Baracke kamen gesunde, nicht immune Versuchspersonen mit beschmutzter Bett- und Leibwäsche von an Gelbfieber Erkrankten oder Gestorbenen und schliefen in diesem Raum drei Wochen lang. Das Ergebnis des Versuchs war, daß die den infizierten Stechmücken ausgesetzten Versuchspersonen (im »infected mosquito building«) nach 3 bis 4 Tagen erkrankten,102 die Kontrollpersonen im mückenfreien Nebenraum dagegen gesund blieben, obwohl sie dieselbe Luft des gleichen Raumes eingeatmet hatten. Auch die Versuchspersonen, die in dem mit schmutziger Wäsche »verpesteten« Raum (»infected clothing building«) schliefen, erkrankten nicht, womit sowohl eine Infektionsmöglichkeit durch Kontakt als auch durch ein Miasma ausgeschlossen war.103 Es kann also jemand in einer wahren Pesthöhle wohnen, kann in dem beschmutzten Bett eines Gelbfieberkranken schlafen, kann dessen verunreinigte Leibwäsche tragen und wird dennoch gesund bleiben, solange es dort keine infizierten Gelbfiebermücken gibt. Andererseits mag jemand in ideal sauberer Umgebung leben und doch dem Gelbfieber zum Opfer fallen, wenn es ihm nicht gelingt, infizierte Gelbfiebermücken von sich fernzuhalten.104
(Winkle S. 993 ff)

Von all dem ist bei Lanka nichts zu lesen, statt dessen verkündet er weiterhin ex cathetra:

"Die zu jeder Zeit widerlegten Behauptungen, daß sich Krankheiten, bedingt durch sich schnell verbreitende »Erreger«, »seuchenartig« ausbreiten können"  

Zu jeder Zeit widerlegt? Man wäre ja schon froh, wenn er auch nur eine einzige (angebliche) Widerlegung genauer schildern und mit Quellenangaben belegen würde, damit man darüber diskutieren kann. Dies geschieht jedoch nicht.

Betrachtet man zusammenfassend die Ausführungen von Lanka zum Gelbfieber, seine Kritik an der Infektionstheorie und seine alternative Erklärung, so muß man feststellen: Lanka bietet keinerlei argumentativ-wissenschaftlichen Erörterungen, sondern eine Anhäufung dogmatischer und unbelegter Behauptungen. 

Kommen wir nun zum nächsten Punkt, Lanka weiter folgend:

"Zurück nun ins 19. Jahrhundert. Ein Jahrhundert der Kriege und des kriegerischen Denkens, das fortan auch das Denken der nun voll und ganz staatlich gestützten »Wissenschaft« der »Seuchenmedizin« dominieren wird. 1875 war es den Engländern gelungen, den Suezkanal unter ihre vollständige Kontrolle zu bringen. Damit hatten sie erhebliche Handelsvorteile, die den Kontinentalmächten Europas mehr als nur ein Dorn im Auge waren. Es wurde, um die Handelsvorteile Englands einzuschränken, damit gedroht, »Quarantäne« auf englische Schiffe und Produkte zu verhängen, um die Schiffahrt durch das Mittelmeer hindurch und den Handel zu blockieren. Verschlimmert wurde die Situation, als England den drastisch verkürzten Reiseweg in seine Kolonie auch noch ausnutzte, um von dort Truppen heranzuholen, mit denen Ägypten 1882 faktisch zu einer Kolonie Englands gemacht wurde. Die von den nun als »Lokalisten« verleumdeten Ärzten vorhergesagten »Cholera-Ausbrüche« in den Gefangenenlagern wurden benutzt, um die angedrohte »Quarantäne« politisch durchsetzen zu können. Doch die »Lokalisten«, darunter der berühmte deutsche Arzt Max von Pettenkofer und der berühmteste Mikrobiologe seines Landes, der Österreicher Edward Emanuel Klein, bewiesen, daß »Cholera« nicht übertragbar ist, und daß es letztendlich an den Fäkalien im Wasser liegt, daß Menschen z. T. lebensgefährliche Durchfälle bekommen."

Irgend eine genauere Beschreibung, irgend ein nachprüfbarer Beleg für diese angeblichen "Beweise"? Fehlanzeige! Statt dessen geht es weiter:

"Also wurde Robert Koch von der deutschen Regierung nach Ägypten beordert, um dort zu beweisen, daß »Cholera« übertragbar ist. Resultat: Negativ! Er konnte nur beweisen, daß es nicht möglich ist, Cholera zu übertragen. Also wurde er nach Kalkutta beordert, um dort das Gleiche zu tun. Resultat: Negativ. Er hatte wieder nur beweisen können, daß »Cholera« nicht übertragbar ist. ...
Nachzulesen in Mario Ogawa's Aufsatz »Uneasy Bedfellows. Science and Politics in the Refutation of Koch's Bacterial Theory of Cholera« (Ungleiche Spießgesellen: Wissenschaft und Politik in der Widerlegung der Koch'schen Theorie der Bakterien-Theorie von Cholera) im »Bulletin of the History of Medicine« Band 74, Dezember 2000, und im geisteswissenschaftlichen Teil (sic!) der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom 31. Januar 2001."

Auf Grundlage dieser Darstellung beschimpft Lanka dann Koch als "Wissenschaftsbetrüger". In seinem Buch spricht er von 

"Betrugstaten ihrer staatlich beauftragten Pioniere ... Robert Koch aus dem 19. Jahrhundert", und in bereits erwähnten Flugblatt heißt es: 
"Im Jahre 1882 begann der Bakteriologe Robert Koch, im politischen Auftrag Wissenschaftsbetrug." 

Um was geht es? Robert Koch, der gemeinsam mit Pasteur als der Begründer der Mikrobiologie und der Infektiologie gilt, soll hier als Betrüger entlarvt werden, dessen Entdeckungen nichts taugen. Kann Lanka die nachweisen?

Zur ausführlichen Darstellung, was in Ägypten und Indien geschah,  vgl. den Materialteil (c) Cholera , hier nur ein kurzer Hinweiszu den Tierexperimenten:
Koch gelang es in Ägypten und Indien der Tat nicht, Tiere mit Cholera zu infizieren. Aber: Es hat das niemals verschwiegen oder zu vertuschen versucht, sondern selbst darüber berichtet. Und er hat schon gar nicht versucht, die Experimente als erfolgreich hinzustellen! 
Diese wissenschaftliche Redlichkeit von Koch als "Wissenschaftsbetrug" oder "Betrugstat" anzugreifen verrät viel über die Denkweise von Lanka, aber besagt nichts über Koch.

Ausnahmsweise gibt hier Lanka einen Beleg für seine Darstellung an (s.o.). Den englischen Aufsatz habe ich nicht gelesen (er ist im Netz nicht zugänglich), wohl aber den Artikel in der FAZ. Bestätigt er die Einschätzung von Lanka? Mitnichten!
Der FAZ-Artikel bestätigt Lanka's Betrugsvorwurf gegen Koch in keiner Weise. Die Kritik im Artikel gilt zudem mehr der englischen als der deutschen Regierung. Außerdem wird sehr deutlich und eigentlich unmißverständlich geschildert, daß die sog. 'Widerlegung' von Koch's Theorie rein politisch motiviert war. Diese Theorie wird im FAZ-Artikel ohne Abstriche als "wissenschaftliche Theorie" bezeichnet: 

...Im Juni 1885 bildete die britische Regierung ein Komitee, das Kochs Vermutungen im Lichte der Ergebnisse von Klein und Gibbes bewerten sollte. ...
Das Ergebnis stand von Anfang an fest, denn zum Komitee gehörten nur Kritiker der Keimtheorie Robert Kochs. Aber das Komitee fand auch in Großbritannien Widerspruch. Führende naturwissenschaftliche und medizinische Zeitschriften wie "Nature", "The Lancet" oder das "British Medical Journal" sprachen sich deutlich für Kochs Keimtheorie aus und weigerten sich, den Bericht des Komitees, der als "Offizielle Widerlegung von Dr. Robert Kochs Theorie" bezeichnet wurde, zu veröffentlichen. Er erschien schließlich in den unbedeutenden "Quarterle Reviews of Microscopial Sciences", die von dem Koch-Gegner Edwin Ray Lankester herausgegeben wurden. ...
Die britische ebenso wie die deutsche Regierung stützten sich auf Wissenschaftler und Ärzte, die die ihren politischen Zielen genehme Theorie vertraten. Die wissenschaftliche Bewertung der Beweislage war allerdings relativ unabhängig von politischen Erwägungen, doch die Regierungen versuchten, Meinungsverschiedenheiten zu ihren Gunsten auszunutzen. Am extremsten reagierte die britische Regierung, indem sie aus politischen Motiven eine "offizielle Widerlegung" einer wissenschaftlichen Theorie herbeiführte. Es gelang ihr damit allerdings, scharfe Quarantänebestimmungen für den Suez-Kanal zu vermeiden." (FAZ, 3 1. Januar 2001)

Ich breche ab, denn ich denke, die bisherigen Ausführungen und Belege reichen als Begründung für mein

FAZIT 

Mit Wissenschaft hat der ausführlich zitierte Lanka-Text nichts zu tun. Es werden sehr weitreichende Behauptungen aufgestellt, vor allem die These, daß es keine Infektionskrankheiten gebe,  ohne die Kritik nachprüfbar zu begründen und zu belegen. Auch die alternative Theorie - alle sog. Infektionskrankheiten seien in Wahrheit Vergiftungen - wird nicht genauer erläutert und schon gar nicht mit dem Verweis auf nachprüfbare Experimente und Befunde belegt. Außerdem ist der Text entweder sehr schlecht recherchiert oder Lanka ignoriert einfach allgemein bekannte Tatsachen und Befunde, weil sie nicht in sein Weltbild passen.
Wissenschaft lebt von Argumenten und Beweisen, von Nachvollziehbarkeit und Überprüfbarkeit. All das fehlt in gravierendem Ausmaß bei Lanka. Kurz gesagt: Der Lanka Text ist reine Dogmatik, keine Wissenschaft, er enthält keine neuen Erkenntnisse, sondern nur Bekenntnisse.
Das mag für seine 'Anhänger' sehr erbaulich sein, aber der Rest der (wissenschaftlichen) Weltbraucht sich darum eigentlich nicht weiter zu kümmern.


PS
Lanka gibt sich nicht damit zufrieden, 'nur' das Impfen und 'nur' die etablierte Medizin überhaupt zu kritisieren, nein, er sieht eine weltpolitische Dimension: 

"... pervertierte amerikanische »Friedenspolitik«, außerhalb jeder demokratischen Kontrolle. Basierend auf europäischer und der besonders gründlichen deutschen Politik. Für die entsprechende Dynamik sorgt dann die »Börse«, das »globale virtuelle Geldsystem«, dem mittlerweile auch die Pharmaindustrie und nicht nur die gesamte Medizinerschaft unterlegen ist, sondern alle Menschen. Das sind letztendlich die Folgen der politisch motivierten Infektionshypothesen und der Betrugstaten ihrer staatlich beauftragten Pioniere, Louis Pasteur und Robert Koch aus dem 19. Jahrhundert."

Kann und soll man das noch kommentieren? Diese Ableitung der amerikanische Weltpolitik und des globalen Finanzgeschehens aus der "Infektionshypothese" und den angeblichen oder tatsächlichen Betrügereien von Koch oder Pasteur? 
NEIN! Das spricht für sich!


Danksagung
Für kritische Durchsicht und hilfreiche Kommentare danke ich Eva Binder und Ilse Lass.