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beim Verfasser (1994, 2002)
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Zusammenfassung / Summary
Seit 1981, als es von den Centers for Disease Control zum Bestandteil einer angeblichen neuen Krankheitseinheit namens "AIDS" erklärt wurde, ist "das Kaposi-Sarkom" quasi in aller Munde. Die Mehrzahl der Mediziner und medizinischen Laien glaubt seither auch zu wissen, worum es sich dabei handelt: um einen infektiös verursachten und in den Industriestaaten auch "Schwulenkrebs" genannten Tumor, der unweigerlich zum Tode führt. Bei näherer Prüfung ist keine dieser Aussagen zu halten. Der Autor beschreibt zunächst Moriz Kaposi, den angeblichen 'Entdecker' des nach im benannten angeblichen 'Sarkoms', als einen sehr überschätzten Mann und legt dar, warum es keinen Grund gibt, diese 'Entdeckung' zu rühmen. Insbesondere schildert er zahllose, seit dem Ende des 19. Jahrhunderts unternommene Anstrengungen, eine infektiöse Ursache für diese angebliche Krankheitseinheit zu finden, und bewertet sie als absolut sinnlos. In 1981 the Centers for Disease Contol made "Kaposi's sarcoma" an essential part of an alleged new disease entity called "AIDS". Ever since the majority of medical professionals as well as others have claimed to know what that means: an infectiously caused tumor, in industrialized countries also known as "gay cancer", that necessarily leads to death. However, further investigation shows that none of these assertions is tenable. The author first describes Moriz Kaposi, the alleged discoverer of a 'sarcoma' named after him, as a much overestimated man. Furthermore, he demonstrates why there is no reason to praise the 'discovery'. In particular, he mentions endless efforts since the end of the 19th century to find an infectious cause for the alleged clinical entity and calls them totally useless. Finally, the author concludes that the history of 'Kaposi's sarcoma' helps to understand a quotation from U.S. physician Oliver Wendell Holmes sen. who in 1883 wrote he strongly believed that "sinking the whole materia medica as it is applied now to the bottom of the sea, would be an advantage to mankind and a disadvantage to the fish." ( 92 ) |
I. Der Namensgeber
Der Name
Kaposi
bezieht sich auf
den Wiener Syphilidologen und Dermatologen
Moriz
Kaposi
, der ursprünglich
Moriz Kohn
hieß,
den Namen jedoch 1871 ablegte, um so die
karrierefördernde Aufgabe seiner jüdischen Identität
zu dokumentieren.
Moriz Kaposi
(1837-1902) soll
"der Grössten einer" (
1
)
gewesen sein und war tatsächlich doch nicht viel mehr
als ein Protegé des Wiener "Papstes" der
Dermatologie, seines Chefs und Schwiegervaters
Ferdinand
Hebra
(1816-1880). Dessen "Wort" besaß
für viele Dermatologen seiner Zeit das Gewicht der
"Wahrheit", und "die Doktrin der von ihm
begründeten Schule" stellte das
"dermatologische Evangelium" (
2
) dar. "Bewundernd", jubelten die
Festtagsredner, "stehen wir vor dem Werk Hebras,
fast zu viel erscheint es uns für eines Menschen Kraft,
was er geleistet" (
3
).
Wie
Ferdinand Hebra
eine derartige Stellung
erlangen konnte, ist nicht klar. Denn er selber war im
Grunde auch nicht mehr als ein - im Umgang mit Patienten
und Ärzten als rücksichtslos geschilderter (
4
) - dermatologischer Autodidakt, der genug
Selbstvertrauen besaß, um die vorgefundene Lehre quasi
für abgesetzt zu erklären und die eigene Auffassung an
deren Stelle zu setzen. Dieser Umstand macht auch die
Äußerung eines namhaften zeitgenössischen Kritikers,
des amerikanischen Chirurgen
Samuel Gross
(1805-1884),
verständlich, wonach
Hebra
"mehr als jede
andere lebende Lehrautorität" zur Konfusion beim
Studium der Hautkrankheiten beigetragen habe. (
5
) Noch unbegreiflicher als
Hebras
"päpstliche"
Stellung will die Tatsache erscheinen, daß auch
Moriz
Kaposi
Autorität erlangte. Ihn disqualifiziert
bereits die Feststellung, daß ihn "sein
temperamentvolles Wesen bisweilen vorschnelle
Diagnosen" (
6
) habe stellen
lassen. Rezensenten seiner gedruckten Arbeiten
beanstandeten wiederholt deren "mangelhafte
Correctur" (
7
) oder auch
"viele, oft sinnstörende Druckfehler" (
8
) darin - und stellten damit klar, daß Angaben
des Autors nicht blind vertraut werden könne. Außerdem
nahm
Kaposi
für sich das Recht in Anspruch, den
eigenen Standpunkt auch ohne Angabe von Gründen beliebig
oft verändern zu können. (
9
)
"Wir Kliniker", lautete ein Ausspruch von ihm,
"sind ... nicht immer positive Naturforscher, wir
sagen einmal so, einmal so". (
10
)
II. Die 'Entdeckung'
Die "Entdeckung", um die es
an dieser Stelle eigentlich geht, hat
Kaposi
im
Jahre 1872 zum erstenmal gemeldet. Eine entsprechende
Beschreibung findet sich sowohl im
Archiv für
Dermatologie und Syphilis
, der Hauszeitschrift der
"Wiener Schule" (Bd.4, S.265-273), als auch,
fast wortgleich, in der 1872 herausgebrachten 2.Lieferung
des von
Hebra
und ihm verfaßten Lehrbuchs der
Hautkrankheiten (
Virchows Handbuch der speciellen
Pathologie u. Therapie
, Bd.3). Offenkundig ist auch,
daß die von ihm verwendeten Einzelfälle längst nicht
mehr aktuell waren. Das gestattet die Vermutung, daß die
"Entdeckung" für das Lehrbuch gemacht wurde.
Entscheidend ist, wie der "Entdecker" sie
begründet:
Schon daran sollte deutlich werden,
daß
Kaposi
überhaupt nichts "erkannt"
hatte.
Behaupteten die einen, daß
ausschließlich ältere Menschen betroffen seien, gaben
andere das Gegenteil an. Während die einen eine
Anhäufung von Erkrankungen unter Menschen semitischer
Herkunft festgestellt haben wollten (z.B.
Bernhardt
,
1902 (16)), sagten andere, daß sich eine solche
Behauptung gar nicht begründen lasse (
Dalla Favera
,
1911 (
17
)).
1894, anläßlich der bereits einmal
erwähnten Tagung, rückte
Kaposi
überdies auch
von der Behauptung, ein Sarkom entdeckt zu haben, recht
eindeutig wieder ab. Wie er doch
schon
seit dem
Vorjahr lehre, handele es sich nur um eine
"sarcomähliche" oder sarkoide Geschwulst. Da
sie einem Sarkom aber doch nun einmal "am
nächsten" stünde, solle man sie eben auch weiter
so nennen und wie ein solches behandeln. Unverändert
beibehalten wollte er die frühere Namenswahl dennoch
nicht. Sie brächte die Erkrankung nur anderen
Krankheitsprozessen "ungebührlich" nahe. Man
möge künftig statt vom "Pigmentsarkom" zu
reden, "hämorrhagisches Sarkom" sagen. (
18
) Verständigen konnte man sich freilich weder
auf diesen noch auf irgendeinen anderen Namen, und das
erklärt, weshalb gegen Ende des Jahrhunderts immerhin
schon ein gutes Dutzend synonym verwendeter und einander
zum Teil grob widersprechender Bezeichnungen für die
"Entdeckung" existierte.
III. Die UrsachenforschungNoch vor der Jahrhundertwende war auch die Ursachenforschung zu der angeblich "unsterblichen Leistung" ( 5 ) Kaposis in Gang gekommen. Hierbei standen zwei Vorstellungen eindeutig im Vordergrund, die traumatische und die infektiöse. An eine traumatische Ursache wurde bei einem vermeintlichen Sarkom quasi gewohnheitsmäßig gedacht, und deswegen geschah es auch hier sogleich. Wie nicht anders zu erwarten, ließ die erste konkrete Verdächtigung auch in diesem Fall nicht lange auf sich warten und mußte anschließend gleich wieder vergessen werden, weil man wieder einmal zu rasch verallgemeinert hatte. Wieder einmal hatten die Recht behalten, die auf solcherlei Resultate von vornherein nichts gaben. Denn diese erklärten
Die infektiöse Ursachenvorstellung tauchte spätestens im Jahre 1895 zum erstenmal in der Literatur auf: Philippson und Török ordneten das vermeintliche Sarkom in ihrer seinerzeit erschienenen Allgemeinen Diagnostik der Hautkrankheiten einfach versuchsweise unter die Infektionskrankheiten ein - und die "Erreger"-Suche" begann. Einen konkreten, irgendwie faßbaren Anhaltspunkt dafür gab es nicht. Das gilt es festzuhalten. Gefördert durch vermeintliche oder wirkliche Erfolge der Bakteriologie, war es nur einfach in Mode gekommen, für alles und jedes nach einem "Erreger" zu suchen. Ungezügeltes Phantasieren war an der Tagesordnung. Virchows Biograph Erwin Ackerknecht spricht in dem Zusammenhang noch sehr zurückhaltend von einem "maßlosen und unkritischen Enthusiasmus", der quasi alles überrollt habe. 1877, fährt Ackerknecht fort,
Und die Geschwulsterkrankungen blieben
von dieser Welle der Infektionsphantasterei
selbstverständlich nicht verschont. Würmer und Pilze,
Bakterien, Milben und Protozoen wurden abwechselnd mit
dem Verdacht belegt, eine vermeintliche Krankheitseinheit
namens 'Krebs' zu verursachen - und ein 1899 publizierter
Aufsatz über die "Übertragbarkeit des
Krebsparasiten auf Bäume" (
22
) veranschaulicht exemplarisch, wie es zuging.
Warum also nicht auch Kaposis "Sarkom", das
keines war, gleich mitverdächtigen?
Hoc volo,sic
jubeo, sit pro ratione voluntas
(
Juvenal
). (
23
) Was genau gesucht werden sollte, war unklar
und blieb es auch.
Philippson
(
24
) hatte zwar ganz ausdrücklich ein
"Virus" ins Gespräch gebracht, die Wortwahl
aber nicht näher erläutert, so daß angenommen werden
kann, daß der Ausdruck für ihn lediglich ein
unreflektiertes medizinisches Modewort darstellte.
Konsequenzen aus diesen Einsichten sollten jedoch nicht gezogen werden, wie Davies gleich selber bewies: in Afrika, meinte er, stelle die Erkrankung sehr wohl eine "klar abgegrenzte und leicht wiederzuerkennde klinische und pathologische Einheit" dar, so daß deren "Diagnose beim erwachsenen Afrikaner kaum zweifelhaft" sein könne. Die Tagungsvorsitzende Lauren Ackerman ergänzte, darauf aufbauend, daß das KS, wie das Erfahrungswissen der Tagungsteilnehmer lehre, in Teilen Afrikas extrem häufig und anderswo extrem selten sei. Das konnte nur wider besseres Wissen behauptet werden. Allein schon die von Davies geschilderten Schwierigkeiten schlossen definitiv aus, daß irgendwer im Besitz auch nur halbwegs verläßlicher Zahlen für Afrika und solcher für den damit zu vergleichenden Rest der Welt sein konnte. Hinzu kam, daß - auch für die Tropen - zahlreiche Verwechslungsmöglichkeiten diskutiert wurden. ( 30 ) Um halbwegs brauchbare Zahlen beschaffen zu können, hätte man zudem - wie die Tagungsteilnehmer sehr genau wußten - erst einmal die zahlreichen praktischen Schwierigkeiten aus dem Weg räumen müssen, die jeder Datenerhebung in Afrika im Wege standen:
Zumindestens bei Patienten, "die aus entlegenen
Gegenden stammen und Sprachen sprechen, für die sich
nur schwer ein Übersetzer finden läßt", kann
das Alter "nur ungefähr geschätzt
werden". Selbst die Aufnahme genauer Adressen
der Patienten kan sich "als schwierig erweisen.
Manche Patienten wissen schlicht nicht, wo sie
geographisch gesehen leben ..." (
31
)
Das Gastspiel des späteren
"AIDS"-Apologeten
Ziegler
beim
UCI
dauerte
der offiziellen Darstellung zufolge von 1967 bis 1972,
und der Schwerpunkt der Aktivitäten des
UCI
soll
während dieser Zeit auf "experimenteller
Chemotheraphie und klinischer Pharmakologie" gelegen
haben. (
32
) Bei diesen
Aktivitäten handelte es sich auch keineswegs um die
einzigen oder gar ersten des
NCI
auf afrikanischem
Boden. Im Kongo (ab 1971 Zaire) zum Beispiel war mit
seiner Hilfe schon von 1959 bis 1960 nach KS-Fällen
gesucht worden. Warum sich die 'Forscher' (
Clemmesen,
Maisin, Gigase
) dafür ausgerechnet die Umgebung des
Krankenhauses von Katana (45 km nördlich von Bukavu)
ausgesucht hatten, blieb unerklärt, und auch der
ziemlich plötzliche Abbruch der Suche (1961, vor der
Kampala Konferenz) wurde nie erklärt. Die Zahl der
zusammengetragenen Fälle, hieß es später leicht
widersprüchlich, habe zwar eine große Häufigkeit des
KS "bestätigt", für die Erstellung
"verläßlicher" Inzidenzangaben sei sie
indessen doch zu gering gewesen. (
33
)
IV. Anatomie einer Epidemie
Halten wir in Umrissen nochmals fest,
was im Januar 1980 zum Stand der Dinge erklärt wurde.
Gelegenheit dazu verschafft ein KS-Symposion (
48
), das seinerzeit in Kampala veranstaltet wurde,
von der
WHO
und
Siemens
mitfinanziert
worden war und in
Gaetano Giraldo, Michael Hutt,
Sebastian Kyalwazi
und
Charles Vogel
Teilnehmer
hatte, die mit den neuesten Entwicklungen beim KS
vertraut gewesen sein sollten.
Vogel
bedauerte
nochmals ganz ausdrücklich, daß er seit seiner
Rückkehr in die USA nicht mehr als vier (weibliche)
Fälle gesehen habe, und die Erstellung einer
Häufigkeits-Statistik für die USA vermutlich an der
großen Seltenheit des KS scheitern werde.
Giraldo
-
der seinerzeit immerhin Mitarbeiter des
Memorial Sloan
Kettering
-Instituts (Sitz: New York City) war -
äußerte sich im gleichen Sinne. Erwähnung verdient
alsdann noch
Hutt
, der meinte, daß nunmehr
"alle Anzeichen auf einen Umweltfaktor oder auch
Umweltfaktoren als den Schlüssel zu dieser
Erkrankung" hindeuteten. Zu diesem Schluß paßte
auch eine fortwährend zunehmende Anzahl von KS-Diagnosen
nach Transplantationen und der damit verbundenen
Chemotherapie. Um solche Fälle hatte sich (versehen mit
einem Forschungsauftrag der
Veterans Administration
)
namentlich
Israel Penn
(Denver) gekümmert. Einen
ersten solchen Fall wollen
Siegel et al.
1967 in
New York festgestellt haben. Im Juni 1978 berichtete
Penn
(
49
) dann bereits von 20 Fällen
bis einschließlich Mai 1978, mehrheitlich Männer im
Alter zwischen 23 und 59 (im Mittel: 42) Jahren. Die als
KS diagnostizierte Geschwulst sei bei den Patienten
innerhalb von 4 bis 53 (im Mittel: 16) Monaten nach der
Transplantation - und der daran anschließenden
Behandlung mit
Azathioprin
(Handelsname
Imurek
,
d.V.) und Kortikosteroiden aufgetreten. 5 Patienten
hätten außerdem Antilymphozyten-Globulin, 6 kurzfristig
Actinomycin C oder D und elf eine lokale Radiotherapie
erhalten; einem Patienten sei darüber hinaus die Milz
entfernt worden.
Zeitgleich, später oder sogar schon zwei Tage vor dem MMWR und der New York Times soll im American Journal of Dermatopathology eine "Vorläufige Mitteilung über extensiv disseminiertes Kaposi-Sarkom bei jungen homosexuellen Männern" von Autoren aus New York und Florida erschienen sein; die Zeitangabe 1.Juli macht (nachträglich) Geoffrey Gottlieb , der Hauptautor ( 53 ), während andere ( 54 ) August angeben, und die Redaktion sybillinisch "Sommer 1981" vermerkt. Dort heißt es:
An diesem Artikel fällt auf, daß er
die anschließend von den Institutionen verfolgte
Wunschvorstellung bereits als - alternativlose -
ätiologische überlegung ins Gespräch bringt, und sich
hierzu auch noch einer Scheinbegründung (nämlich:
Homosexuelle haben Infektionen - die Heterosexuellen
demnach nicht) bedient. Der Streit um den
Publikationszeitpunkt ist auffällig, und die Behauptung
Gottliebs
(
53
), daß das Manuskript für die
"Vorläufige Mitteilung" aufgrund einer Ende
März 1981 getroffenen Entscheidung seines Vorgesetzten
Ackerman
entstanden sei, ist unglaubhaft. Sonst würden seine
Literaturzitate nicht im Jahre 1978
enden
.
V. Schluß
Die Geschichte "des
Kaposi-Sarkoms" besteht aus einer Endlosreihe von
Ungereimtheiten. Weil das so ist, lohnt es auch nicht, an
dieser Stelle noch auf die Fortsetzung der Geschichte,
nämlich die
regierungsamtliche
Ersetzung des
CMV
durch das
"HTLV-III"
(
88
) oder "
HIV
", einzugehen.
Hinzu kommt, daß - von der breiten Öffentlichkeit
weitgehend unbemerkt - schon bald nach der Ausrufung des
"HIV" zum Erreger "des
Kaposi-Sarkoms" ein sukzessiver Widerruf dieses
Anspruchs einsetzte. Dazu trugen unter anderem
Safai
et al.
,
Brooks
und
Penn
bei.
Safai
et al.
knüpften an die "spekulierte" Rolle
von Immundefizienz bei der Entwicklung der Geschwulst an
und bemerkten, daß (auch) sie Patienten gesehen hätten,
bei denen meßbar keine Immunschwäche vorgelegen habe. (
89
)
Penn
räumte verwundert ein, daß der
Anteil der "KS".Fälle unter
"AIDS"-Patienten ständig sinke und seines
Wissens tatsächlich bereits auf 19% zurückgegangen sei.
(
90
) Und
Brooks
hatte sich immerhin schon
1986 bereitgefunden, kategorisch festzustellen, daß
"das zu AIDS gerechnete KS ... eindeutig nicht durch
HIV
verursacht" werde. (
91
)
Gallo
selbst brauchte noch Jahre, um
wenigstens zuzugestehen, daß sein "HIV" nicht
der KS-"Erreger" sein könne. "Irgend
etwas anderes" müsse an dem Entstehungsprozeß
schon noch "beteiligt" sein, und als
Wirkungsweg sei - entgegen der zuvor auch von ihm
verbreiteten Annahme - nicht
"Immunsuppression", sondern eine
"Immunstimulation" in Betracht zu ziehen. (
75a
)
Gallo
und Mitarbeiter der
CDC
machten
bei gleicher Gelegenheit auch deutlich, daß sie jetzt 4
"KS"-Formen - die "klassische", die
"afrikanische", die "iatrogene" und
die "AIDS"-Form - unterscheiden und somit
notfalls eben nach vier verschiedenen Ursachen suchen
wollten. Mittlerweile wird wieder ein anderes Virus als
Erreger "des" Kaposi-Sarkoms" gehandelt.
Es wird HHV 8 genannt und nicht das letzte bleiben.
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