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Der HIV-Test gibt eine Antwort -
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Allgemeine Testkriterien
/ Ergebnisse einer kritischen |
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Dieser Beitrag ist die etwas gekürzte und modifizierte
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des gleichlautenden Artikels von H.-W. Leonhard, der erstmalig
im |
Wie jeder Psychologiestudent im Grundstudium lernt, sind die allgemeinen Gütekriterien eines Tests seine Objektivität, Reliabilität
und Validität (vgl. Lienert 1969, den Klassiker der Testtheorie).Diese Gütekriterien gelten natürlich auch für die Testverfahren medizinischen Bereich. Die beiden Testverfahren, durch die nun üblicherweise Antikörper gegen HIV nachgewiesen werden sollen, sind der sog. ELISA und den sog. Western Blot. Der Western Blot wird dabei meist als Bestätigungstest eingesetzt, wenn ELISA, der einfachere und billigere, aber als relativ unzuverlässig eingeschätzte HIV-Antikörpertest zu einem positiven Ergebnis kam.
Bei der lebensgeschichtlich oft dramatischen Bedeutung, die das Testergebnis 'HIV-Positiv' für die Betroffenen hat, muß verlangt und erwartet werden, daß der HIV-Test besonders zuverlässig ist und den eben genannten Gütekriterien weitestgehend oder uneingeschränkt entspricht.
Eine Studie australischer Wissenschaftler/innen, in der sie die vorhandene Literatur auswerteten, kommt jedoch zu alarmierenden Ergebnissen (Papadopulos-Eleopulos et.al., 1993). Wegen der Brisanz des Artikels wurde er, wie in
Die Woche (Nr. 23/1993) zu lesen war, vor der Veröffentlichung von Wissenschaftlern des renommierten Pasteur-Instituts geprüft. Die Woche berichtete über die Ergebnisse mit der Überschrift Glücksspiel AIDS-Test, und das war nicht übertrieben. Ich kann hier nicht auf die Einzelheiten eingehen, sondern nur einige wichtige Aussagen mitteilen und einige kurze Erläuterungen geben:| - Es
gibt keine keine überall gültige standardisierte Auswertung der
Testresultate, die unabhängig von den Auswertern zu den gleichen
Ergebnissen führt, sondern unterschiedliche Schemata und
Richtlinien. Derselbe Testwert kann danach einmal als positiv, das
andere mal als negativ bewertet werden.
- Es gibt keine eindeutige Reproduzierbarkeit. So wurden vier einzelne Blutproben, bei denen vorher durch verschiedene sehr aufwendige Verfahren festgestellt wurde, ob sie HIV-Positiv oder HIV-Negativ waren, zusammen mit anderen Blutproben bis zu über vierzig mal an drei verschiedene Testlabors verschickt. Diese Labors, als qualitativ sehr hochwertig anerkannt, wußten nicht, daß sie dieselben Proben x-mal testeten. Es zeigte sich, daß diese Proben von den verschiedenen Labors und auch innerhalb derselben Labors nicht immer gleich beurteilt wurden; die Ergebnisse schwankten, positive Proben wurden als negativ und negative Proben als positiv beurteilt. - Eine Person, bei der die Testergebnisse vorher negativ waren, erhielt Blutinfusionen mit einem Blut, das ebenfalls als HIV-negativ getestet war. Nach einigen Infusionen wechselte zuerst der ELISA und dann der Western Blot auf positiv. - Bei Personen, die akute Symptome einer AIDS-Erkrankung aufwiesen, führte der Western Blot zu einem negativen Ergebnis. - Personen, bei denen nichts auf die Möglichkeit einer HIV-Infektion hinwies und die völlig gesund waren, hatten das Testergebnis HIV-Positiv. Amazonas-Indianer, um ein Beispiel zu nennen, die keinerlei Kontakt zu Personen außerhalb ihres Stammesgebietes hatten und bei denen niemals AIDS-ähnliche Erkrankungen auftraten, hatten zwischen drei bis dreizehn Prozent ein positives Ergebnis mit dem Western Blot (WB). Oder: Malariakranke in Venezuela waren zwischen 25 - 41 % WB-Positiv, ohne daß bei ihnen eine AIDS-Epdemie ausbrach. Bei Patienten mit Tuberkulose hatten über 50 % einen positiven WB-Wert.- Obwohl man annimmt, daß bei Drogensüchtigen HIV durch unsterile Nadeln übertragen wird, waren bei einem Vergleich drogengebrauchender Prostituierter 46 % der Fixerinnen, aber 84 % derjenigen WB-positiv, die Drogen oral einnahmen. - Zwei Forscher untersuchten 1129 Blutproben von intravenösen Drogengebrauchern und 89 Proben von drogenfreien Menschen, die aus den Jahren 1971/1972 stammten. Bei 17 Proben von den drogenabhängigen, aber in keiner von den anderen Menschen, führte der WB-Test zu einem positiven Ergebnis. Die Autoren sagen dazu: Entweder hatten diese Drogengebraucher schon vor 1971 Kontakt mit HIV - oder aber der WB führte zu falsch-positiven Ergebnissen, da er auf Antikörper im Blut der Drogengebraucher reagierte, die nicht durch HIV erzeugt werden. |
Aus diesen und anderen Befunden leiten die AutorInnen folgende
Vermutung ab:
Die Antikörper, auf die der WB anspricht, werden vom Organismus nicht
spezifisch und nur bei einer Infektion mit HIV gebildet, sondern treten
bei sehr verschiedenenen Infektionen oder der Einnahme anderer Stoffe
(z.B. Drogen) auf. Da bei den Menschen, die im Western Blot positiv
reagieren, oft auch sehr viele Antikörper gegen andere Krankheiten
existieren, könnte es auch sein, daß der WB lediglich Kreuzreaktionen dieser
Antikörper anzeigt.
Um diese Vermutungen zweifelsfrei abzuklären, müßte man bei Personen eindeutig HI-Viren isolieren können, um dann zu prüfen, ob der Test (so gut wie)
immer bei diesen Personen und niemals bei Personen anspricht, die keinen Virus in sich tragen. Die australischen Wissenschaftler/innen nennen dies den 'Gold-Standard', an dem sich ein HIV-Test bewähren müßte - aber: Nach ihrer Aussage ist es der Forschung bisher nicht gelungen, das HI-Virus so exakt zu isolieren, daß ausgeschlossen werden kann, daß sich im isolierten Extrakt auch andere, fremde Partikel finden. Solange dies nicht gelingt, solange kann jedoch kein Test entwickelt werden, dessen Validität über alle Zweifel erhaben ist und der spezifisch die Existenz oder Nicht-Existenz von HIV feststellen kann. Ein solcher Test dürfte weder zu 'Falsch-Positiven noch 'Falsch-Negativen' Testergebnissen führen: Bei Menschen, die das HIV-Virus in sich tragen, müßte das Ergebnis (so gut wie) immer HIV-Positiv, und bei Menschen, die das HIV-Virus nicht in sich tragen, (so gut wie) immer HIV-Negativ lauten.Bei den üblichen HIV-Tests hingegen ist die Validität nicht gesichert, und ebensowenig die Objektivität und die Reliabilität, wie die australischen Wissenschaftler/innen resümieren:
"(1) Die Antikörpertetsts sind nicht standardisiert;
(2) Die Antikörpertetsts sind nicht reproduzierbar;
(3) Die WB-Proteine (Banden), von denen man annimmt, sie seien durch das HIV-Genom codiert und spezifisch für HIV, sind möglicherweise nicht durch
das HIV-Genom codiert und könnten in Wirklichkeit normalen Zellproteinen entsprechen.
(4) Selbst wenn die Proteine spezifisch für HIV sein sollten, repräsentiert ein positiver WB möglicherweise nicht mehr als Kreuzreaktionen
mit nicht-HIV-Antikörpern, die in AIDS-Patienten und Menschen mit Risiko vorhanden sind, weil kein 'Gold-Standard' benutzt wurde, um die Spezifität
zu bestimmen."
Fassen wir zusammen:
Der Western Blot ist weder objektiv noch reliabel noch valide. Es ist
damit zu befürchten, daß viele der positiven Ergebnisse des WB falsch-positiv
sind! Und der ELISA ist nach allgemeiner Einschätzung viel
unzuverlässiger als der WB.
Bei der Frage, welche wissenschaftlichen Konsequenzen aus dem Artikel folgen, gibt es zwei Möglichkeiten:
- Wenn man trotz aller Bedenken annimmt, daß der Antikörpertest valide und spezifisch ist, also zu keinen falsch-positiven oder falsch-negativen Resultaten führt, dann zeigen die Ergebnisse erstens: HIV ist sehr weit verbreitet, auch bei Personen oder Personengruppen, bei denen keine AIDS-Krankheit besteht und nichts darauf hindeutet, daß sie eine entwickeln werden. Und zweitens: Es gibt Personen, die an AIDS-Indikatorkrankheiten leiden, aber nicht HIV infiziert sind. Beide Aussagen für sich genommen, und zusammen noch mehr, würden zur Folgerung zwingen: HIV führt nicht notwendig zu AIDS.
- Wenn man statt dessen annimmt, der Test reagiert nicht spezifisch nur auf die Antikörper gegen HIV, dann erlaubt ein positives Testergebnis keinen zwingenden Schluß auf einen tatsächlich vorhandene HI-Virus im Organismus.
In diesem Sinn interpretiert auch Ristow das Ergebnis der Studie: "Die Studie trifft zwei Aussagen. Entweder, HIV sei nicht Erreger des Krankheitsbildes AIDS. [...] Oder: Der 'AIDS-Test' weise nicht das nach, was er vorgibt zu messen - ausschließlich Antikörper gegen das HI-Virus. Letzteres würde bedeuten, daß eine HIV-Infektion vorliegen kann - aber keineswegs vorliegen muß" (in: Die Woche H.32/1993). Eine dritte Möglichkeit, die im Artikel zusammengetragenen Erkenntnisse zu interpretieren, sehe ich nicht.
Sofern deshalb die Grundaussagen des Artikels zutreffen (die ja nicht auf den Befunden von Außenseitern, sondern von etablierten und anerkannten AIDS-Forschern beruhen), dann steht die etablierte AIDS-Forschung vor einem unausweichlichen Dilemma:
- Wenn sie weiterhin auf der Sicherheit der HIV-Tests beharrt, dann muß sie akzeptieren, daß sie bislang in einer völlig falschen Richtung geforscht hat.
- Wenn sie - was der Artikel eher nahelegt - die Unsicherheit der AIDS-Tests akzeptiert, dann verliert sie ihre nach eigenem Bekunden bislang stärkste Stütze für die Annahme, HIV sei die Ursache von AIDS, also die vorgeblich zwingende epidemiologische Evidenz für eine kausale Verursachung durch HIV (vgl. Weiss 1993). Falls man nämlich davon ausgeht, daß positive Testergebnisse nicht notwendig auf HIV hinweisen, dann hat die gesamte bisherige epidemiologische Diskussion über HIV und AIDS der Boden unter den Füßen verloren.
Die Berechtigung, AIDS als eine Infektionskrankheit zu betrachten und Milliarden in die virologische Forschung zu investieren, beruht auf der vorgeblich epidemiologischen Evidenz, HIV sei die Ursache. Aber welcher der beiden möglichen Interpretationen man auch zustimmt: Die Epidemiologie als zentrale Stütze der HIV-AIDS-Theorie bricht in sich zusammen. Einen medizinisch-virologischen Beweis für diese Theorie gibt es eingestandermaßen ebenfalls nicht (vgl. Weiss 1993)! Zwar ist inzwischen das HI-Virus erforscht wie kein anderes (Retro)Virus - aber ob das der Ursachenforschung hilft, muß sich erst noch erweisen. Die AIDS-Forschung steht wieder ganz am Anfang, was die Frage nach den Ursachen betrifft. Die Karten müssen neu gemischt werden; eine zentrale Forderung von Duesberg vorgetragen schon vor Jahren (vgl. Duesberg 1989), erhält neue Brisanz: Nicht nur zu fragen, wie HIV AIDS erzeugt, sondern zu prüfen, ob HIV ein pathogenes Virus ist!
Literatur:
Duesberg, Peter: HIV und AIDS: Korrelation, aber nicht Ursache. In:
AIDS-FORSCHUNG, Heft 3/1989
Hässig, A.: Umdenken bei AIDS. Führt dies
zu einem Paradigmenwechsel in der Medizin? In: Schweiz. Zchr.
GanzheitsMedizin Heft 4/1992
Lienert, G., A.: Testaufbau und Testanalyse. Weinheim, Basel 1969
Papadopulos-Eleopulos, E.; Turner, V.F.; Papadimitriou: Is a positive
Western Blot proof of HIV Infection? In: Bio/Technology Vol. 11 Juni 1993
Weiss, R.A.: How does HIV cause AIDS?. In: Science, Vol. 260, 28. May 1993
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