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Ist jeder Mensch HIV-positiv? Ist irgend jemand mit HIV infiziert? Von Paul Philpott Übersetzt von Petra Schwalbe (Berlin) Dem professionellen Experten für HIV-Tests Dr. med. Roberto Giraldo fiel etwas Seltsames auf. Während für die HIV-Antikörpertests sehr hohe Verdünnungen der Patientenseren vorgeschrieben sind, sehen die Richtlinien für andere virale Antikörpertests nur eine geringe oder gar keine Verdünnung vor. Giraldo untersuchte die Seren von 83 Personen, die mit der vorgesschreibenen hohen Verdünnung HIV-negativ waren. Unverdünnt waren aber alle Seren positiv.
Der Arzt Roberto Giraldo bemerkte Unstimmigkeiten, kurz nachdem er im
angesehenen Labor eines Universitätskrankenhauses in New York City zu
arbeiten begann, das Tests auf eine Vielzahl von Mikroben durchführt. Giraldo befragte Kollegen und Labortechniker, verschickte Emails in die ganze Welt, telefonierte mit den Beauftragten der Testhersteller und durchforschte gründlich die Fachliteratur. Er fand dennoch keine Erklärungen. Schlimmer noch, niemand fand seine Fragen auch nur ein bißchen interessant - außer denen, die die Erklärung, daß HIV AIDS verursacht, zurückweisen. Aber auch sie hatten keine Antworten. Giraldo fragte sich, was wohl geschehen würde, wenn er Pateintenseren auswertete, die unter dem vorgeschriebenen ungewöhnlich hohenVerdünnungsgrad HIV-Antikörper-negativ getestet wurden. Was würde geschehen, wenn er ein solche Seren gemäß den Maßstäben der üblichen Antikörper-Tests behandelte? Mit anderen Worten: Was würde geschehen, wenn er die Seren offiziell HIV-negativ getesteter Personen unverdünnt testete? Würden die Seren, die verdünnt negativ waren, unverdünnt positiv sein? Seine Forschung zeigte, daß bisher niemand solche Fragen überprüft hatte. So versuchte er es selbst. Laut einer fachlichen Abhandlung, die er für die Winterausgabe (1998/1999) des AIDS-kritischen Magazins Continuum (www.virusmyth.net) schrieb, untersuchte Giraldo unverdünntes Blut von 83 Personen, die offiziell HIV-negativ getestet waren. Zu seinem Erstaunen war das Testergebnis für jedes unverdünnte Serum positiv. Diese Erkenntnisse, so Giraldo, stellen noch ein weiteres fatales Paradox für die Erklärung von AIDS durch HIV dar. Giraldo ist Facharzt für Innere Medizin und Infektionskrankheiten.
Seine Promotion erwarb er in seiner Heimat Kolumbien und einen
Magistergrad für Infektionskrankheiten von der Universität London [1].
Er war auch Vorsitzender des Fachbereichs Biologie an einer großen
medizinischen Schule in Kolumbien Zu Giraldos täglichem Verantwortungsbereich gehört die Ausführung
der Untersuchungen zur Diagnose des HIV-Status, namentlich der ELISA-
und der Western Blot-Test, welche die Antikörper feststellen, die die
mutmaßlichen HIV- Proteine neutralisieren und der dubiose „Viruslast“-Test,
der Spuren winziger Teile des mutmaßlichen HIV-Genoms feststellt und
vervielfältigt. Die hohen Verdünnungen warnten Giraldo „Die außerordentlich hohe Verdünnung des Serums einer Person,
400fach beim ELISA und 50fach beim Western Blot überraschten mich als
ich zum ersten mal lernte, sie durchzuführen“, sagt Giraldo. Wahrscheinlich erhöhen diese niedrigen Verdünnungen die Genauigkeit positiver Ergebnisse bei der Identifizierung von Menschen, die tatsächliche Infektionen durchmachen und negativer Ergebnisse bei der Identifizierung von Menschen, die tatsächlick keine aktiven Infektionen haben. Bei den HIV-Tests existieren jedoch keinerlei Daten über eine
Isolation, die diesen hohen Verdünnungsgrad rechtfertigen oder
erklären. „Ebenso begann ich die Begriffe `positiv´ und `negativ´ zu
hinterfragen, die benutzt werden, um die Ergebnisse von Antikörpertests
zu beschreiben,“ erinnert er sich. „Jeder, der diese Tests mit
irgend einer Mikrobe oder anderen Antigene durchführt, weiß, daß die
Ergebnisse nicht wie eine Glühbirne funktionieren, die an oder aus ist. Giraldo durchsuchte die medizinische Literatur, um das Grundprinzip für die ELISA- und Western Blot-Testverfahren auf HIV herauszufinden. Obwohl Isolationsstudien die Testverfahren für andere Viren
festlegen, fand Giraldo überhaupt keine Isolationsdaten für HIV. Auch
fand er keine andere Rechtfertigung für den unerklärlich hohen
Verdünnungsgrad des Serums oder die Farbintensität, durch die eine
Reaktion für ´positiv´ erklärt wird, die Anordnung der
Proteinreaktionen, die das Ergebnis des Western Blots positiv werden
lassen oder den Nichteinsatz von HIV-Antigentests. Ihre Arbeit inspirierte einen weiteren Forscher, den Pionier der Virus-Isolation Etienne de Harven, dieses Problem eingehend zu untersuchen. Er stimmt mit ihr überein [3]. „Meine Neugierde brachte mich dazu, ein Experiment in einem
medizinischen Labor in Yorktown (New York) durchzuführen. Giraldo berücksichtigte ebenso die Menge der Antikörper, welche die Testergebnisse anzeigten. „Laut der Dokumentation des Abbott-Labors“, so Giraldo, „entwickelt
sich der Absorptionswert [die Stärke der gelben Farbe] im Verhältnis
zur Menge der Antikörper gegen HIV-1, die ‘an die Kette gebunden sind’. So scheint es, daß alle Menschen eine gewissen enge an „HIV-Antikörpern“ im Blut haben. Und daher kann jeder in einem gewissen Grad „HIV- positiv“ sein. Was könnte das bedeuten?Unter Anwendung der offiziell vorgeschriebenen Serum-Verdünnungen
werden nur wenige Amerikaner positiv auf Antikörper getestet, welche
die mutmaßlichen HIV-Proteine neutralisieren [4]. Bei einer Mischung von Homosexuellen und afrikanischen Heterosexuellen mit diesen Krankheitsbildern waren nach Gallos ursprünglichen Angaben von 1984 (Science 4. Mai) 88% HIV-positiv getestet worden. Neuere Daten, die 1995 vom Peter Duesberg, dem Retrovirologen der Univerity of California in Berkeley analysiert worden waren (Genetica 95) zeigten, daß 82% schwuler Männer mit diesen Krankheiten einen positiven Test haben. Mit seinen Daten, die darauf schließen lassen, daß vielleicht alle
Menschen eine unterschiedliche Menge von „HIV-Antikörpern“ in ihrem
Blut haben, hat Giraldo eine tragfähige Erklärung dafür, wie Gallo
die Standards für die ELISA- und Western Blot-Tests auf HIV gesetzt
haben könnte: Zufällig entsprachen sie mit einer hohen Erfolgsrate der
Identifizierung der AIDS-Risikogruppen, besonders bei denjenigen mit
AIDS-Erkrankungen, während sie sie von den Menschen unterschieden, die
wahrscheinlich nicht zu den Risikogruppen gehören oder
AIDS-Erkrankungen aufwiesen. Giraldo vermutet, daß die Seren verschiedener Menschen in unterschiedlichen Verdünnungsgraden positiv reagieren würden. Menschen mit einer großen Menge an Antikörpern würden auch bei den sehr hohen Verdünnungsgraden, wie sie von den Richtlinien her festgesetzt wurden, positiv reagieren. Andere Menschen würden nur gerade genug dieser Antikörper haben, um eine Reaktion zu verursachen, wenn ihr Serum in einem dazwischenliegenden Verhältnis verdünnt würde. Andere mit niedrigen Mengen dieser Antikörper erhalten nur positive Ergebnisse, wenn ihr Serum vollkommen unverdünnt verwendet wird. Gallos Team hatte diese Tests entwickelt und patentiert, um Menschen
zu identifizieren, die AIDS-Erkrankungen haben oder wahrscheinlich
haben. Laut Giraldo, Eleopulos und de Harven sind die Forscher gescheitert, eine Erfolgsrate bei der Isolation einer Virusart bei Menschen zu bestimmen, die mit dem ELISA- und Western Blot-Antikörpertest positiv auf HIV getestet wurden. Somit schlußfolgert Giraldo hinsichtlich dieser Tests zur Identifizierung von Menschen mit einer HIV-Infektion, daß es keine gültige Rechtfertigung für die hohen Verdünnungsgrade gibt, für die Kriterien der Farbintensität zur Bestimmung positiver Reaktionen und für die Bevorzugung von Antikörpertests gegenüber Antigentests oder die Anordnung der Reaktionen, die einen Western Blot als positiv qualifizieren. Weitere Experimente und die Viruslast Giraldo räumt ein, daß viele wichtige Fragen unbeantwortet bleiben.
Er hat z. B. nicht den HIV-Western Blot oder die „Viruslast“-Tests
untersucht. Wie auch beim ELISA- und Western Blot-Test auf HIV ist die Genauigkeit des Viruslast-Tests nicht unter der Verwendung der einzig gültigen Methode - der Virusisolation -nachgewiesen worden. So weit Giraldo sagen kann, wurde der Viruslast-Test hauptsächlich dazu erfunden, um künstlich große Mengen an HIV-RNA aufzuzeigen, wenn die herkömmlichen Methoden genau nachweisen, daß nur wenig oder keine vorhanden ist. Eine Auflistung von Nicht-HIV-Erklärungen Ohne HIV-Isolate, die in der Literatur belegt sind und Eleopulos et
al., die gezeigt haben, daß AIDS epidemiologisch eine andere Verteilung
hat als eine ansteckende Form (Duesberg: Inventing The AIDS Virus),
schaut Giraldo über eine virale Erklärung hinaus, um die positiven
Reaktionen auf die „HIV-Tests“ zu verstehen. Der Retrovirus-Pionier de Harven stimmt mit dieser Bewertung überein. Es erscheint Giraldo außerdem so, daß die HIV-Antikörpertests auf eine Exposition mit Faktoren hindeuten, welche die Produktion der Antikörper erhöhen, die mit Proteinen reagieren, die in den Proben gefunden und fälschlich als „HIV-Isolate“ bezeichnet wurden.Diese könnten eine Reihe von Faktoren enthalten, die von Eleopulos et al. als die wahrscheinliche Ursache von AIDS erkannt wurden. Der Konsum von Betäubungsmitteln, die Behandlung der Bluterkrankheit, Transfusionen und die Bedingungen, die diese nötig machen, sowie die unterschiedlichen Erscheinungen der Armut in der 3. Welt. Er hat keine Arbeitshypothese dafür, was der „Viruslast“-Test
anzeigen könnte, da er ihn noch nicht untersucht hat. Die Experimente,
die er vorschlägt, würden helfen aufzuklären, was diese Tests
bedeuten.
[1] RA April 1997: Colombian Physician’s Odyssey [2] RA Juni/Juli/August 1997: The Isolation Question - s. http://www.rethinkingaids.com/HomePage/Archive/1997/RA970678IsolationQuestion.html [3] RA November/Dezember 1998: Retrovirus Pioneer Rejects HIV-AIDS Model - s. http://www.rethinkingaids.com/HomePage/Archive/1998/RA981112DeHarvenByPhilpott.html [4] RA Juli 1996: CDC Releases HIV/AIDS Data For 1995:
What HIV/AIDS Epidemic? - s. [5] RA November 1997: The Nushawn Williams Affair - s. http://www.rethinkingaids.com/HomePage/Archive/1997/RA9708NushawnWilliams.html [6] RA Oktober 1996: Viral Load of What? - s. http://www.virusmyth.net/aids/data/chjppcrap.htm
von Paul Philpott Übersetzt von Ilse Lass Die Einschätzung von Giraldos Schlußfolgerungen (siehe oben) setzt ein Verständnis der ELISA- und Western Blot-Methodik voraus. Sowohl ELISAs als auch Western Blots weisen Proteine nach, entweder Antikörper oder Antigene. Antigene sind Fremdproteine wie diejenigen, die zu Viren gehören und auf deren Zerstörung das Immunsystem abzielt. Eine Möglichkeit des Immunsystems, Antigene zu zerstören ist die Produktion von Antikörpern, die daran binden oder sie „neutralisieren". Ein bestimmtes Virus kann etwa zehn verschiedene Proteine enthalten, die dem Imunsystem ausgesetzt werden. Jedes dieser Proteine löst die Produktion verschiedener Antikörperarten aus, genau wie für eine Tür mit zehn Schlössern zehn verschiedene Schlüssel benötigt werden. ELISA steht für Enzyme-Linked Immunosorbent Assay. Spezielle Enzyme, die an die Testproteine gekoppelt sind, bewirken eine Farbreaktion mit einer Intensität, die der Menge des Zielproteins im Serum proportional ist. Western Blots funktionieren ähnlich. Aber im Gegensatz zu den ELISAs, die die verschiendenen Test-Proteinarten zusammenhalten, trennen Western Blots die verschiedenen Testproteinarten entsprechend ihrem Molekulargewicht in verschiedene Banden. Während ein positiver ELISA also anzeigt, daß das Serum Zielproteine enthält, die mit mindestens einem Testprotein reagieren, kann er nicht aussagen, wie viele oder welche Testproteinarten reagiert haben. Western Blots können das. (Das Wort "Western" ehrt den Wissenschaftler, der die Technik entwickelt hat, die zuerst für die DNA verwendet wurde. Die DNA-Methode wird nach dem Nachnamen des Wissenschaftlers "Southern Blot" genannt, und wenn sie für RNA eingesetzt wird, wird die Methode "Northern Blot" genannt.) Diese Tests sind ein preiswerter, leicht durchzuführender Ersatz für die einzige absolute Methode zur Bestimmung, ob ein Mensch aktiv mit einer Mikrobe infiziert ist: die Isolation der Mikrobe aus frischem Patientengewebe. Im Falle einer Mikrobe, die Immunzellen infiziert, was von HIV behauptet wird, würde das die Isolation von HIV aus frischem Blut bedeuten. Die Genauigkeit dieser Tests wird bestimmt, indem erfolgreich positive Ergebnisse bei den Menschen erzielt werden, bei denen die Isolation gelingt (Sensitivität) und indem erfolgreich negative Ergebnisse bei den Menschen erzielt werden, bei denen die Isolation nicht gelingt (Spezifität). Festlegung der Testparameter Obwohl die Reaktion eines einzigen Zielproteins zu einem positiven ELISA-Ergebnis führt, kann es sein, daß ein positiver Western Blot nicht mit jedem Zielprotein reagieren muß – wenn die Daten der Mikrobenisolation zeigen, daß eine bestimmte Kombination positiver Reaktionen übereinstimmt mit einer maximalen Genauigkeit bei der Identifikation von Menschen mit aktiver Infektion und ohne aktive Infektion durch diese Mikrobe. Giraldo betont einen Punkt, den die meisten HIV-Forscher übersehen und der in seiner Untersuchung eine wichtige Rolle spielt: ELISAs und Western Blots sind nicht nur qualitativ (sie zeigen an, ob die Zielproteine im Serum vorhanden sind), sie sind auch quantitativ (sie zeigen an, wie viele Zielproteine im Serum vorhanden sind). Beide können die Menge der Zielproteine in den Seren durch die Intensität der Testreaktionen messen, die als Farbreaktionen sichtbar sind. Die Testvorschriften für ELISA and Western Blot legen fest, welche Farbintensität eine positive Reaktion darstellt und daß die Intensität je nach getesteter Mikrobe variiert. Das führt zu der Frage: Bei welcher Farbintensität sollte eine Reaktion als "positiv" eingestuft werden? Die Antwort liegt wie immer in der Isolation der Mikrobe. Nur die Isolation kann logischerweise die Intensität der Farbreaktion beim ELISA und Western Blot bestimmen, durch die am genauesten unterschieden werden kann, wer eine aktive Infektion mit einer bestimmten Mikrobe hat und wer nicht. ELISAs und Western Blots können entweder Antigene oder Antikörper nachweisen, abhängig davon, was die Testpackung enthält. Antigen-Tests enthalten Antikörper und reagieren, wenn das Serum Antigene enthält (die tatsächlichen Virusproteine im Falle eines Virentests); Antikörpertests enthalten Antigene und reagieren, wenn das Serum Antikörper enthält. Die HIV-Antikörpertests enthalten also die mutaßlichen HIV-Proteine als virale Antigene. Sie reagieren mit den Seren, in denen es Antikörper gibt, die diese Antigene neutralisieren. Was als "der HIV-Test" bezeichnet wird, besteht aus einer Reihe aufeinanderfolgender Antikörpertests, zwei ELISAs gefolgt von mindestens einem Western Blot. Sowohl Antikörper- als auch Antigentests können zuverlässige und gültige Indikatoren viraler Infektionen sein. Doch nur die Virusisolation kann zeigen, ob sie Menschen mit und ohne aktive Virusinfektion genau identifizieren. Es gibt ELISA- und Western Blot-Tests für HIV-Antikörper und für HIV-Antigene. Doch die HIV-Antigentests werden nicht für die Diagnose von HIV-Infektionen verwendet. Wie bei den Fragen, die Giraldo über die ungewöhnlich hohen Verdünnungsstufen für HIV-Tests gestellt hat, hat niemand jemals erklärt, warum HIV-Antigentests nicht für die Diagnose von HIV-Infektionen verwendet werden. Doch die Literatur über die Technik ist sehr deutlich: während viele Menschen aus Risikogruppen, einschließlich der meisten mit "AIDS"-Erkrankungen positiv auf HIV-Antikörper getestet werden, neigen nur diejenigen mit „AIDS“-Erkraknungen auch zu einem positiven HIV-Antigentest (Piatak, Science 259, 1993). Während also HIV-Antikörpertests viele gesunde Menschen als positiv identifizieren, tun Antigentests das nicht. Giraldo sagt, daß auch die Verdünnung des Serums ein berechtigtes Verfahren sein und zu zuverlässigen Resultaten führen kann. Aber wiederum nur, wenn die Verdünnung zur Verbesserung der Genauigkeit durch die Isolation festgelegt wurde.
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