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AIDS und Alternativen Claudia
Mit Einverständnis der Autorin
übernommen aus: |
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Im Sommer 1986 mußte ich wegen einer
schweren Entzündung im Unterleib ins Krankenhaus.
Wenige Tage später rief mich der Chefarzt
wieder zu sich und teilte mir mit, daß der Test positiv
ausgefallen sei und mir noch etwa sieben Monate, höchstens
aber 2 Jahre verbleiben. Ich war erleichtert, konnte aber gar nicht so schnell mit meinen Gefühlen mithalten, um diese Ergebnisse, sowohl das positive als auch das negative, zu verarbeiten. Außerdem trieb mich die Sucht wieder. Ich hatte im Krankenhaus starke Schmerzmittel bekommen und daher keinen Entzug verspürt. Mein Drogenalltag setzte wieder ein und ich vergaß die ganze Geschichte wieder. Als mein damaliger Freund getestet wurde, viel sein Ergebnis positiv aus und hat mich auch davon ausgehen lassen, daß ich auch positiv bin und das negative Ergebnis aus dem Krankenhaus falsch sein mußte. Ich wollte jedoch das Procedere nicht so schnell wieder durchmachen. Ich lebte in der Annahme weiter, positiv zu sein. Drei Jahre lang mißbrauchte ich Heroin, Tabletten, Psychopharmaka, Antidepressiva und Alkohol, aß oft tagelang nichts als ein paar Süßigkeiten und schlief oft für mehrere Nächte nicht. Die Beschaffung der Drogen hielt mich auf den Beinen, ob ich wollte oder nicht. Am Ende mit meinen Kräften, begab ich mich in eine Langzeit- Therapieeinrichtung. Dort wurde mir nahe gelegt, einen erneuten HIV- Test zu machen. Vorsorglich aufgrund meiner Annahme wurde ich schon mal in der Positiven- Gruppe untergebracht. Dort warf man mir vor unfair den anderen gegenüber zu sein, wenn ich den Test nicht mache. Einige Wochen wurde intensiv auf mich eingeredet und mit moralischen Argumenten gearbeitet, bis ich einwilligte. Der Test war positiv. Da saß ich nun und konnte das gar nicht an mich heran lassen, verwirrte mich schon allein mein Gefühlsleben, daß sich durch die fehlenden Betäubungsmittel langsam wieder einstellte.
Ich lernte in der Therapie- Einrichtung meinen
Partner kennen, der ebenso positiv getestet war und eine lange
Zeit schon AZT in hohen Dosen einnahm. Ich las mir den Beipackzettel
durch und beschloß, dieses Mittel niemals zu nehmen, komme
was wolle.
1991 starb dann mein Partner.
Aber was bot sich mir sonst?
Kurz bevor ich mich entschied, ganz clean
zu werden, ließ ich noch einmal einen Bluttest machen. Die
T4 befanden sich in einem Bereich jenseits von tausend. Für
mich Beweis, daß das ganze HIV-Modell bezweifelbar war.
Warum war ich nicht schon tot, wie mir prophezeit worden war,
und das nach dem diesem selbstzerstörerischen Lebensstil? Ich wollte nicht mehr so schlecht mit mir umgehen, wie ich es all die Jahre getan hatte. Ich ließ dennoch einige Zeit vergehen und hielt mich an den hohen T4 Messungen des letzten Tests fest, wollte einige Zeit von HIV und AIDS nichts hören, lesen oder sehen. Meine Ärzte, die ich in dieser Zeit im Akutfall aufsuchte ermahnten mich, mich nicht so gehen zu lassen und die Kontrolluntersuchungen nicht zu vernachlässigen. Die nächste Untersuchung die ich dann durchführen ließ, zeigte miserable Werte an und ich geriet in Panik. Ich hatte Entscheidungen zu treffen, entweder die neue Kombitherapie zu nehmen oder bald zu sterben. Jetzt sei es höchste Eisenbahn und es müsse schnell gehandelt werden, sagte man mir.
Schnelle Lösungen hatte ich mir jahrelang
in die Venen gespritzt Ich suchte nach Alternativen. Das Angebot war nicht groß. Ich fand eine homöopathische Ärztin, die mich sehr unterstützte und einen großen Beitrag dazu leistete, meine Angst zu vermindern. Diese war lange nicht verschwunden, doch gab sie mir zu verstehen, daß mir einige Möglichkeiten zur Verfügung stehen und ich mich nicht von der ganzen Panikmache ergreifen lassen soll. Leicht gesagt, doch gab mir diese Handlungsfähigkeit Mut. Mein Wohlbefinden besserte sich zunehmend. Mein Körper war vergiftet durch Fehlernährung und denn jahrelangen Drogenkonsum und das zeigte sich sehr deutlich an meinem Darm, der so wichtig für das Immunsystem ist. Ich führte eine Darmsanierung durch, änderte meine Ernährung, lernte Reiki, das ich seit Jahren täglich praktiziere.
Letztlich wollte ich auch nicht mein ganzes
neues cleanes Leben auf ein Virus ausrichten. Ich
kramte in meinen Träumen und fand einen ganz alten wieder.
Wollte ich nicht mein Abitur machen? Ich habe neue lang- und mittelfristige Pläne für mein Leben. Zwischendurch folgten immer wieder seelische Einbrüche und die Angst überkam mich. So verwies mich meine homöopathische Ärztin dann doch an die Fachmediziner, denn meine T4 Werte blieben ungleich niedrig. Ich habe zwei Kombi- Therapien begonnen und innerlich das Gefühl gehabt, erst richtig krank zu werden, denn ich war in der Zeit als ich sie nahm viel infektanfälliger als ohne und sie erhöhten auch die für mich so bedeutende Zahl der T4 Helferzellen nur unmerklich. Die beschriebenen Nebenwirkungen machten mir Angst und ich war sehr unglücklich mit dieser Maßnahme, die mein Leben doch verbessern sollte.
Ich hatte schwere Nebenwirkungen, unter deren
Folgen ich heute noch zu Leiden habe, wie zum Beispiel Neuropathien. Ich kann hier nur von mir sprechen. Jeder muß gerade bei solch existentiellen Fragen seinen Weg finden.. Der Glaube spielt für mich eine gewichtige Rolle. Ich glaube eben nicht an die langfristige Lösung in Form von antiretroviralen Mitteln, zumal das Virus, das behandelt werden soll, bisher noch nicht einmal isoliert worden ist, was die Voraussetzung wäre, um von einer Viruserkrankung zu sprechen. Ich bin verantwortlich für meinen Körper und dafür, was ich für meine Gesundheit tun möchte und was nicht. Seit längerer Zeit werde ich mit Akupunktur und chinesischen Kräutern behandelt. Ich habe die Kosten für die Behandlung bei der Krankenkasse beantragt. Der Antrag wurde abgelehnt. Die Kosten der Akupunktur Behandlung betrügen 400 DM im Monat, die Kosten für die Kombi- Therapie belaufen sich auf mindestens 2000.- DM im Monat. Ich bekomme also keine Unterstützung bei der Wahl dessen, was mir gut tut. Auch das warf weitere Fragen auf und ließ mich nur kritischer werden.
Im letzten Jahr habe ich durch einen Zufall
von einer Selbsthilfegruppe gelesen, deren Slogan direkt in mein
Herz traf: Gib der Angst keine Chance. Diese Angst
hat mir die vielen Jahre am meisten zu schaffen gemacht und geschadet. |