Hans-Walter Leonhard

Alles nur ein Irrtum?

Zur Kritik von Peter Duesberg an der AIDS-Forschung und zu seinem alternativen Erklärungsansatz

 

Vorwort - Einführung - Die Lehrmeinung - Medizinisch-virologische Argumente gegen die HIV-AIDS-Theorie - Epidemiologische Argumente gegen die HIV-AIDS-Theorie  - The role of drugs in the origin of AIDS  - Zusammenfassung und Ergebnis  - Zusätze - Anmerkungen - Literatur 

 

Editorische Notiz

Als Peter Rath mir eine Neuauflage der 1992 erschienenen Broschüre "Alles nur ein Irrtum? Zur Kritik von Peter H. Duesberg an der AIDS-Forschung und zu seinem alternativen Erklärungsansatz" (pad-Verlag, Dortmund) vorschlug, zögerte ich zunächst. Meine Bedenken: Einen knapp 10 Jahre alten Text zur HIV/AIDS-Thematik unverändert erneut zu publizieren schien mir angesichts der seitherigen Entwicklungen eher problematisch zu sein; aber diese Entwicklungen zu berücksichtigen würde bedeuten, einen neuen Text zu schreiben.

Nachdem ich jedoch meinen Text selbst nochmals gelesen hatte, gelangte ich zur Einschätzung, daß er nicht nur ein fast schon ‘historischer’ Text ist, der einen bestimmten Entwicklungsstand der Kritik an der HIV-AIDS-Theorie beschreibt, sondern daß er viele Aussagen enthält, die auch durch die Folgediskussionen nicht obsolet wurden. Und daß er deshalb weiterhin als eine gute Einführung in die Position von Duesberg bzw. die Kritik an der HIV-AIDS-Theorie gelten kann.

Also entschloß ich mich zu folgendem Vorgehen:
- Ich streiche einige Abschnitte, vor allem auch mit statistischen Daten, die wirklich überholt sind.
- Ich ergänze den Text, aber nur sehr sparsam, mit einigen aktuellen Hinweisen oder Zitaten.
- Ich schreibe ein neues Vorwort, in dem ich auch kurz auf den Stellenwert der Kontroverse innerhalb der Kritiker eingehe, ob es einen methodisch korrekten Nachweis von HIV gibt.

[Um die neu hinzugekommenen Teile sofort erkennen zu können, habe ich sie - wie diesen Text - gelb hinterlegt.]

 

Vorwort:

Was ist die entscheidende Frage bei der Auseinandersetzung mit der HIV-AIDS-Theorie?

Der erste Satz im ersten Kapitels des 650 Seiten starken Standardwerks "AIDS 2000" lautet "AIDS ist das letzte Stadium einer Infektionskrankheit, die durch das human immunodeficiency virus (im folgenden kurz HIV genannt) hervorgerufen wird."(a) 
Dieser Satz enthält das zentrale Dogma der etablierten HIV-AIDS-Theorie, 

Duesbergs Kritik in den drei AIFO-Aufsätzen von 1989, 1991 u. 1992 (b), die in meinem Text "Alles nur ein Irrtum?" zusammengefaßt wird, enthält hingegen folgende Kernaussagen:
- Die virologischen Daten sprechen dagegen, daß HIV die Krankheit AIDS verursacht.
- Der Krankheitsverlauf und die epidemiologischen Daten sprechen dagegen, daß AIDS eine durch HIV verursachte Infektionskrankheit ist.

1.

Duesberg setzte bei dieser Kritik voraus, daß HIV tatsächlich existiert und bei vielen AIDS-Kranken nachweisbar ist, behauptete jedoch, daß HIV die Krankheit nicht verursacht. Es gebe, wie der Titel des ersten zu referierenden Aufsatzes sagt, zwar eine Korrelation zwischen HIV und AIDS, aber keinen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang.

Inzwischen aber ist innerhalb der Kritiker an der HIV-AIDS-Theorie eine Kontroverse darüber entstanden, ob man zurecht von der Existenz des HI-Virus ausgehen könne. Während Duesberg weiterhin sagt, HIV existiert, ist aber ungefährlich, vertritt die sog. Perth Group um Papadopulos et al. die These, daß es bislang nicht gelungen ist, die Existenz von HIV zu beweisen. Diese These, die inzwischen auch Sänger vertritt,  wurde von Lanka dahingehend ausgeweitet, daß er die Existenz von Retroviren überhaupt bezweifelt. (c)

Welchen Bedeutung hat nun diese Kontroverse bzw. die jeweils eingenommene Position für die Kritik an der HIV/AIDS-Theorie? Meine Einschätzung lautet: Sie hat keine entscheidende Bedeutung, denn beide Positionen führen gleichermaßen zum Ergebnis, daß die These "HIV verursacht AIDS" falsch ist.

Das bedeutet zugleich: Ich halte die virologischen Argumente von Duesberg keineswegs für überholt, sondern weiterhin für zentrale Einwände gegen die virologische Lehrmeinung in Sachen HIV und AIDS. Sogar wenn sich herausstellen sollte, daß HIV in der Tat nicht nachweisbar ist, wären wesentliche Argumente seiner Kritik weiterhin gültig, weil sie eine sogenannte ‘immanente’ Kritik darstellt, die sich auf die Voraussetzungen des Gegners einläßt und ihm auf dieser Grundlage Fehlschlüsse und innere Widersprüche nachweist, um ihn zu widerlegen.

Kleine, formallogische Ergänzung: Man muß vorsichtig sein mit der Aussage "HIV existiert nicht", die man häufig seitens bestimmter Kritiker hört. Man kann sagen und behaupten: "Solange kein stichhaltiger Beweis für die Existenz von HIV vorgelegt wird, gehe ich von der Nicht-Existenz aus." Man kann auch sagen: "Die bisherigen Nachweis bzw. Nachweisversuche von HIV sind unzureichend oder fehlerhaft und beweisen nicht, daß HIV existiert." Aber man kann daraus rein logisch nicht folgern: "HIV existiert nicht". Der Nicht-Beweis der Existenz von X ist keineswegs der Beweis der Nicht-Existenz von X. Die Nicht-Existenz von etwas ist nicht beweisbar!

2.

Welche Reichweite hat die Kritik "HIV ist ungefährlich" bzw. "HIV ist nicht nachgewiesen"? Ist damit das zentrale HIV-AIDS-Dogma insgesamt kritisiert?
Wie bereits zitiert, enthält dieses Dogma zwei Teilaussagen: AIDS ist (a) eine Infektionskrankheit, die (b) durch HIV hervorgerufen wird.

Beide eben benannten Kritik-Positionen, also sowohl "HIV ist ungefährlich" als auch "HIV ist nicht nachgewiesen", führen zur Kritik der Teilaussage (b): "AIDS wird durch HIV hervorgerufen."
Aber damit ist die andere Teilaussage (a): "AIDS ist eine Infektionskrankheit", noch nicht kritisiert, denn es könnte ja sein, daß es irgendein anderes, bislang nicht gefundenes infektiöses Agens gibt. Wenn AIDS tatsächlich die Merkmale einer Infektionskrankheit aufweisen würde, wie die Lehrmeinung behauptet, dann müßte man in der Tat danach suchen!
Das bedeutet: Die Kritik an der vorherrschenden AIDS-Entstehungstheorie ist nicht dadurch abgeschlossen, daß man HIV für ungefährlich hält oder die vorgelegten HIV-Nachweise für ungültig erklärt. Zusätzlich muß der Nachweis geführt werden, daß die erworbene Immunschwäche AIDS nicht die Merkmale einer Infektionskrankheit besitzt.
Umgekehrt gilt jedoch: Wenn nachgewiesen werden kann, daß AIDS keine Infektionskrankheit ist, dann ist damit zugleich auch die andere (Teil)Aussage widerlegt, AIDS werde durch HIV hervorgerufen. Es mag dann noch eine spannende Frage für die (Retro)Virologie bzw. die Kritik an ihr sein, ob HIV tatsächlich existiert oder nicht existiert, aber mit AIDS hat das dann nichts mehr zu tun. 

Aus diesen Gründen halte ich die Frage: "Ist AIDS wirklich eine Infektionskrankheit?" für die zentrale und entscheidende Frage in der Auseinandersetzung mit der Lehrmeinung über AIDS, nicht etwa die Frage nach der Gültigkeit von HIV-Nachweisen.

Um jedoch zu prüfen, ob AIDS eine Infektionskrankheit ist, muß geklärt werden: Entspricht das übliche Erscheinungsbild und der übliche Krankheitsverlauf bei AIDS-Patienten den charakteristischen Merkmalen einer Infektionskrankheit?
Und da AIDS ja als ‘Epidemie’ oder ‘moderne Seuche’ gilt: Entspricht die Ausbreitung der Krankheit und die Verteilung der Krankheitsfälle in der allgemeinen Bevölkerung den charakteristischen Merkmalen einer epidemisch auftretenden Infektionskrankheit bzw. Seuche?

Zu beiden Fragekomplexen bieten die genannten Duesberg-Texte viele weiterhin gültigen Daten und Argumente. Zudem enthalten sie Argumente für seinen eigenen Erklärungsansatz: AIDS sei vor allem eine ‘Vergiftungskrankheit’ und werde vor allem durch den Mißbrauch von Drogen und Medikamenten verursacht.

Zusatz: 
Auch bei den praktischen Konsequenzen, die aus der jeweiligen Kritik folgen, macht es keinen Unterschied, ob man eher der Duesberg- oder der Papadopulos-Position zuneigt. Denn, wie der Nobelpreisträger Kary Mullis einmal sagte: "Der menschliche Körper ist voll von Retroviren. Wir wissen nicht, ob es hunderte, tausende oder hunderttausende sind. Wir haben erst vor kurzem begonnen, sie zu erforschen. Aber sie haben bisher niemals irgendjemand getötet. Die Menschen haben immer mit Retroviren überlebt." Ob man also annimmt: 'HIV gibt es nicht', oder ob man annimmt: 'HIV gibt es zwar, aber es hat keinerlei krankmachende Potenz' - in beiden Fällen braucht man sich zwecks HIV keinerlei Sorgen zu machen. Und in beiden Fällen gibt es kein Argument für eine antiretrovirale Therapie, um HIV zu bekämpfen. (d)

Anmerkungen

(a) Kamps, Bernd Sebastian, Hans-Reinhard Brodt, Eilke Brigitte Helm: AIDS 2000, S. 23 ( http://hiv.net/2010/aids2000.htm )

(b) Duesberg, Peter: HIV und AIDS: Korrelation, aber nicht Ursache. In: AIDS-FORSCHUNG, Heft 3/1989 (= a)
Ders.: AIDS-Epidemiologie: Widersprüchlichkeiten zur Annahme einer HIV-Ätiologie und Infektionskrankheit. In: AIDS-FORSCHUNG, Heft 6/1991
Ders.: Die Rolle von psychoaktiven Drogen und Medikamenten bei AIDS. The Role of Drugs in the Origin of AIDS. In: AIDS-Forschung (AIFO) Heft 12/1992

(c) Zur Kontroverse Duesberg /Papadopulos et al. / Lanka vgl. http://www.virusmyth.net/aids/award.htm
Zur Position von Sänger vgl. sein Geleitwort zu Michael Leitner: Mythos HIV. Eine kritische Analyse der AIDS-Hysterie. Absurde Statistiken, schlampige Virusnachweise, untaugliche Tests und illegale Medikamente. Verlag videel, ISBN 3-935111-28-2.

(d) Vgl. dazu auch Claus Köhnlein: Die große Illusion. Das Dilemma der antiretroviralen Therapie HAART* aus einem kritischen Blickwinkel

[Leonhard 2001]

 

 

Alles nur ein Irrtum?

Man sollte sich nicht vor HIV fürchten,
sondern vor den Drogen. (Duesberg)

Einführung

Wenn man im Bekanntenkreis fragt: Wo liegen die Probleme bei der AIDS-Forschung?, dann kommt meist die Antwort: Bei der Suche nach einen Impfstoff bzw. einem Medikament und bei der Frage nach der Herkunft von HIV (Afrika?). Daß die Krankheitsentstehung noch völlig unbegriffen ist, wissen nur wenige - in den meisten sexualpädadogischen Büchern oder den Lehrmaterialen für die Schulen beispielsweise wird so getan, als sei alles geklärt. Die kritische Position von Peter Duesberg, »a thorn in the flesh of the AIDS establishment« (Brown 1991, S. 10), ist in Deutschland weithin unbekannt, da in den allgemeinen Medien kaum darüber berichtet wird. Im SPIEGEL, der doch regelmäßig und ausführlich über AIDS schreibt, wurde er jahrelang völlig übergangen. In der ZEIT wurde beispielsweise John Maddox, der Chefredakteur der bedeutenden britischen Wissenschaftszeitschrift Nature, abgekanzelt, weil er Peter Duesberg als einen weitsichtigen Genius gelobt habe, der in seinem Kampf gegen die offizielle Lehrmeinung leider auch von Nature Prügel bezog. Der ZEIT-Autor spricht von einem »Kotau«, einem »Kommentar mit glühendem Griffel« und wirft Maddox vor, er habe »Gespenster exhumiert, die besser in der Versenkung geblieben wären: die Thesen Peter Duesbergs« - ohne auch nur ein einziges Argument von Duesberg zu erwähnen, geschweige denn zu kritisieren. (1)

Wenn man jedoch die Argumente von Duesberg nicht kennt, dann mutet seine zentrale These in der Tat abstrus an, denn sie lautet schlicht und einfach: Die HI-Viren sind nicht die Ursache von AIDS! Jahrelange öffentliche Kampagnen unter dem Motto »Gib AIDS keine Chance« mit den Empfehlungen zu sexueller Treue, zur Benutzung von Kondomen, zu freiwilligen HIV-Tests, zur Benutzung von Einwegspritzen beim Drogengebrauch; erschreckende Szenarien über die künftige Durchseuchung der (Welt)Bevölkerung samt Kosten für das Gesundheitswesen und wirtschaftlichen Einbußen; didaktisch aufbereitete Lehrfilme, wie raffiniert die Viren das Immunsystem lahmlegen; Millionen von Plastikhandschuhen in deutschen Autos - dies und vieles andere mehr soll falsch, überflüssig oder ein Irrtum gewesen sein?

Wenn Duesberg mit seiner Kritik an der HIV-AIDS-Theorie recht behält, dann ergeben sich in der Tat weitreichende Konsequenzen - auch für die (sozial)pädagogische Praxis, für die Gesundheitserziehung, die Sexualerziehung, die Drogenarbeit, den Umgang mit HIV-Positiven und AIDS-Kranken u.a.m. Dies gilt noch mehr, wenn er auch mit seinem alternativen Erklärungsversuch recht hat ...

Um wen handelt es sich eigentlich bei diesem Kritiker der etablierten AIDS-Forschung? Peter Duesberg ist Professor an der molekularbiologischen Abteilung der University of California in Berkeley und war in den 70iger Jahren maßgeblich am amerikanischen »Kampf-dem-Krebs« Programm beteiligt, in dem vor allem auch Viren untersucht wurden. Er gilt als einer der führenden amerikanischen Molekularbiologen mit weltweitem Renommee - zumindest bis zu seinem 'Sündenfall' 1987 (s.u.). Wissenschaftlichen Ruhm erlangte er in Fachkreisen vor allem durch seine Entdeckung der Onkogene, kleinsten krebserregenden Teilen des genetischen Materials, und durch die Entwicklung der heute üblichen Virus-Analyse-Verfahren. Die hohe fachliche Kompetenz dieses Wissenschaftlers, der schon 20 Jahre in der Virus-Forschung tätig ist und die heute üblichen Virus-Analyse-Verfahren entwickelte, wird auch von seinen wissenschaftlichen Kontrahenten nicht in Frage gestellt (vgl. Kurth 1989, S. 507: »ein hervorragender molekularbiologisch arbeitender Virologe«). 

Seit 1987 kritisiert er in Vorträgen und Aufsätzen vehement die Annahme, daß AIDS durch das HI-Virus verursacht werde; drei Aufsätze erschienen auch in der deutschen Fachzeitschrift AIDS-Forschung (AIFO). Da nur eine genauere Kenntnis seiner Position ein Urteil über sie ermöglicht, soll seine Kritik an Hand dieser Aufsätze relativ ausführlich dargestellt werden. (2)

Zu aktuellen Informationen über den Lebensweg von P. Duesberg, seine Ächtung seitens der orthodoxen Virologie und seine neue Krebs-Theorie vgl. den Arikel in Scientific American:
Dissident or Don Quixote? Challenging the HIV theory got virologist Peter H. Duesberg all but excommunicated from the scientific orthodoxy. Now he claims that science has got cancer all wrong.
Scientific American: August 2001
(Falls die Seite nicht mehr im Netz steht, finden Sie hier eine Kopie.)
[Erg. Leonhard 2001]

 

Die Lehrmeinung

Vor der Wiedergabe der Texte von Duesberg will ich einige Tatsachen und Aussagen der Lehrmeinung in Erinnerung rufen (3), die das Verständnis seiner Kritik an der HIV-AIDS-Theorie erleichtern können.

AIDS-Erkrankungen wurden erstmals zu Beginn der 80iger Jahre beobachtet, vor allem bei Homosexuellen in Kalifornien und New York. Bei der Suche nach den Ursachen gelang es 1983 (Montagnier) bzw. 1984 (Gallo), das HI-Virus bei AIDS-Kranken zu isolieren. »Im April 1984 verkündete das amerikanische Gesundheitsministerium, daß HIV die Ursache von AIDS sei; zu gleicher Zeit wurde ein Antikörpertest für HIV ... von Gallo et al. zum Patent gemeldet. All das geschah, bevor auch nur eine einzige amerikanische Studie über HIV veröffentlicht war« (1991, S. 300) (4).

1. AIDS bedeutet erworbenes Immunmangelsyndrom (Acquired Immune Deficiency Syndrome). Ein Syndrom ist ein »Krankheitsbild, das sich aus dem Zusammentreffen verschiedener charakteristischer Symptome ergibt« (Duden). Als die charakteristischen Symptome dieses Krankheitsbildes gelten:

- Eine gravierende Schwäche des Immunsystems, die nicht auf angeborenen Defekten beruht, sondern erworben wurde. Sie ist gekennzeichnet durch die starke Abnahme einer bestimmten Art weißer Blutkörperchen, der T4-Zellen, die vor allem für den Schutz gegen Krankheitskeime zuständig sind.

- Auf Grund dieser Schwäche können Krankheiten zum Tod führen, die bei intaktem Immunsystem nicht vorkommen oder wieder ausheilen. Dabei kann es sich z.B. um sog. opportunistische Infektionen handeln, bei der sonst eher ungefährliche Erreger (Bakterien, Pilze, Parasiten, Viren) nicht mehr abgewehrt werden können, oder um sonst ungewöhnliche Tumorerkrankungen. Insgesamt sind knap 30 untereinander nicht verwandte Krankheiten in diesem Sinne AIDS-Indikator-Krankheiten.

- Als Ursache der Immunschwäche gilt eine Infektion durch HIV (Human Immunodeficiency Virus, anfangs auch als LAV/HTLV-III bezeichnet). Das HI-Virus benutzt als Wirtszellen vor allem auch die T4-Zellen.

(Viren können sich nicht aus eigener Kraft vermehren, sondern benötigen dazu andere Zellen. 'Freie', im Blut befindliche Viren, dringen in geeignete Wirtszellen ein und benutzen die Gene der Wirtszelle zu ihrer eigenen Replikation (Verdopplung, Vermehrung). Die neu entstandenen Viren werden dann wieder aus der Wirtszelle herausgeschleust. Die zytoziden Viren töten bei diesem Vorgang ihre Wirtszellen. Andere Viren benutzen ihre Wirtszellen dauerhaft; die Wirtszellen können dann ihre ursprüngliche Aufgabe nicht mehr erfüllen und beginnen in bestimmten Fällen zu entarten und wuchern. Viren können auch inaktiv sein, d.h. als freie Viren keine Zellen angreifen oder in die Wirtszelle integriert, aber dabei symptomlos sein.)

2. Eine Infektion mit HIV kann nur durch Kontakt des Virus mit Blut erfolgen, und zwar vor allem

»- bei homosexuellen oder heterosexuellen Geschlechtsverkehr durch Schleimhautverletzungen,
- bei gemeinsamer Benutzung von mit Blut verunreinigten Injektionsbestecken durch Drogenabhängige,
- bei therapeutischer Verabreichung von mit HIV verunreinigten Blut oder Blutprodukten und
- bei der transplazentaren oder perinatalen Übertragung des Virus in infizierten Müttern auf Neugeborene.« (DIFF 1987, S. 34)

Nach einer HIV-Infektion können Symptome auftreten, die dem Pfeifferschen Drüsenfieber (Mononukleose, vgl. DIFF 1987, S. 25) ähnlich sind z.B. Fieber, Muskelschmerzen, Reizung der Rachenschleimhäute, Lymphknotenschwellung u.a.m. Wenn diese Symptome auftreten, bilden sie sich innerhalb weniger Wochen vollständig zurück. Einige Wochen nach einer Infektion mit HIV sind in der Regel spezifische Antikörper gegen das Virus nachweisbar. Im HIV-Antikörpertest wird nach solchen Antikörpern gesucht; ihr Vorhandensein gilt als Indiz für das Vorhandensein von HIV.

Außer den eben beschriebenen kurzfristigen Symptomen folgt nach einer Infektion in der Regel ein längerer Zeitraum ohne jede spezifische Krankheitssymptomatik. Seine Dauer ist nicht vorhersagbar; als Durchschnitt werden etwa 10 Jahre angenommen. Die eigentliche Krankheit beginnt mit einem in der Symptomatik sehr heterogenen Vorstadium (AIDS Relatet Complex; ARC), aus dem sich das AIDS-Vollbild entwickelt. Dieses ist gekennzeichnet durch den »nahezu vollständigen Zusammenbruch der immunologischen Abwehrfähigkeit« (DIFF 1987, S. 27) und durch das Auftreten einer der AIDS-Indikator-Krankheiten.

An diesen zentralen Aussagen über HIV und AIDS hat sich seitens der Lehrmeinung nichts Gravierendes geändert. Auch die Frage, wie HIV eigentlich die Immunschwäche herbeiführen kann, ist weiterhin ohne allgemein akzeptierte Antwort seitens der etablierten Virologie. 
Vgl. dazu:  Patienten-Information. Eine Textserie von Christian Hoffmann. http://hiv.net/2010/patinfo.htm . Einige Zitate daraus:

"AIDS ist die Abkürzung für 'acquired immune deficiency syndrom' und heißt zu deutsch erworbenes Immunschwächesyndrom. ... AIDS zu haben bedeutet, als HIV-infizierter Mensch irgendwann eine AIDS-definierende Erkrankung erlitten zu haben.  ...
Erst im Zuge der AIDS-Epidemie wurde die eigentliche Bedeutung dieser Helferzellen erkannt. ... Wenn die Helferzellen vermindert sind oder gar fehlen, kann das Immunsystem seine lebenswichtigen Aufgaben nur noch unzureichend wahrnehmen. ...
Der für die HIV-Infektion so charakteristische, über die Jahre kontinuierlich fortschreitende Abfall der Helferzellen, der letztlich in einem fast vollständigen Verlust dieser so zentralen Steuerelemente des menschlichen Immunsystems endet, ist in der Medizin einzigartig. 
Wie es im Detail zu diesem bereits Anfang der 80er Jahre erkannten Phänomen kommt, ist allerdings bislang keineswegs umfassend geklärt." (Hvhb. Le.)

[Erg. Leonhard 2001]

 

Medizinisch-virologische Argumente gegen die HIV-AIDS-Theorie

(vgl. den Artikel: HIV und AIDS: Korrelation, aber nicht Ursache)

Die wohl schwerwiegensten Argumente von Duesberg gegen die HIV-AIDS-Theorie lauten (5):

»HIV kann den Untergang von T-Zellen und den klinischen Verlauf von AIDS nicht erklären« (1989a, S. 117).

»AIDS trotz minimaler Aktivität von HIV« (1989a, S. 119).

Die Schwächung des Immunsystems bei AIDS wird auf eine Infektion der T4-Zellen durch HIV zurückgeführt. Um viele T-Zellen befallen zu können müßten viele freie HI-Viren vorhanden sein. Duesberg stellt fest: »Jedoch ist kein freies Virus bei den meisten und nur sehr wenig bei einigen Personen mit AIDS oder bei symptomlosen Trägern zu finden« (1989a, S. 117).
Viren rufen gewöhnlich dann eine Krankheit hervor, wenn sie mehr Zellen zerstören oder umfunktionieren, als der Körper erübrigen oder regenerieren kann. Aber: »Paradoxerweise ist HIV äußerst inaktiv, selbst wenn es die tödliche Immundefizienz erzeugen soll« (1989a, S.  119). HIV ist vor, bei und nach Ausbruch der Krankheit nur in höchstens 0,1 % der T4-Zellen nachweisbar, auch bei schwerstkranken Patienten. Außerdem: HIV benötigt zur Replikation, bei der nach der Lehrmeinung seine Wirtszelle (T4-Zellen) zerstört wird, zwei Tage. Während dieser Zeit regeneriert der Körper etwa 5 % seiner T4-Zellen - mehr als genug, um den angeblichen Verlust durch HIV auszugleichen.

Diese im Lichte der HIV-AIDS-Theorie sehr merkwürdigen Sachverhalte und die Probleme, zu denen sie führen, werden auch von der Lehrmeinung gesehen. So räumte beispielsweise Prof. Karin Mölling vom Max-Planck-Institut für molekulare Genetik in Berlin in einem Streitgespräch mit Duesberg ein: »Die geringe Aktivität des Virus ist tatsächlich ein Problem, das wir noch untersuchen und verstehen lernen müssen. Es stimmt: Nur etwa eine von 10000 weißen Blutzellen ist bei HIV-Trägern infiziert. Bei diesem geringfügigen Prozentsatz ist es schwierig zu erklären, wie die Viren den Immundefekt verursachen« (Duesberg/Mölling 1990, S.102). Prof. Dr. Reinhard Kurth vom Paul Ehrlich Institut (Bundesamt für Sera und Impfstoffe) sagt: »Auf welche Weise die HIV-Infektion letztlich zur Immunsuppression führt, bleibt derzeit ein noch weitgehend ungelöstes Rätsel« (Kurth 1989, S. 508). Als letztes Beispiel sei noch ein Übersichtsartikel über den Stand der AIDS-Forschung erwähnt: »Bis zum heutigen Tag hat niemand herausgefunden, weshalb das Virus eigentlich das komplette Immunsystem lahmlegt, obwohl es nur an wenigen Stellen zuschlägt. ... So hißt der Immunologe Peter Krammer vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg bei der Frage nach den molekularen und zellulären Krankheitsabläufen ohne Umstände die weiße Flagge: "Im Falle von AIDS haben wir eine vollkommen ungeklärte Krankheitsentstehung. Vor allem verstehen wir nicht, wie so wenig Virusinfektion so viel T-Zell-Tod verursachen kann"« (Zell 1990, S. 62).

Während die zitierten Mölling, Kurth und Krammer angesichts der minimalen HIV-Aktivität von einem ungelösten Problem sprechen, geht Duesberg einen Schritt weiter und behauptet: »Also kann HIV keine ausreichende Ursache von AIDS sein« (1989a, S. 119). Dabei stützt er sich nicht nur auf die oben benannten Sachverhalte, sondern auch auf weitere Tatsachen und Überlegungen, die nun auszugsweise wiedergegeben werden sollen. (6)

»AIDS entwickelt sich trotz antiviraler Immunität« (1989a, S. 120).

Viren sind normalerweise nur solange pathogen (krankheitserregend), bis das Immunsystem Antikörper entwickelt. Die Antikörper sind bei allen bekannten Viren Zeichen einer erfolgreichen Abwehr der Viren und bilden einen Schutz gegen gleiche oder ähnliche Viren. »Paradoxerweise soll HIV AIDS definitonsgemäß erst Jahre nach Entwicklung einer sehr aktiven antiviralen Immunität erzeugen« (1989a, S. 120). HIV wäre demnach das erste bekannte Virus, das eine Krankheit gerade nach dem Entstehen der Antikörper erzeugt - und dabei zudem (s.o.) weiterhin so inaktiv ist wie in der Latenzperiode bei symptomlosen Trägern. Dieses Paradox wird in der Lehrmeinung häufig dadurch zu erklären versucht, daß im Falle HIV die Abwehr trotz der Antikörper nicht funktioniere, weil HIV während der Latenzzeit mutiere und dadurch von den Antikörpern nicht mehr angegriffen werden könne. Duesberg wendet ein:

a) Es gebe in der Literatur keinen Bericht über eine HIV-Mutante, die bei einem AIDS-Patienten in so großer Anzahl auftrete, daß ein Scheitern des Immunsystems erklärbar wäre.
b) Bei allen anderen bekannten Retroviren würden ebenfalls Mutationen vorkommen ohne daß sie dadurch den vorher gebildeten Antikörpern entkämen. Deshalb sei es unwahrscheinlich, daß durch eine Mutation HIV sich so weit verändere, daß die Antikörper wirkungslos würden.

»Intervalle von 2-15 Jahren zwischen HIV-Infektion und AIDS sind nicht mit einer HIV-Replikation vereinbar« (1989a, S. 120).

Normalerweise erzeugen sowohl zytozide (zelltötende) als auch Retroviren Krankheiten innerhalb von 1-2 Monaten nach der Infektion. Da HIV sich innerhalb von 2 Tagen vermehrt und meist nach etwa 1-2 Monaten Antikörper auftreten, »sind die langen und in ihrer Dauer nicht vorhersehbaren Intervalle zwischen HIV-Infektion und AIDS, die sich über 1-15 Jahre erstrecken, äußerst seltsam« (1989a, S. 120). Möglicherweise sei sogar die dem Drüsenfieber ähnliche Krankheit, die gelegentlich nach der Infektion und vor dem Ausbilden der Antikörper beobachtet werde (s.o.), »die wahre HIV-Krankheit« (1989a, S. 120). (7)

»Das Paradox, daß HIV, ein nicht zytozides Retrovirus, durch T-Zell-Zerstörung AIDS erzeugen soll« (1989a, S. 121).

Im Unterschied zu den zytoziden Viren, die bei ihrer Vermehrung die Wirtszellen zerstören, töten die Retroviren bei ihrer Replikation ihre Wirtszellen nicht ab. Nun wird in der Lehrmeinung behauptet, daß HIV, obwohl es ein Retrovirus ist, sich wie ein zytozides Virus verhält und durch Tötung der T4-Zellen die Immunschwäche hervorruft. Aber: Ein Nachweis, daß HIV-infizierte Zellen tatsächlich absterben, ist bislang nicht gelungen, sondern: »Es ist typisch für Retroviren, daß HIV seine Wirtszellen nicht tötet« (1989a, S. 121). Daraus folgt für Duesberg, »daß HIV nicht einmal fähig ist, die wenigen T-Zellen zu zerstören, die es bei AIDS infiziert« (1989a, S. 121).

»HIV: Ein gewöhnliches Retrovirus ohne AIDS-Gene« (1989a, S. 121).

Die Dauer zwischen der Infektion mit HIV und dem Auftreten der Krankheit ist für Retroviren völlig ungewöhnlich. Dies wird in der Lehrmeinung häufig dadurch zu erklären versucht, daß HIV spezifische Gene enthalte, die die krankheitserregende Fähigkeit von HIV zunächst unterdrücken bzw. erst später hervorrufen. Duesberg entgegnet:
Die genetische Struktur von HIV gleiche dem aller anderen Retroviren; die bei HIV neu entdeckten Gene seien »wohl eher das Ergebnis neuer Genanalysetechniken als HIV-spezifische retrovirale Information« (1989a, S. 122); analoge Gene seien inzwischen auch bei anderen, nicht AIDS hervorrufenden Viren gefunden worden.

»Evolutionäre Argumente gegen 'AIDS-Viren'« (1989a, S. 122).

Es wurden bisher zwei Retroviren gefunden, die AIDS hervorrufen sollen, HIV-1 und HIV-2. Sie unterscheiden sich zu 60 % in ihrer Nukleotidsequenz. Es sei evolutionär gesehen äußerst unwahrscheinlich, daß sich solche Unterschiede innerhalb der letzten 20 - 100 Jahre entstehen konnten, wie in der AIDS-Forschung angenommen wird. Außerdem sei es ebenso unwahrscheinlich, daß sich Viren entwickeln, die ihren einzigen (!) natürlichen Wirt mit 50 - 100 %iger Wirksamkeit töten, da dies ja immer zugleich auch ihr eigenes Ende bedeutet.

Epidemiologische Argumente gegen die HIV-AIDS-Theorie

(Vgl. den Artikel: AIDS-Epidemiologie: Widersprüchlichkeiten zur Annahme einer HIV-Ätiologie und Infektionskrankheit)

Als Antwort auf diese verschiedenen Argumente gegen die HIV-AIDS-Theorie wurde, so Duesberg, erwidert, »daß die Virushypothese nicht mit orthodoxer Virologie, auf Grund bekannter genetischer und biochemischer Eigenschaften des HIV, verteidigt werden kann«, und behauptet, »daß epidemiologische Evidenz die Virus-AIDS-Hypothese rechtfertigt« (1991, S. 300). Diese angebliche Evidenz durch die Daten über die Verbreitung von HIV einerseits und AIDS andererseits stellt er u.a. durch die kritischen Analysen in Frage, die jetzt referiert werden sollen.

Zwei Probleme bei der Interpretation der epidemiologischen Daten sollen vorweg benannt werden: a) Es gibt keine statistisch verwertbaren Zahlen über das Vorkommen der AIDS-Indikatorkrankheiten bei Patienten, die den Risikogruppen angehören, aber HIV-frei sind. b) Es gibt ebenfalls keine Zahlen über das Vorkommen der AIDS-Indikatorkrankheiten in der Gesamtbevölkerung. Der Grund liegt darin, daß über das Auftreten dieser Krankheiten ohne HIV keine Meldungen an zentrale Behörden erfolgen.

»Keine absoluten Korrelationen zwischen HIV und AIDS« (1991, S. 300).

Wenn HIV die Ursache von AIDS ist, dann muß eine HIV-Infektion bei allen Infizierten mit gleicher statistischer Wahrscheinlichkeit, also nicht beeinflußt durch ihr Geschlecht, ihre Nationalität usw., zum Ausbruch der Krankheit führen. Aber:

1. »Das AIDS-Risiko infizierter Personen variiert 10- bis 65-fach mit ihrer Nationalität« (1991, S. 300).

In den USA haben seit 1985 etwa 10 % der HIV-Träger AIDS entwickelt, aber nur 0,8 % in Uganda und nur 0,15 % in Zaire. Solche Unterschiede sind mit der Annahme, daß HIV die Ursachen von AIDS ist, nicht vereinbar. Die Folgerung von Duesberg: Es muß länderspezifische Krankheitsursachen für AIDS geben.

2. »Die AIDS-Risiken amerikanischer HIV-Träger differieren etwa 10-fach je nach Geschlecht« (1991, S. 300).

Von der amerikanischen Armee wurden seit 1985 über eine Million männlicher und weiblicher Rekruten im Alter zwischen 17 und 19 auf HIV-Antikörper untersucht. Bei beiden Geschlechtern waren dabei, jedes Jahr gleichbleibend, jeweils 0,03 % antikörperpositiv. Bei den AIDS-Fällen der 17 - 24jährigen jedoch gibt es zehnmal mehr Männer - dies ist mit der HIV-AIDS-Theorie nicht vereinbar. Und von diesen Männern waren 95 % entweder intravenöse Drogenbenutzer oder homosexuell - eine Beobachtung, die allgemein gilt:

3. »Abnormale Gesundheitsrisiken korrelieren direkt mit der Häufigkeit von AIDS-Krankheiten« (1991, S. 301).

Die vorliegenden Zahlen zeigen: 96 % der amerikanischen AIDS-Patienten gehören zu den Risikogruppen (Homosexuelle, Drogenbenutzer, Bluter). Die Häufigkeit, mit der bestimmte AIDS-Indikator-Krankheiten auftreten, ist in den jeweiligen Risikogruppen unterschiedlich. Daraus kann man laut Duesberg schließen, daß AIDS durch Krankheitsursachen entsteht, die mit den Lebensweisen bzw. -bedingungen der Risikogruppen verbunden sind. Für die restlichen 4 %, die keiner Risikogruppe angehören, gilt: Es handelt sich dabei um 6000 HIV-Infizierte Menschen, die in den USA (also einem Land mit 250 Mill. Einwohnern) innerhalb der letzten 10 Jahre an einer der 25 AIDS-Indikatorkrankheiten erkrankt sind. Um klären zu können, ob hier (wahrscheinlich) HIV die Ursache ist, müßte man vergleichen: Ist bei HIV-Positiven, die keiner Risikogruppe angehören, die Wahrscheinlichkeit, an einer der AIDS-Indikator-Krankheiten zu erkranken, signifikant größer als bei HIV-Negativen? Über die entsprechenden Erkrankungen bei HIV-Negativen liegen jedoch keine statistisch verwendbaren Zahlen vor - aus den o.g. Gründen.

Für Afrika gilt, am Beispiel Uganda: Von 1986-1989 erkrankten jährlich etwa 0,2 % der HIV-Positiven (in Zahlen: etwa 2000 von einer Million) an AIDS. 90 % dieser AIDS-Patienten leiden an Indikatorkrankheiten wie slim disease (krankhafte Abmagerungen), Fieber, Diarrhoe (krankhafter Durchfall), Tuberkulose. Das sind in Afrika häufig vorkommende Krankheiten. Um zu klären, ob diese Krankheiten bei HIV-Positiven häufiger vorkommen als in der sonstigen Bevölkerung, müßte man sie mit den entsprechenden Erkrankungszahlen bei HIV-Negativen vergleichen. Darüber gibt es jedoch keine Erhebungen.

- Zur Frage nach AIDS bei Blutern: Da dieses Problem durch Berichte in den Medien über gravierende Versäumnisse bei der Kontrolle von Blutpräparaten nach HIV verstärkte Aufmerksamkeit gefunden hat, soll es etwas ausführlicher behandelt werden.

Bei der Bluterkrankheit (Hämophilie) fehlt im Blut der sogenannte Blutfaktor VIII, der für die Blutgerinnung notwendig ist. Die Folge sind unter anderem: Schon durch leichten Stoß oder Druck können Blutergüsse entstehen, Schnittwunden und Verletzungen bluten sehr lange und Stürze können zu schweren inneren Blutungen führen. Die Krankheit kann nicht geheilt werden; nachdem noch vor zwanzig Jahren Bluter selten älter als 15 Jahre wurden, hat sich inzwischen durch verbesserte Behandlungsmethoden ihre durchschnittliche Lebenserwartung auf bis zu 50 Jahre verlängert (Duesberg/Mölling 1990). Bei der Behandlung werden neben Blutübertragungen vor allem konzentrierte Präparate mit dem Blutfaktor VIII gespritzt, der aus dem Bluteiweiß vieler gemischter Blutspenden herausgefiltert wird. Diese Blutpräparate waren Anfang der achtziger Jahre oft mit HIV infiziert; erst ab Oktober 1985 durften in Deutschland nur noch Präparate in den Handel gebracht werden, bei denen möglicherweise vorhandene HI-Viren inaktiv gemacht wurden. Auch in Frankreich oder den USA setzten diese Kontrollen so spät ein, daß sehr viele Bluter mit HIV infiziert wurden.

Duesberg berichtet, daß in den USA ca. 75 % der etwa 20.000 schwer Blutkranken HIV-positiv sind, viele von ihnen wahrscheinlich seit mehr als 10 Jahren. Da HIV nach ca. 10 - 11 Jahren zu AIDS führen soll, müßte inzwischen eine große Zahl von Todesfällen eingetreten sein - aber: in den Jahren 1988, 1989, 1990 starben in den USA jährlich nur etwa 2 % mit einer AIDS-Diagnose. Duesberg macht zudem darauf aufmerksam, daß bei häufigen Bluttransfusionen oder Behandlungen mit Blutprodukten das Immunsystem durch das Fremd-Eiweiß geschwächt wird (Duesberg/Mölling 1990, S. 104) und folgert: »Das geringe Auftreten von AIDS-artigen Krankheiten spiegelt wahrscheinlich normale, durch Hämophilie bedingte Krankheit und Sterblichkeit unter dem neuen Namen AIDS wieder« (1991, S. 301). Bemerkenswert sei in diesem Zusammenhang auch, daß es keinen einzigen Bericht aus irgend einem Land gibt, nach dem die Sterblichkeit von Hämophilen durch eine große Zahl HIV-Infizierter zugenommen hat. Die Zahlen aus Deutschland (8) bestätigen diesen Befund: In Deutschland gibt es ca. 4000 - 6000 Bluter; die Angaben über die vor der Einführung der Kontrolle mit HIV infizierten Bluter schwanken zwischen 50 % und 90 %. Nach den Zahlen des BGA erkrankten bis 31.12.1991 insgesamt 314 Bluter an AIDS, davon 27 in den letzten 12 Monaten; mit der Diagnose AIDS starben insgesamt 180 Bluter. Auch in Deutschland gibt es keine vergleichenden Studien über das allgemeine Krankheitsrisiko von HIV-positiven und HIV-negativen Blutern, durch die die Frage genauer geklärt werden könnte, ob eine HIV-Infektion ein erhöhtes Krankheitsrisiko bedeutet!

- Zum Problem von Bluttransfusionen (bei Nicht-Hämophilen): Auch hier gibt es nach Duesberg keine kontrollierte Studie, ob ein vergleichsweise erhöhtes Krankheitsrisiko vorliegt, wenn bei der Bluttransfusion HIV mit übertragen wurde. Außerdem ist das allgemeine Krankheitsrisiko dieser Menschen außerordentlich hoch: 50 % sterben innerhalb eines Jahres und 60 % innerhalb von drei Jahren nach der Transfusion, also lange vor dem Zeitraum, den HIV für die Verursachung von AIDS benötigen soll. Der Schluß von Duesberg: »Die pathogenen [krankheitsverursachenden] Bedingungen, die die Transfusion erforderlich machten, sind offenbar tödlicher als das hypothetische Pathogen HIV« (1991, S. 301).

4. »AIDS-Indikatorkrankheiten ohne HIV in allen Risikogruppen« (1991, S. 302).

Verschiedene Studien belegen, daß eine schwere Immunschwäche in Verbindung mit AIDS-Indikatorkrankheiten in allen Risikogruppen auch ohne HIV vorkommt. Daraus folgert Duesberg, »daß HIV für diese Krankheiten nicht nötig ist - außer für ihre Diagnose als AIDS« (1991, S. 302). (9)

»Diskrepanzen zwischen AIDS und Infektionskrankheit« (1991, S. 302).

1. »Zehnfache Präferenz für Männer bei Krankheiten, die nicht männerspezifisch sind« (1991, S. 302).

Obwohl keine der AIDS-Indikatorkrankheiten männerspezifisch ist, auch nicht die in den USA dominierenden, sind in den USA zu 95 % Männer betroffen. In Afrika hingegen, wo andere Krankheiten das AIDS-Bild prägen, ist die Verteilung zwischen Männern und Frauen fast ausgeglichen. Dies kann durch die HIV-AIDS-Theorie nicht erklärt werden.

2. »Latenzperioden von zehn Jahren sind nicht vereinbar mit infektiöser Krankheit« (1991, S. 302).

Die Argumente wurde bereits oben referiert, deshalb hier nur der zusätzliche Hinweis: »Ihre lange Dauer ist charakteristisch für Krankheiten, die durch chronische Einwirkung toxischer Substanzen erzeugt werden« (1991, S. 302).

3. »Spezifische AIDS-Krankheiten sind zwischen verschiedenen Risikogruppen nicht übertragbar« (1991, S. 302).

Wenn HIV eine Immunschwäche erzeugt, auf Grund derer bestimmte sonst relativ harmlose Erreger zu Krankheiten führen, dann müßten die Krankheitsbilder und -häufigkeiten sich bezogen auf diejenigen Erreger gleichen, die allgemein und überall auf der Welt vorkommen. Das ist jedoch nicht der Fall: Die Krankheiten der Erwachsenen in den USA sind andere als die der Kinder, und sie kommen, obwohl die Erreger auch in Afrika existieren, bei den AIDS-Krankheiten in Afrika nur sehr selten vor: 53 % der erwachsenen amerikanischen AIDS-Kranken leiden an Pneumosystis-Pneumonie (eine bestimmten Form von Lungenentzündung) und 13 % an Candidiasis (eine spezifische Pilzerkrankung), während in Afrika slim disease, Fieber, Diarrhoe und Tuberkulose zu 90 % die AIDS-Krankheiten bilden. Daraus folgert Duesberg, »daß möglicherweise verschiedene, nicht übertragbare Pathogene [Krankheitsursachen] primäre AIDS-Verursacher sind« (1991, S. 303). (Entsprechend unterteilt er AIDS an späterer Stelle in »amerikanisches AIDS« und »afrikanisches AIDS-Syndrom« (1991, S. 304).

4. »Im Gegensatz zu neuen Infektionskrankheiten breitet sich AIDS nicht exponentiell aus« (1991, S. 303).

Der sehr langsame Anstieg von AIDS spricht dagegen, daß AIDS eine neue Krankheit ist, die primär sexuell übertragen wird.

»Epidemiologische Evidenz, daß HIV nicht pathogen ist« (1991, S. 303).

1. »HIV ist epidemiologisch nicht neu« (1991, S. 303).

Die Zahl der infizierten Amerikaner blieb seit 1985 konstant bei 0,4 % der Gesamtbevölkerung. Auch die Untersuchungen bei den 17-19jährigen Armeerekruten ergab über 5 Jahre konstant bei 0,03 % Infizierte, obwohl diese Altersgruppe sexuell aktiv und häufig auch promisk ist, d.h. die Partner wechselt. Diese Daten deuten darauf hin, daß HIV ein seit langem vorhandenes und verbreitetes Virus ist.

2. »HIV überlebt durch perinatale Übertragung und ist deshalb kein tödliches Pathogen [Krankheitsursache]« (1991, S. 303).

Es wird geschätzt, daß für die sexuelle Übertragung ca. 1000 Sexualkontakte notwendig sind - eventuell sogar mehr. Dies liege wohl an der geringen Zahl der durch HIV befallenen Zellen bzw. daran, daß fast keine freien Viren vorhanden sind. Dieser Übertragungsweg ist also sehr ineffektiv - HIV gleicht damit den anderen bekannten Retroviren, die ebenfalls nur sehr schwierig horizontal übertragbar sind. Normalerweise überleben sie fast ausschließlich durch perinatale Übertragung, die auch bei HIV in 50 % der Fälle erfolgreich ist. Wenn jedoch dieser Übertragungsweg der primäre Übertragungsweg ist, dann kann HIV nicht innerhalb von durchschnittlich zehn Jahren seine Träger töten, denn damit würde es sozusagen den Ast absägen, auf den es sitzt.

Diese Annahmen (seit langem verbreiteter, ungefährlicher Virus, Übertragung von Müttern auf Neugeborene) sind nach Duesberg auch die einzige plausible Erklärung dafür, daß HIV bei etwa 10 % der Afrikaner aller Altersgruppen verbreitet ist!

3. »Antikörper gegen HIV sind ein Marker [Kennzeichen] für AIDS-Risiken« (1991, S. 303).

Andererseits ist jedoch nicht zu übersehen, daß HIV bei Menschen, die an Immunschwäche erkranken, wesentlich häufiger anzutreffen ist als in der sonstigen Bevölkerung. Falls HIV nicht die Ursache von AIDS sein sollte, entsteht die Frage: Warum geht die erhöhte Wahrscheinlichkeit, an Immunschwäche zu erkranken, einher mit der erhöhten Wahrscheinlichkeit, HIV-infiziert zu sein? Warum sind Antikörper gegen HIV ein Kennzeichen für AIDS-Risiken? Die Antwort von Duesberg erfolgt in zwei Schritten:

a) »Die Wahrscheinlichkeit, Antikörper-positiv zu werden, korreliert direkt mit der Häufigkeit, mit der unsterile Drogen injiziert werden, mit der Häufigkeit von Transfusionen und mit Promiskuität« (1991, S. 304). Diese Wahrscheinlichkeit ist also hoch bei Drogenbenutzern, bei Menschen, bei denen häufig Bluttransfusionen vorgenommen werden und bei Menschen, die überdurchschnittlich häufig ihre Geschlechtspartner wechseln.

b) Bei diesen Gruppen ist auch das Risiko vergleichsweise hoch, daß sie an einer AIDS-Indikatorkrankheit erkranken, wobei bei Promiskuität eine Einschränkung zu machen ist: »In Amerika jedoch scheint nur Promiskuität, die auf aphrosdisierende [die sexuelle Erregung steigernde] und psychoaktivierende Drogen gestützt ist und hauptsächlich von 20- bis 45jährigen männlichen Homosexuellen praktiziert wird, mit AIDS-Krankheiten zu korrelieren« (1991, S. 304).

Ein alternativer Erklärungsansatz

Bei der Frage nach den Ursachen für AIDS in Amerika vertritt Duesberg am Ende seines Artikels die These, »daß entweder Drogengebrauch, häufig assoziiert mit Mangelernährung, durch neuerdings etablierte Verhaltensgruppen oder konventionelle klinische Gesundheitmängel und deren Behandlung notwendig und ausreichend sind, um AIDS-Indikatorkrankheiten zu verursachen« (1991, S. 304).

»The role of drugs in the origin of AIDS« (10)

(Vgl. den Artikel: Die Rolle von psychoaktiven Drogen und Medikamenten bei AIDS)

Im nächsten Aufsatz, über den jetzt berichtet werden soll, untersucht Duesberg nun genauer auf die mögliche Rolle von Drogen und Medikamenten bei der Entstehung von AIDS.

»Das zeitliche Zusammenfallen der AIDS- und Drogenepidemie« (1992, S. 663)

Die Zahlen über Verhaftungen wegen Drogendelikten, über beschlagnahmte Mengen von Kokain, über kokainbedingte Notfalleinlieferungen in Krankenhäuser, über konfiszierte pharmazeutische Stimulierungsmittel (z.B. Amphetamine) u.a.m. sprechen eine eindeutige Sprache: Der Konsum von Drogen hat in den 80iger Jahren dramatisch zugenommen. (11)
Nach den Angaben des Nationalen Instituts für Drogenmißbrauch der USA hat auch die Einnahme nitrithaltiger Inhalationsmittel mit psychoaktivierenden und aphrodisierenden Wirkungen, die in den 60iger Jahren begann, in den 70iger Jahren epidemische Ausmaße erreicht. Duesberg konstatiert deshalb einen z.T. zeitlich etwas verschobenen, aber im Prinzip parallelen Anstieg von Drogenmißbrauch und AIDS.

»Epidemiologische Überschneidung zwischen Drogen- und der AIDS-bezogenen Gesundheitsstatistiken« (1992, S. 663).

Zwischen der Bevölkerungsgruppe, die vor allem Drogen benutzt, und der Gruppe, die hauptsächlich von AIDS betroffen ist, gibt es deutliche Überschneidungen: Der Anteil von Männern zwischen 20 und 44 Jahren an den amerikanischen AIDS-Patienten liegt bei 72 %; ihr Anteil an den Konsumenten harter Drogen bei 80 %! Der statistisch festgestellte Anstieg von Todesfällen in dieser Altergruppe wird teils auf den gestiegenen Drogenkonsum, teils auf den Anstieg von AIDS-Fällen zurückgeführt, weshalb die nationale AIDS-Kommission der USA von einer »Zwillingsepidemie von Drogenmißbrauch und HIV« sprach.

»Drogen- und Medikamentenkonsum in den AIDS-Risikogruppen« (1992, S. 633)

1. »Ein Drittel aller AIDS-Patienten rekrutiert sich aus der Gruppe der intravenösen Drogenkonsumenten« (1992, S. 633).

Hierbei handelt es sich um AIDS-Patienten, die sich Heroin, Kokain oder andere Rauschmittel spritzen. Etwa 75 % der heterosexuellen AIDS-Fälle, 71 % der Frauen mit AIDS und über 10 % der männlichen Homosexuellen und Hämophilen mit AIDS gehören zu dieser Gruppe. Etwa die Hälfte der Kinder mit AIDS wird nachgewiesenermaßen von Müttern geboren, die sich Drogen spritzten - dazu kommt eine unbekannte Dunkelziffer solcher Mütter.

2. »Homosexuelle, die oral eingenommene psychoaktivierende Drogen konsumieren, stellen ungefähr 60 % aller amerikanischen AIDS-Patienten« (1992, S. 634).

Die zur Verfügung stehenden Zahlen zeigen, daß die an AIDS erkrankten Homosexuellen vor allem solche sind, die regelmäßig eine oder mehrere orale Drogen nehmen. Dabei handelt es sich um Aufputschmittel und/oder um luststeigernde Drogen und/oder um Mittel, die den Analverkehr erleichtern. Der Anteil nitrithaltiger Inhalationsmittel am Rauschgiftkonsum hat jedoch in den letzten Jahren deutlich abgenommen. (12)

3. »Ein unbekannter Prozentsatz der AIDS-Patienten rekrutiert sich aus Gruppen, die AZT einnehmen« (1992, S. 634).

Nach den Angaben des Herstellers nehmen zur Zeit etwa 120.000 Amerikaner (und weltweit 180.000 Personen) AZT ein, und zwar oft schon, wenn sie zwar HIV-positiv sind, aber noch keinerlei Krankheitssymptome haben.

»Drogenkonsum als eine Voraussetzung für AIDS-Krankheiten« (1992, S. 634).

Angesichts dieser Überschneidungen zwischen der Gruppe der Drogenkonsumenten und der Gruppe der AIDS-Patienten entsteht die Frage: Ist der Drogenmißbrauch oder ist HIV verantwortlich für die Entstehung von AIDS? Um dieses Problem zu klären, versucht Duesberg, zwei Teilfragen zu beantworten:

- Tritt bei HIV-Positiven die Krankheit AIDS nur dann auf, wenn gleichzeitig ein ein Drogen- oder Medikamentenkonsum vorliegt?

- Gibt es Drogenkonsumenten, die nicht HIV-infiziert sind, aber dennoch von AIDS-Indikator-Krankheiten befallen werden?

Positive Antworten auf beide Teilfragen würden einen Schluß auf 'drugs' als Ursache von AIDS ermöglichen. Duesberg kommt zu folgenden Ergebnissen:

1. »Drogenkonsum als notwendige Voraussetzung für AIDS bei vermutlichen oder bestätigten HIV-Trägern« (1992, S. 634).

Duesberg stützt diese Behauptung z.B. durch Studien, die einen Zusammenhang zwischen dem Konsum nitrithaltiger Inhalationsmittel und dem Auftreten von Karposisarkomen belegen: Einerseits ist bei AIDS-Patienten mit Karposisarkomen ein vergleichsweise wesentlich höherer Konsum dieser Mittel festgestellt worden; andererseits sank parallel zu einem allgemeinen Rückgang des Konsums dieser Drogen auch der Anteil der AIDS-Patienten mit einem Karposisarkom. Andere Studien zeigen folgendes: HIV-infizierte Fixer, die noch nicht an AIDS erkrankt sind und den Drogenkonsum einstellen, erkrankten mit deutlich geringerer Wahrscheinlichkeit als diejenigen, die weiter Drogen spritzen. (Der Beobachtungszeitraum betrug 16 Monaten, die Erkrankungsrate war 1:3!). Eine weitere Untersuchung zeigte, daß die T-Zellen-Werte bei denen, die weiter spritzten, um 35 % gegenüber der Kontrollgruppe fiel, die den Drogenkonsum eingestellt hatte. (13)

Zu den 'drugs', die AIDS hervorrufen können, zählt Duesberg auch AZT. Er berichtet über mehrere Studien, die belegen, daß die Einnahme von AZT zu einer Schwächung des Immunsystems und zu verschiedenen, schweren Krankheiten führen kann, während umgekehrt die Absetzung von AZT zu einer deutlichen Verbesserung des Immunität bzw. des Krankheitszustandes führen kann. (Zur medizinischen Erklärung s.u.)

2. »Drogenkonsum ruft AIDS-Indikatorkrankheiten in Abwesenheit von HIV hervor« (1992, S. 635).

Hier berichtet Duesberg über eine Reihe von Untersuchungen, die belegen, daß auch Drogenkonsumenten, die nicht HIV-infiziert sind, an AIDS-Indikatorkrankheiten leiden.

Aus all diesen Befunden folgert Duesberg, daß die »Langzeiteinnahme von Drogen und Anti-HIV-Medikamenten bei HIV-positiven Personen die erforderliche Voraussetzung zur Induzierung von AIDS-Indikator- und anderen Krankheiten darstellt, und bei HIV-negativen Personen ausreicht, um diese Krankheiten hervorzurufen." (1992, S. 636)

Damit ist aber noch nicht geklärt, warum und wie die Drogen und Medikamente zu AIDS-Krankheiten führen können. Diese Frage untersucht Duesberg als nächsten Schritt.

»Die toxischen [giftigen] Wirkungen der von AIDS-Patienten eingenommenen Drogen (1992, S. 636).

1. »Die Toxidität von Rausch- und Suchtmitteln« (1992, S. 636)

Hier sind zunächst die Rausch- und Suchtmittel zu nennen, beispielsweise Kokain und nitrithaltige Inhalationsmittel, die zu AIDS-ähnlichen Schädigungen des Immunsystems und einer Reihe von Krankheiten führen können. Duesberg faßt das Ergebnis der von ihm angeführten Studien so zusammen: »Die Toxität [Giftigkeit] der in Frage kommenden Drogen ist ausnahmlos empirisch belegt« (1992, S. 637).

2. »Die toxischen Wirkungen von AZT« (1992, S. 636)

Zu den gefährlichsten, das Immunsystem schwächenden Medikamenten zählt Duesberg den »DNA-Kettenterminator Azydothymidin (AZT)«, der als »Anti-HIV-Droge« (1991, S. 304) weltweit unzähligen kranken und gesunden (!) HIV-Positiven verschrieben werde und einen jährlichen Umsatz von über 175 Millionen Dollar erbringe. Er forderte schon 1989 den sofortigen Stopp der Behandlung mit diesem Medikament, bis ein einwandfreier Beweis für die HIV-AIDS-Theorie erbracht worden sei (1989a, S. 124 und 1989b, S. 516). In Interviews formuliert er später noch schärfer: »Die Antikörper-Positiven ohne Symptome können ganz alleine mit AZT umgebracht werden, da braucht man keine weiteren Faktoren« oder: »AZT hat keine Nebenwirkungen, sondern eine Hauptwirkung: Es tötet Zellen. ... AZT ist ein echter AIDS-Erreger. Es bringt die Lymphozyten um« (1990, S. 16).

Der Aufsatz von 1992 enthält auch Duesbergs Kritik der (vom Hersteller von AZT getragenen!) Untersuchung, auf Grund derer AZT als Medikament freigegeben wurde. Er referiert zudem andere Studien, die die Schädlichkeit von AZT belegen: AZT soll nach der Lehrmeinung dadurch wirken, daß HIV-infizierte Zellen abgetötet werden. (14) Da AZT aber keineswegs zwischen infizierten und nicht-infizierten Zellen unterscheiden kann, und, so die niedrigsten Schätzungen, bei HIV-Positiven nur etwa eine von 500 T-Zellen infiziert ist, »tötet AZT 500 nicht-infizierte Zellen für jede infizierte Zelle« (1992, S. 636). Dieser »Overkill« entfaltet »unweigerlich toxische Wirkung« (1992, S. 636); AZT ist nach der Ansicht von Duesberg schlicht und einfach »AIDS auf Rezept« (1992, S. 638)!

Duesbergs Folgerungen

Auf Grundlage der angeführten Daten kommt Duesberg zu dem Resultat, »daß der gesamte Anteil der amerikanischen AIDS-Krankheiten, der das normale, niedrige Auftreten der Indikator-Krankheiten in der allgemeinen Bevölkerung überschreitet, das Resultat von stimulierenden Drogen und Anti-HIV-Medikamenten zurückzuführen ist« (1992, S. 637). Dies ergebe sich aus folgenden Fakten:

Etwa 32 % der amerikanischen AIDS-Patienten sind nachgewiesenermaßen Fixer (intravenöse Drogenkonsumenten), während bei geschätzten 60 % der AIDS-Patienten oraler Drogen- und Medikamentenmißbrauch anzunehmen sei. Dazu komme ein unbekannter, aber sicherlich nicht geringer Prozentsatz von Patienten, denen als HIV-Positive AZT verschieben worden sei.

Diese Zahlen seien natürlich mit einer gewissen Vorsicht zu betrachten, weil auf Grund der Illegalität des Drogenkonsums exakte Daten kaum erhältlich sind. Und da die AIDS-Forschung zumeist an der HIV-AIDS-Theorie orientiert ist, gibt es nur wenige Studien über einen möglichen Zusammenhang von Drogen und AIDS.

Leider gebe es auch keine Tierstudien über die Wirkung der Drogen oder von AZT bei Tieren - im Unterschied zu den vielen Versuchen, bei denen Tiere mit HIV infiziert worden sind. (15) Dadurch könnten jedoch seine Thesen über die AIDS-erregende Wirkung von Drogen und AZT auch experimentell geprüft werden.

Aber trotz dieses Unsicherheit hält Duesberg seine »Drogen-HIV-Hypothese« sowohl in pathologischer, als auch in epidemiologischer Hinsicht für »besser fundiert als die Virus-AIDS-Hypothese« (1992, S. 637).

Abschließend noch ein Hinweis:

AIDS ist auch nach der Erklärungsthese von Duesberg keine »Homosexuellen-Krankheit«. Etwa 99,75 % (16) der männlichen Homosexuellen sind nicht von AIDS betroffen (vgl. 1992, S. 637). Betroffen sind nach Duesberg die Drogenbenutzer. Nur daraus, daß (gemessen an der jeweiligen Gesamtzahl in der Bevölkerung) der Prozentsatz der männlichen Homosexuellen, die Drogen vor allem auch im Zusammenhang mit sexuellen Aktivitäten benutzen, höher ist als der entsprechende Prozentsatz Heterosexueller, ergibt sich der relativ hohe Anteil von Homosexuellen bei den AIDS-Kranken. Drogenfreie Homosexualität hält Duesberg in Sachen AIDS für nicht gefährlicher als drogenfreie Heterosexualität. Als Gefahr sieht er nicht die Sexualität (17), sondern den Drogenkonsum, und zwar gleichermaßen bei Hetero- und Homosexuellen. AIDS ist seiner Ansicht nach eine Drogenkrankheit.

Zusammenfassung und Ergebnis

Bei der Forschung nach den Ursachen von AIDS zeigt sich ein grundsätzlicher Unterschied zwischen der vorherrschenden Lehrmeinung und der Fragestellung von Duesberg. Er kritisiert: »Leider hat die eilige Annahme der 'Virus-AIDS-Hypothese', signalisiert durch den Namen HIV, eine Orthodoxie geschaffen, deren Anhänger lieber diskutieren, 'wie' statt 'ob' HIV AIDS erzeugt« (1989a, S. 123). Das heißt: Auch wenn es völlig ungeklärt und unverständlich ist, wie die HI-Viren die Immunabwehr schwächen und zerstören, wird in der Lehrmeinung an der Grundannahme keinerlei Zeifel geäußert, daß die HI-Viren die Ursache der Krankheit sind.

Auch noch in der 4., neubearbeiteten Auflage der Broschüre »Was jede/r über AIDS wissen sollte«, herausgegeben im Mai 1992 von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, steht: »Die Immunschwäche wird durch einen ansteckenden Krankheitserreger verursacht, dem man den Namen HIV ... gegeben hat. HIV ist ein Virus, das die Zellen des Abwehrsystems befällt, sich in ihnen vermehrt und schließlich die infizierten Zellen zerstört.«

Erkenntnisse und Einschätzungen wie zum Beispiel von Prof. Bauer, Leiter einer AIDS-Arbeitsgruppe an der Bonner Universitätsklinik, werden damit schlicht übergangen. Bauer schreibt: »An Hand von mehr als 2500 immunologischen Untersuchungen kamen wir 1988/89 zur Erkenntnis, daß AIDS sicher nicht monokausal auf ein Virus allein zurückgeführt werden kann. ... Ich kenne die Arbeiten von Herrn Peter H. Duesberg sehr gut und meine nicht, daß seine Ansichten auf einem überholten Laborkonzept beruhen, zumal bislang die zentrale Frage völlig unbeantwortet geblieben ist: Wie kommt es zu einer Reduktion zirkulierender CD4-Lymphozyten. Die geläufige Vorstellung, daß ein Virus sich in den T-Helfer-Lymphozyten vermehrt und zu einer Zerstörung der Zellen führt, ist heute ja wohl nicht mehr haltbar.« (18)

Aber die Lehrmeinung stellt ihre Ausgangsthese nicht in Frage und nimmt dafür in Kauf, bisherige Erkenntnisse über Viren und die Immunabwehr relativieren zu müssen, ohne ein neues Modell vorstellen zu können. So sagt beispielsweise Kurth: »Es gibt bisher keine vereinheitlichende Theorie über die pathogenetischen Fähigkeiten von HIV. Unsere fragmentarischen Buchhaltung immunologischer Veränderungen reflektiert wahrscheinlich nichts anderes als unsere immer noch unzureichende Kenntnisse des Immunsystems« (Kuth 1989, S. 509). Mölling erinnert an gestürzte Postulate in der Physik und betont: »Man kann auf Grund von klassischen Beobachtungen nicht notwendigerweise auf die Zukunft schließen« (Duesberg/Mölling 1990, S. 103). Entsprechend lautet auch der Untertitel des bereits erwähnten Überblickartikels: »Nach AIDS begreifen wir das Immunsystem nicht mehr« (Zell 1990, S. 60).

Duesberg hingegen hielt (und hält) an den bisher als gesichert geltenden virologischen Erkenntnissen fest und kam 1989 zu dem Ergebnis:

»Weil HIV weder Kochs Postulate (19) noch etablierte epidemiologische, biochemische, serologische, kinetische, genetische und evolutionäre Kriterien eines viralen Pathogens erfüllt, schließe ich, daß HIV keine ausreichende Ursache für AIDS sein kann. Weiterhin folgt, daß HIV für AIDS nicht einmal notwendig sein müßte, weil es weder eine biochemische noch eine genetische Evidenz dafür gibt, daß es AIDS initiiert oder aufrechterhält. HIV-Infiltration und -aktivität sind gleichermaßen gering bei symptomatischen wie bei symptomlosen HIV-Trägern, und HIV fehlt ein AIDS-spezifisches Gen« (1989a, S. 123). (20)

Seitens der Lehrmeinung konnte nun nicht bestritten werden, daß es medizinisch gesehen keine stichhaltige und gesicherte Erklärung gibt, wie HIV das Immunsystem zerstört. Deshalb wurden Duesberg epidemiologische Daten entgegengehalten, die den Schluß auf einen kausalen Zusammenhang von HIV und AIDS erlauben würden - selbst wenn nicht geklärt sei, wie HIV wirkt.
Diese These einer epidemiologischen Evidenz kritisierte Duesberg in dem zweiten hier referierten Aufsatz. Er kam dabei zu dem Ergebnis,

- daß auch durch epidemiologische Daten die HIV-AIDS-Theorie nicht erhärtet werden kann,
- daß zwischen AIDS in Afrika und AIDS in den USA unterschieden werden müsse, und
- daß unterschiedliche pathogene Bedingungen und Substanzen für die Entstehung von Immunschwäche und von AIDS-Indikatorkrankheiten verantwortlich seien.

Für AIDS in den USA ergaben sich deutliche Hinweise auf die Rolle von 'drugs' bei der Entstehung und dem Anstieg von AIDS-Erkrankungen. Dieser Frage ging er in dem dritten Aufsatz nach, über den hier berichtet wurde; er kam dabei zu dem Schluß, daß all die Fälle von Immunschwäche, die nicht auf herkömmlichen, bereits bekannten Ursachen beruhen (z.B. Zufuhr von Fremdeiweiß bei Bluttransfusionen), durch die Wirkung von drugs (Rauschmittel und Anti-HIV-Medikamente) erklärt werden können.

Der HIV-AIDS-Lehrmeinung steht damit die Drogen-Medikamenten-AIDS-These von Duesberg gegenüber. Er behauptet: »Die Hypothese, daß AIDS nicht infektiös ist, und speziell die Drogen-Medikamenten-AIDS-Hypothese löst alle wissenschaftlichen Paradoxa, die die vorherrschende Virus-AIDS-Hypothese aufwirft« (1992, S. 10), und führt zusammenfassend aus:

1. HIV gebe es seit langem in den USA, aber AIDS ist in den USA deshalb eine relativ neue Krankheit, weil der quantitative und qualitative Ausweitung des Drogenkonsum relativ neu ist. Nie zuvor in der Geschichte haben in den USA so viele Menschen so viele Drogen genommen wie seit den 70iger Jahren.

2. Insgesamt betrachtet tritt AIDS nur bei außerordentlich wenigen der sexuell aktiven Amerikaner auf (zu 0,01 % bei Heterosexuellen und 0,25 % bei Homosexuellen), obwohl die sexuell übertragenen Geschlechtskrankheiten allgemein zunehmen. Der Grund: AIDS beruht nicht auf einer Infizierung mit HIV bei sexueller Aktivität, sondern auf dem Mißbrauch von Drogen und Medikamenten.

3. AIDS in USA tritt zu 72 % bei 20 - 44 jährigen Männern auf, obwohl keine der AIDS-Krankheiten männerspezifisch ist. Durch die HIV-AIDS-Theorie ist das nicht erklärbar. Aber: Dieser Personenkreis konsumiert etwa 80 % der harten, psychoaktivierenden Drogen.

4. Die verschiedenen, unter dem Namen AIDS zusammengefaßten Krankheiten entstehen aus verschiedenen pathogenen Substanzen oder pathogenen Bedingungen und unterscheiden sich deshalb in der Häufigkeit ihres Auftretens in den verschiedenen Risikogruppen: Konsumenten nitrithaltiger Inhalationsmittel erkranken häufiger am Karposisarkom, Fixer häufiger an Tuberkulose und mit AZT Behandelte an Leukopenie (eine krankhafte Verminderung der weißen Blutkörperchen) oder Anämie (Verminderung des Hämoglobiens).

5. Auch die langen und nicht vorhersehbaren Abstände zwischen einer HIV-Infektion und einem Entstehen von AIDS sind durch die Drogen-Medikamenten-AIDS-Hypothese erklärbar. Am Beispiel der Drogenbenutzer kann dies gezeigt werden: Es besteht kein krankheits-kausaler Zusammenhang zwischen HIV und AIDS; Infektion mit HIV und Erkrankung an AIDS sind zwei getrennte Vorgänge.

Dauerhafte Drogenbenutzung kann nach durchschnittlich 5 - 10 Jahren zur Immunschwäche führen (schleichende Vergiftung). Zwar besteht allgemein gesehen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, daß intravenöse Drogenbenutzer sich mit HIV infizieren, individuell gesehen ist es jedoch zufällig, ob dies bereits zu Beginn oder irgendwann im Verlauf einer 'Drogenkarriere' geschieht. Da also die immunschädigenden Vergiftung durch Drogen individuell gesehen schon verschieden weit fortgeschritten sein kann, wenn möglicherweise eine (ungefährliche!) HIV-Infektion erfolgt, ist der Abstand zwischen dem Zeitpunkt einer Infektion und dem Entstehen von AIDS-Krankeiten so unterschiedlich und nicht vorhersagbar.

6. Eine Infektion mit HIV ist - ebenso wie eine Infektion mit vielen anderen bei der Schwangerschaft oder Geburt übertragenen Mikroben oder Viren - lediglich ein Kennzeichen (Marker) für AIDS oder AIDS-Risiken: »Je größer der Konsum an verunreinigten, injizierten Drogen, und je höher die Anzahl von sexuellen Kontakten bei begleitendem Konsum aphrosdisierender Drogen, desto mehr Mikroben sammmeln sich im Organismus an« (1992, S. 638).

7. Als AIDS diagnostizierte Krankheiten bei Blutern, anderen Empfängern von Bluttransfusionen oder bei Menschen, die keiner Risikogruppe angehören, sind seit langem bekannte Krankheiten, die inzwischen dann als AIDS bezeichnet werden, wenn zugleich eine HIV-Infektion vorliegt.

8. AIDS in Afrika ist eine neuer Sammelname für seit langem bekannte Krankheiten (slim disease, Tuberkulose etc.), die vor allem durch Eiweißunterernährung, parasitäre Infektionen und schlechte sanitäre Bedingungen entstehen. Von diesen Problemen sind in Afrika Männern und Frauen gleichermaßen betroffen, weshalb an diesen Krankheiten gleichermaßen Männer und Frauen leiden. Und da HIV in Afrika seit langem weit verbreitet ist und über 10 % der Bevölkerung HIV-Träger sind (im Unterschied zu etwa 0,4 % in den USA), werden inzwischen auch über 10 % dieser afrikanischen Krankheiten als AIDS bezeichnet.

Bezieht man vergleichend die Gesamtzahl der als AIDS diagnostizierten Krankheiten in den USA und in Afrika jeweils auf die Gesamtzahl der HIV-Träger und berücksichtigt dabei, daß HIV in den USA vor allem in den Risikogruppen sich konzentriert (s.o.), dann lassen sich auch die eigenartigen Zahlen erklären, daß in den USA prozental gesehen viel häufiger HIV-Positive erkranken als in Afrika.

Die Drogen-Medikamenten-AIDS-Theorie hat natürlich weitreichende Konsequenzen für den Schutz vor AIDS. Auf die Frage, ob seine Position verantworten könne angesichts der Möglichkeit, daß die HIV-AIDS-Theorie vielleicht doch zutrifft und er durch seine Aussagen eventuell Menschenleben gefährde, antwortete Duesberg:

»Ich kann meine Thesen verantworten. Denn wenn man auf mich hörte, würde man sofort den Drogenkonsum einstellen. Man sollte sich nicht vor HIV fürchten, sondern vor den Drogen. Man sollte sich auch vor den Erkrankungen fürchten, die man sich durch häufigen Wechsel der sexuellen Partner holen kann.

Außerdem könnte man sofort 50 000 Menschenleben (21) retten, die heute durch das AIDS-Medikament Azidothymin (AZT) vergiftet werden. Und es würde Hunderttausenden von Menschen die psychisch vergiftende Wirkung des AIDS-Tests ersparen« (Duesberg/Mölling 1990, S. 104).

Wie oben bereits zitiert hat Duesberg schon 1989 die AIDS-Forscher aufgefordert, nicht nur dauernd zu fragen, wie HIV AIDS erzeugt, sondern zunächst zu prüfen, ob HIV ein pathogenes Virus ist. Die etablierten AIDS-Forscher haben diese Forderung ignoriert und in den Folgejahren mehrmals Modelle vorgelegt, die erklären sollten, wie HIV direkt oder indirekt den Verlust von CD4-Zellen verursacht. Sie wurden in der Presse regelmäßig als 'Durchbruch' der AIDS-Forschung gefeiert, und der SPIEGEL behauptete mehrmals, nun sei Duesberg 'endgültig widerlegt'. Keines dieser Erklärungsmodelle konnte sich jedoch durchsetzen, so daß 1997 zum Beispiel auf einem internationalen Kongreß führender HIV-Forscher eingestanden werden mußte: "Das Rätsel des Verlustes von CD4-Zellen bleibt ungelöst." Der AIDS-Immunologe Paul Johnson von der Harvard Medical School in Boston wußte Trost: "Wir sind noch immer sehr verwirrt ['very confused'] über die Mechanismen, die zur Verringerung der CD4-Zellen führen; aber wenigstens sind wir jetzt auf einer höheren Ebene des Verständisses verwirrt." (zit. nach Hässig et al. 1998)

Auch ein Fortschritt ...

[Erg. Leonhard 2001]

 

Zusätze

Die Finanzierung der AIDS-Forschung

Wodurch kann eine Immunschwäche entstehen? Von Duesberg wurden vor allem als Möglichkeiten genannt: Unterernährung, Drogen und anti-HIV-Medikamente. Die Fachärztin für innere Medizin, Ruth Jensen, betont in ihrem Buch »Umweltschaden AIDS« (1990) neben der Rolle der Drogen auch die bei vielen Menschen anzutreffende einseitige Ernährung bzw. die chemischen oder hormonellen Rückstände in Lebensmitteln. Sie berichtet zudem über die Studien des Radiologen Mehring (22), der die Blutbilder von über zwei Millionen Untersuchten statistisch auswertete und dabei über die Jahre hin mehrere Wellen von Ab- und wieder Zunahmen der weißen Blutkörperchen feststellte, ohne daß dabei die ursprünglichen Zahlen wieder erreicht wurden. Die Ab- und Zunahme verglich er mit der Zu- und Abnahme des radiaoktiven Fallouts (z.B. nach Serien von Atombombenversuchen) und kam zu eindeutigen Entsprechungen (vgl. Jensen 1990, S. 97ff); ähnliches wurde nach der Katastrophe von Tschernobyl beobachtet (ebda S.124ff).
Jensen kommt insgesamt zu dem Schluß, daß durch die vielen Umweltgifte die Immunabwehr der Menschen inzwischen allgemein geschwächt sei
(23), was sich in einer zunehmenden Anfälligkeit gegenüber Infektionskrankheiten oder der zunehmenden Zahl von Allergien zeige. Die Immunschwächekrankheit AIDS sei nur von diesem Kontext her zu begreifen.

In diesem Zusammenhang außerdem wichtig: Die Thesen der Forschungsgruppe um E. Papadopulos (vgl.  http://www.virusmyth.net/aids/index/epapadopoulos.htm
und des leider bereits verstorbenen Schweizer Immunologen A. Hässig. (vgl. http://www.virusmyth.net/aids/index/ahassig.htm).

[Erg. Leonhard 2001]

Es gibt also eine Vielzahl bereits bekannter Gründe für die Störung und Zerstörung des Immunsystems. Die Forschung sollte zumindest auch, wenn nicht sogar nach der bisherigen Erfolgslosigkeit des Viren-Ansatzes schwerpunktmäßig, in diese Richtungen erfolgen. Dazu müßten z.B., wie Ruth Jensen (1990) verlangt, ausführliche Anamnesen bei AIDS-Kranken erfolgen, um auf solche Risiken aufmerksam zu werden. Ihr ist jedoch aus der AIDS-Literatur keine einzige in dieser Weise dokumentierte Krankheitsgeschichte bekannt (vgl. S.57)! Offensichtlich wird, sobald ein HIV-Test positiv verläuft, die Diagnose AIDS gestellt, und genauere Nachforschungen nach anderen möglichen Gründen werden für überflüssig gehalten. Zuständig für solche Forschungen wären u.a. Internisten, Toxikologen, Pharmakologen, aber nicht die Retrovirologen - und damit sind wir bei einem sehr heiklem Problem.

Die etablierte AIDS-Forschung wird massiv durch staatliche Programme und die Pharma-Industrie unterstützt (Duesberg spricht von über zwei Milliarden Dollar pro Jahr, vgl. 1991, S. 300) und lebt von der Annahme, HIV sei die Ursache. Viele der jetzt in der amerikanischen AIDS-Forschung tätigen Retrovirologen (einschließlich Gallo) waren vorher in der Krebsforschung tätig, in der 20 Jahre lang Retroviren als mögliche Krebserreger untersucht wurden. Retroviren wurden besser erforscht als jede andere Virusart, und es zeigte sich, daß sie nicht für die Krebsentstehung verantwortlich sind. Das »Kampf-dem-Krebs« Programm lief ohne greifbare Erfolge aus. Die Entdeckung des HI-Virus und das schnelle Postulat, es sei die Ursache von AIDS (wie schon erwähnt, bevor auch nur eine einzige wissenschaftliche Studie in den USA erschienen war!) sicherte der Retrovirologie neue Forschungsgelder und der Pharmindustrie mit der Vermarktung der HIV-Tests bzw. von Medikamenten wie AZT Millionenumsätze. Ein Forschungsinstitut, das jetzt z.B. sagt, bei Drogenabhängigen sei nicht die HIV-Übertragung durch gemeinsame Nadelbenutzung die Ursache von AIDS, sondern die dauerhafte Einnahme von Drogen mit immunsuppressiven Wirkungen, muß möglicherweise damit rechnen, daß keine Gelder mehr fließen - schließlich ist die Suche nach einem Medikament oder Impfstoff gegen HIV dann sinnlos, HIV-Tests und AZT lassen sich nicht mehr verkaufen. Wissenschaftler, die in der AIDS-Forschung arbeiten und sagen, HIV sei nicht die Ursache, laufen damit Gefahr, ihre eigenen Arbeitsplätze zu gefährden. (24)

Die Diskussion über das Immunmangelsyndrom AIDS und über die Thesen von Peter Duesberg wird sicherlich nicht allein durch wissenschaftliche Kriterien bestimmt ...

Zur Diskussion über Afrika

Von den vielen möglichen Gründen für das Entstehen einer Immunschwäche, auf die Rappoport (1990) (25) hinweist, sei abschließend nur ein Problem herausgegriffen: Der massenhafte Verkauf und Einsatz von Pharmazeutika und Pestiziden in der Dritten Welt, die in den USA oder in Europa schon längst wegen gefährlicher Nebenwirkungen verboten sind (vgl. S. 65 ff u. 83 ff). Zu diesen Nebenwirkungen gehören viele, die sonst als Symptome von Prä-AIDS oder AIDS beschrieben werden. Es mutet in diesem Zusammenhang schon eigenartig an, wenn auf derselben Seite der ZEIT, auf der man den HIV-AIDS-Kritiker Peter Duesberg wieder in der Versenkung verschwinden lassen will, ein anderer Bericht über »die heikle Nutzung von Agrarchemikalien in der Dritten Welt« (26) steht, in dem u.a. über die Gefahren berichtet wird, die durch »bei uns längst verbotene Präparate wie DDT und Methidathion« drohen, die auch für die Bauern gefährlich seien, zumal »Handschuhe, spezielle Arbeitskleidung und Atemmasken« auf dem platten Land nicht vorhanden seien. So werde geschätzt, daß »rund drei Prozent aller Anwender im südlichen Afrika am Kontakt mit Pestiziden erkranken.« Jedoch warnt der Artikel: »Bei der Bewertung publizierter Horrorzahlen (über 300.000 Todesopfer jährlich durch Pestizide) ist allerdings Vorsicht geboten. Die Statistiken sind erbärmlich und gerade in Afrika kann der Tod viele Ursachen haben.«

Und gerade in Afrika ist die Zahl der als AIDS diagnostizierten Erkrankungen besonders hoch - analoge Hinweise auf erbärmliche Statistiken liest man jedoch selten. Nur als kleiner Hinweis: Beim üblichen HIV-Antikörpertest besteht durchaus die Gefahr von falsch-positiven Ergebnissen. Deshalb wird in der BRD wie folgt verfahren: »Wenn der Ersttest (Suchtest) auf eine HIV-Infektion hinweist, dann wird das Ergebnis in einem zweiten sogenannten Bestätigungstest wiederholt. In der Regel werden beide Teststufen wiederholt, bevor das endgültige Ergebnis mitgeteilt wird« (BZGA, 1992). Bedenkt man die technische und finanzielle Ausstattung der Ärtzte und Krankenhäuser in den Elendsländern der Dritten Welt, so kann man erhebliche Zweifel haben, ob hier wirklich mit genügender Sicherheit getestet wird - oder ob hier überhaupt in nennenswertem Umfang getestet wird! Rappoport belegt z.B. durch Fallberichte, daß häufig die Diagnose AIDS 'nach Augenschein' gestellt wird, also bereits beim Vorliegen einer 'Indikator-Krankheit', ohne gesondert HIV nachzuweisen. Auf diese Weise wird aus einer 'klassischen' Diarrhoe leicht ein AIDS-Fall.

Vielmehr: Der SPIEGEL bringt als Titelgeschichte »Sex & AIDS in Afrika«, auf dem Cover zwei eng umschlungen tanzende Schwarze (27); in den Nürnberger Nachrichten wird unter der Schlagzeile »Die Katastrophe heißt AIDS« über die Schwarzafrikaner geschrieben: »Das Sexualverhalten der Bevölkerung, von völlig anderen Moralvorstellungen und Traditionen bestimmt, fördert die rasante Ausweitung der Immunschwäche - keineswegs nur in den Risikogruppen.« (28) AIDS gilt als eine sexuell übetragene Seuche, und da die Afrikaner a) kaum Kondome benutzen und b) so außerordentlich promisk leben, sind sie letztlich selbst schuld - so die Tendenz vieler Berichte in den Medien. Das ist eine viel 'bequemere' Erklärung als wenn sich herausstellen würde, daß z.B. Hungersnot und andauernde Mangelerernährung, miserable sanitäre Bedingungen und/oder Verseuchung durch Pestizide die wahren Gründe sind.

Es ist ja so einfach und bedarf nur eines kleinen Fehlschlusses - S. Lem führt ihn in einem SPIEGEL-Essay vor: »Wenn man eine Weltkarte nimmt und mit einer Farbe jene Länder schraffiert, in denen die Ansteckungsrate mit dem HIV-Virus am höchsten ist, und mit einer anderen Farbe die Gebiete mit dem niedrigsten Lebensstandard, dann wird man verblüfft erkennen, wie weit sich die beiden Farben decken. Das Virus tötet die dritte Welt, denn [!] es stellt die erste Pandemie in der Geschichte dar, die durch ein Retrovirus aus der Familie der Lentiviren hervorgerufen wird und unheilbar ist« (SPIEGEL Nr. 44/1992 S. 179).

Die erste Feststellung ist zutreffend: Vergleicht man die publizierten Zahlen über HIV-Infektionen in bestimmten Ländern mit dem Lebenstandard, so ergibt sich in der Tat die beschriebene Übereinstimmung. Verblüffend ist jedoch der Schluß von S. Lem, selbst wenn man die HIV-AIDS-Theorie für richtig hält: Viren, und da bildet HIV keine Ausnahme, können nun mal nicht zwischen arm und reich unterscheiden, wie jede Grippeepidemie deutlich macht. Aber es ist beruhigend für die erste Welt, zu hören, daß die dritte Welt nicht an Unterernährung und Umweltverseuchung zu Grunde geht, sondern daß ein Virus schuld ist. (29)


Anmerkungen 

1. Hans Schuh: Tückische Fälscher im Blut. DIE ZEIT, Nr. 43 vom 18.10.91, S. 102

2. Da ich selbst kein Mediziner bin und mich auch nicht an Mediziner wende, verzichte ich auf einige sehr spezielle Aspekte seiner Thesen und verwende außerdem, soweit möglich, nicht die medizinische Fachsprache. Ungenauigkeiten, die dadurch möglicherweise entstehen, nehme ich in Kauf, zumal Duesbergs exakte und vollständige Argumentation ja in seinen Artikeln nachlesbar ist.

3. Ich orientiere mich dabei vor allem an DIFF (1987).

4. Bei Zitaten von und Verweisen auf Duesberg gebe ich nur das Erscheinungsjahr an. [In Zitaten stammen Einschübe in eckigen Klammern von mir.]

5. In den Artikeln von Duesberg sind jeweils sehr viele Quellenangaben für die Daten zu finden, auf die er bei seiner Argumentation stützt. Ich referiere dabei die Daten so, wie sie in den jeweiligen Artikel angegeben werden.

Duesberg spricht übrigens in seinen Artikel meist nicht von der HIV-AIDS-Theorie, sondern von der HIV-AIDS-These bzw. -Hypothese. Um nicht einer vorschnellen Parteilichkeit geziehen zu werden, verwende ich jedoch weiterhin die Bezeichnung HIV-AIDS-Theorie.

6. Ich vernachlässige dabei seine Kritik, daß die bekannten Korrelationen, also das gleichzeitige Auftreten von HIV und AIDS, nicht den Schluß auf ein Ursache-Wirkungsverhältnis zulassen. Dies würde eine genauere Diskussion der sog. Kochschen Postulate erfordern; vgl. 1989a, S. 117f und zur Diskussion die Erwiderung von Velimirovic (1989) samt der kurzen Stellungnahme von Duesberg in 1989b.

7. Vgl. dazu auch den Hinweis in einem SPIEGEL-Artikel über das menschliche Immunsystem: »Erst im April dieses Jahres entdeckten amerikanische Wissenschaftler, daß das Immunsystem dem neuen Virus HIV nicht ganz so hilflos ausgeliefert ist, wie sie immer angenommen hatten. Im Blut von Patienten konnte sie einen dramatischen Anstieg der Antikörper gegen das Virus wenige Wochen nach der Infektion nachweisen. Offensichtlich verliert das Virus diese erste Schlacht - die Immunabwehr obsiegt. Die zweite Schlacht jedoch, meist viele Jahre später, gewinnt das Virus. Warum, konnten die Wissenschaftler bisher nicht erklären.« (SPIEGEL Nr. 46/1991, S. 298)

8. Quellen: DER SPIEGEL H. 47/1991. und BGA (1992)

9. Außerdem: In den AIDS-Statistiken seien wahrscheinlich viele HIV-freie Fälle enthalten, »weil HIV bis 1989 in nur etwa 73 % aller amerikanischen AIDS-Fälle nachgewiesen wurde, und in nicht mehr als 39 % der AIDS-Fälle von New-York und 61% von Kalifornien« (1991, S. 302).

10. So lautete der englische Originalartikel, Der Titel in der AIFO lautet:» Die Rolle von psychoaktiven Drogen und Medikamenten bei AIDS«

Ein Hinweis Drugs bezeichnet im Englischen nicht nur Drogen oder Rauschgifte, sondern auch Medikamente oder Arzneimittel. Im englischen Artikel wird deshalb mehrmals unterschieden zwischen recreational drugs ('Freizeitdrogen') und anti-HIV drugs.- Die angegebenen Daten beziehen sich, soweit nicht anders vermerkt, auf die USA

11. Das beschlagnahmte Kokain betrug z.B.: 1980: 500 kg; 1983: 9000 kg; 1989: 80.000 kg. Oder: Es gibt eine fünffache Zunahme der kokain-bedingten Notfalleinlieferungen in Krankenhäuser zwischen 1984 und 1988.

12. Vgl. dazu auch aus einem Bericht über die Schwulenszene in San Francisco im SPIEGEL: »Ein leichtes Abflauen hat Conley [ein Barkeeper] beim Rauschmittelverbrauch der Schwulen wahrgenommen. Weniger häufiger als früher werden konsumiert: Marihuana, in den Sex-Clubs die Designerdroge Ecstasy, von jüngeren Schwulen Halluzinogene wie etwa LSD, das allerdings insgesamt gerade ein Comeback erlebt. Der alte Schwulenstamm, sagt Conley, nimmt nach wie vor Downers, Poppers und Aufputschmittel, daneben Kokain ...« (Nr. 42/1992, S. 119). Bei Rappoport (1990) findet man eindruckvolle Schilderungen über massiven, oft exzessiven Drogenkonsum und sehr häufig wechselnde Geschlechtspartner (samt weit verbreiteter Geschlechtskrankheiten mit entsprechend massiver Einnahme von Antibiotika) bei vielen Homosexuellen in Kalifornien und New York seit den 70iger Jahren.

13. Vgl. dazu auch den Hinweis des Berliner Arztes Jörg Golz in einem SPIEGEL-Gespräch über Süchtige, die Methadon statt der Drogen bekommen: »Ich mache gerade eine Untersuchung am 60 HIV-infizierten Patienten. Daraus geht ganz klar hervor: Je früher die Substitution einsetzt, desto mehr Lebenszeit gewinnt man für diese Patienten. Die Methadon-Behandlung wirkt sich dramatisch verbessernd auf die Immunabwehr aus.« (SPIEGEL Nr. 32/1992, S. 41)

14. Zur Wirkungsweise von AZT und zur Frage, warum es zunächst scheinbar Erfolg hat vgl. auch Duesberg/Ellison (1991, S.221 ff).

15. die bislang keine gesicherten Rückschlüsse auf eine schädigende Wirkung von HIV zulassen!

16. Die Zahl beruht auf einer Schätzung, wieviele männliche Homosexuelle es in den USA insgesamt gibt. Für Deutschland errechnet Kremer (1992) einen Prozentsatz der an AIDS nicht erkrankten Homosexuellen von etwa 99,9 %.

17. Eine Krankheitsgefahr besteht jedoch bei der Sexualität: Man kann sich dabei mit Geschlechtskrankheiten anstecken. Diese werden häufig mit Medikamenten aus der Gruppe Sulfonamide, Penicilline und Antibiotika behandelt - die ihrerseits immunsuppressive Wirkungen haben und bei häufiger Anwendung das Immunsystem nachhaltig beeinträchtigen können (vgl. Jensen 1990, S. 72f). Die Gefahr der Ansteckung erhöht sich mit der Zahl der Geschlechtspartner(innen), mit denen man ungeschützt verkehrt.

18. Brief vom 27.05.92 an die Initiative für eine unabhängige AIDS-Aufklärung.

19. Sie wurden hier nicht als solche referiert; vgl. Fußnote 7.

20. An dieser Einschätzung hält Duesberg weiterhin fest: »Trotz gewaltiger Forschunganstrengungen bleibt es jedoch es ... nach wie vor ein absolutes Rätsel, wie HIV als Pathogen eigentlich wirken soll« (1992, S. 10).

21. Diese Zahl nannte er 1990. Im Artikel von 1992 nennt er 125 000 mit AZT behandelte HIV-Positive (s.o.).

22. Quellenangaben bei Jensen: Mehring, E.: Die biologischen Folgen der nuklearen Waffentests. Protectio vitae, Universität Bremmen 33, 6/1972. Ders.: Die Immunitätslage der Bevölkerung während der erhöhten Umweltradioaktivität. Protectio vitae, Universität Bremmen 33, 2/1979.

23. Vgl. in diesem Sinne auch Wallerstein (1988).

24. Rappoport (1990) berichtet, daß bei seinen Recherchen viele Virologen in privaten Gesprächen wesentlich skeptischer gewesen wären als die offizielle Lehrmeinung zuläßt - ohne ihn zu autorisieren, dies mit Namen zu veröffentlichen. Die entsprechenden Ausführungen von Rappoport sind also nicht nachprüfbar - aber sie geben doch zu denken ...

25. Meiner Ansicht nach eine Pflichtlektüre für alle, die sich nicht für die medizinisch-virologischen Aspekt von AIDS interessieren!

26. Untertitel des Beitrags von Hans Bräutigam: Schädlinge am Werk. DIE ZEIT, Nr. 43 vom 18.10.1991, S. 102. Alle folgende Zitate ohne Kennzeichnung aus diesem Artikel.

27. SPIEGEL, Heft 25/1991.

28. NÜRNBERGER NACHRICHTEN, Nr. 219 vom 20.09.1991.

29. Zudem betrifft AIDS auch in Afrika selbst vor allem die Ärmsten, wie Hoering/Wichterich berichten (1991, S. 161)! Sie stellen in Zusammenhang fest: »Besonders schnell verbreitet sie [die Krankheit AIDS] sich unter denjenigen, die kein Geld haben, um sich Medikamente gegen die in vielen Regionen Afrikas grassierenden Geschlechtskrankeiten zu kaufen« (ebda). Es müßte also möglicherweise auch genauer untersucht werden, ob ein Zusammenhang zwischen Geschlechtskrankheiten, vor allem Syphilis, und AIDS besteht (sh. McKenna 1992).

Literatur

BGA - Zahlen: Bericht des AIDS-Zentrums des Bundesgesundheitsamtes über aktuelle epidemiologische Daten. In: AIDS-FORSCHUNG, Hefte 1/1992 (= a) und 2/1992 (= b).

Brown, Phyllida: Conflict rages over alternative AIDS theories. In: New Scientist, 5. Oktober 1991

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung [BZGA] (Hrsg.): Was jede/r über AIDS wissen sollte. Köln 1992

DIFF - Deutsches Institut für Fernstudien an der Universität Tübingen: Molekularbiologie, Aufbaublock V, Virologische Aspekte, 3. AIDS, Erworbenes Immunmangelsyndrom. Tübingen 21987

Duesberg, Peter: HIV und AIDS: Korrelation, aber nicht Ursache. In: AIDS-FORSCHUNG, Heft 3/1989 (= a)

Ders.: Erwiderung von Prof. Dr. P. Duesberg [zu den Aufsätzen von R. Kurth und B. Velimirovic, s.u.]. In: AIDS-FORSCHUNG, Heft 10/1989 (= b)

Ders.: Der "Spiegel" ist der HIV-Faschist. Interview mit Peter Duesberg in: Esquire, Heft 11/1990

Ders.: AIDS-Epidemiologie: Widersprüchlichkeiten zur Annahme einer HIV-Ätiologie und Infektionskrankheit. In: AIDS-FORSCHUNG, Heft 6/1991

Ders.: Die Rolle von psychoaktiven Drogen und Medikamenten bei AIDS. The Role of Drugs in the Origin of AIDS. In: AIDS-Forschung (AIFO) Heft 12/1992

Ders.: The role of drugs in the origin of AIDS. In: Biomed & Pharmacother (1992) 46, 3 - 15 [Elsevier, Paris]

Duesberg, Peter / Mölling, Karin: Streit um das Virus HIV: Ist die AIDS-Forschung auf der falschen Spur? Disput in: Bild der Wissenschaft, Heft 1/1990

Duesberg, Peter / Ellison, Bryan*: Ist das Aids-Virus Science-fiction? In: Was macht den Menschen krank? 18 kritische Analysen. Hrsg. v. Klaus York u.a. Basel, Boston, Berlin 1991. 
*
Auf Grund eines Fehlers beim Verlag wird der Ko-Autor Ellison nicht genannt. [Mitteilung von P. Duesberg].

Glomp, Ingrid: AIDS - Tolerieren statt bekämpfen. In: Bild der Wissenschaft, Heft 11/1991

Hoering, U., Wichterich, Ch.: Afrika in den neunziger Jahren. Göttingen 1991

Jensen, Ruth: Umweltschaden AIDS? Hintergründe einer biologischen Katastrophe. Frankfurt 1990. (Verlag 2001)

Justice, Blair: Wann das Immunsystem schwach wird. In: Psychologie heute, Heft 3/1991

Kremer, Heinrich: Wie seriös ist die Seuchenmedizin? In: Materialien zum Film »Die AIDS-Rebellen«. Dortmund 1992. (pad-Verlag)

Kurth Reinhard: Verursacht HIV AIDS? Eine aktualisierte Antwort auf Duesbergs Theorien. In: AIDS-FORSCHUNG, Heft 10/1989

Kursbuch Gesundheit. Hrsg. v. V. Corazza u.a. Köln 1990

McKenna, J.J.: The Role of Syphilis in AIDS. In: Abstracts vom Internationalen Symposium »AIDS - A Different View« (14. - 16. 05. 1992 in Amsterdam)

Leonhard, H.-W.: Alles nur ein Irrtum? Zur Kritik von Peter Duesberg an der AIDS-Forschung. In: neue praxis. Zeitschrift für Sozialarbeit, Sozialpädagogik und Sozialpolitik. 22. Jg., Heft 1 (1992), S. 14 - 29

Rappoport Jon: Fehldiagnose AIDS. Geschäft mit einem medizinischen Irrtum. Südergellersen 1990. (Erstveröffentlichung in den U.S.A 1988)

Schneider, Kawi: »AIDS« - Aufstieg und Fall eines Virus-Mythos. Dortmund 1991

StBA - Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch 1991 für das vereinigte Deutschland. Wiesbaden 1991

Velimirovic, Boris: Wie steht es eigentlich mit den Postulaten der Kausation? Zu Duesbergs Artikel: HIV und AIDS ... In: AIDS-FORSCHUNG, Heft 10/1989

Wallerstein, Paul: Das AIDS-Dilemma - Forschung in der Sackgasse. Freiburg im Breisgau 1988

WHO-Report No.29: AIDS Surveillance in Europe. (Situation by 31st March 1991). In: AIDS-FORSCHUNG, Heft 9/1991

Zell, Rolf Andreas: Das Lehrstück. Nach AIDS begreifen wir das Immunsystem nicht mehr. In: Bild der Wissenschaft, Heft 8/1990