Peter H. Duesberg: Die Rolle von psychoaktiven Drogen und Medikamenten bei AIDS

Einleitung - Widersprüche zwischen AIDS und Infektionskrankheiten - Das zeitliche Zusammenfallen der AIDS-und Drogen-Epidemien - Epidemiologische Überschneidungen zwischen Drogen und AIDS-bezogenen Gesundheitsstatistiken - Drogen-und Medikamentenmißbrauch in den AIDS-Risikogruppen - Drogenkonsum als eine Voraussetzung für AIDS-Krankheiten - Die toxischen Wirkungen der von AIDS-Patienten eingenommenen Drogen - Schlußfolgerungen - Literatur

Quelle: AIDS-Forschung (AIFO) Dezember 1992, Heft 12, S. 631-641
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AIFO 12/1992 - Originalarbeiten -Originals

Die Rolle von psychoaktiven Drogen und Medikamenten bei AIDS *

The Role of Drugs in the Origin of AIDS

Peter H. Duesberg

Prof. Dr. Peter Duesberg, Department of Molecular and Cell Biology, 229 Stanley Hall, University of California, Berkeley, CA 94720, USA.

* Überarbeitete deutsche Fassung eines englischen Artikels, der in Biomedicine and Pharmacotherapy 46, 3 -15 (1992) erschienen ist.
Vgl. hierzu auch: Duesberg: AIDS acquired by drug consumption and other noncontagious risk factors. Pharmacol. Ther. 

Zusammenfassung:
Der Verfasser vertritt die These, daß die neuen amerikanischen und europäischen AIDS-Epidemien durch psychoaktive Drogen und Anti-HIVMedikamente hervorgerufen werden und nicht durch HIV (human inununodeficiency virus). Aus chronologischer Sicht folgte die AIDS-Epidemie der achtziger Jahre einem massiven Anstieg im Drogenkonsum, welcher in den sechziger und siebziger Jahren einsetzte. In epidemlologischer Hinsicht stammen über 80% der Opfer beider Epidemien aus derselben Altersgruppe von 20-bis 40jährigen, von denen 90% Männer sind. Fast alle amerikanischen (97 %) und europäischen (87 %) AIDS-Patienten kommen aus Gruppen mit abnormalen Gesundheitsrisiken. In den Vereinigten Staaten sind 22% dieser Gruppe Personen, die von intravenös verabreichten Suchtmitteln abhängig sind ("Fixer"). und deren Kinder; etwa 60% sind Homosexuelle, die Langzeitkonsumenten von oralen Aphrodisiaka sind,. Ein weiterer, unbekannter Prozentsatz nimmt auf ärztliches Rezept AZT, einen zytotoxischen DNA-Ketten-Terminator, als HIV-Inhibitor ein. Es gibt direkte Belege dafür, daß die genannten Drogen bei HIV-Positiven notwendig und bei HIV-Negativen ausreichend sind für die Entwicklung von AIDS-Krankheiten. Die Drogen-AIDSHypothese gestattet die folgenden prüfbaren Prognosen. 
1. In den Vereinigten Staaten ist AIDS eine neue Krankheit, da die Drogenepidemie neu ist, während die HIV-Epidemie alt ist und sich seit 1985 bei einer konstanten Zahl von 1 Million Amerikanern hält; 
2. Trotz einer Zunahme von Geschlechtskrankheiten bleibt das Auftreten von AIDS auf Langzeit-Drogenkonsumenten und kleine Gruppen von Personen mit klinischen Defekten beschränkt; 
3. Über 72 % der AIDS-Erkrankungen in den USA treten bei 20-bis 44jährigen Männern auf, denn diese Gruppe stellt 80% der Konsumenten von harten und psychoaktiven Drogen; 
4. Es bestehen Korrelationen zwischen bestimmten AIDS-Krankheiten und bestimmten Drogen und Medikamenten, z.B. zwischen Kaposi-Sarkom und nitrithaltigen Inhalationsmitteln, Tuberkulose und intravenös konsumierten Drogen, oder zwischen Leukopenie, Anämie, Übelkeit und AZT; 
5. AIDS-Krankheiten werden nur nach Lantzeitdrogenkonsum erworben~ und nicht nach einmaligem Kontakt, wie die Virus-Hypothese behauptet. Die Drogen-Hypothese läßt sich sowohl in epidemiologischer als auch in experimenteller Hinsicht im Tierversuch. nachprüfen. Nach dieser Hypothese kann der Großteil dessen, was als AIDS bezeichnet wird, durch die Unterbindung des Drogenkonsums verhindert werden. Darüber hinaus liefert dieser Standpunkt auch eine rationale therapeutische Grundlage.

Summary: lt is proposed that the new American and European AIDS epidemies are, caused by recreational and anti-HIV drugs rather than by the human immunodeficiency virus (HIV). Chronologieally, the AIDS epidemie in the 1980s followed a massive esealation in the con,sumption of reereational drugs that started in the 1960s and 70s. Epidemiologieally, both,epidemies derive about 80 % of their victims from the same groups of 20-44 year olds, of which 90% are males. Almost all American (97%) and European (87%) AIDS patients come from groups with abnormal health risks. In America 32% of these are intravenous drug users and their children, about 60% are male homosexuals who are long-term users of oral aphrodisiae drugs and an unknown percentage are prescribed the cytotoxic DNA chain terminator AZT, as inhibitor of HIV. Direct evidence indieates that thrse drugs are necessary for HIV positives and sufficient for HIV negatives to develop AIDS diseases. The drug-AIDS hypothesis correctly prediets that: 1. AIDS is new in the US, because the drug epidemic is new, while the HIV epidemie is old -consistently fixed at 1 million Americans sinee 1985; 2. despite an inerease in venereal diseases, AIDS remains restrieted to long-term drug users and small groups with"clinical defieiencies; 3. over 72% of AIDS occurs in 20 -44 year-old males, because they account for over 80 % of hard, psychoactive drug, use;, 4. distinct AIDS diseases correlate with the use of distinet drugs, e. g. Kaposi's sarcoma with nitrite inhalants, tuberculosis with intravenous drugs, and leukopenia, anemia, and nausea with AZT; 5. AIDS diseases are only acquired after long-term drug consumption, rather than after single contacts as the virus hypothesis predicts. The drug hypothesis ean be tested epidemlologically and experimentally in animals. It prediets that most cases of AIDS ean be prevented by stopping the consumption of drugs, and provides a rational basis for therapy.

Schlüsselwörter: Nicht-infektiöses AIDS - drogenspezifische AIDS-Krankheiten - drogenabhängige AIDS-Epidemiologie - drogenabhängige AIDS-Inkubationszeiten.

Key words: Noninfectious AIDS -drugspecifice AIDS diseases -drug-dependent AIDS epidemiology -drugdependent AIDS incubation periods.

 


Was ist das Schwerste von allem? 
Was Dir das Leichteste dünkt: 
mit den Augen zu sehen, 
was vor den Augen Dir liegt. 
(Xenien, Goethe)

Einleitung

AIDS ist ein neues Syndrom, das aus 25 bereits bekannten Krankheiten besteht (1 -3). In den Vereinigten Staaten handelt es sich bei 63 % dieser Krankheiten um mikrobielle Krankheiten wie Pneumonie, Candidiasis, Tuberkulose, Zytomegalie und Herpes-Virus-Infektionen (1, 4) als Folge einer Immunschwäche aufgrund schwerer Verminderung von T-Zellen (2, 3). Die verbleibenden 37 % der AIDS-Krankheiten sind Demenz, konsumierende Erkrankungen (Wüstung disease), Kaposi Sarkom und Lymphome, welche nicht durch Immundefekte hervorgerufen werden und in keinem sicheren Zusammenhang mit Immundefekten und Mikroben stehen (4 -7). Fast alle amerikanischen (9717~) und europäischen (87 %) AIDS-Patienten kommen von Gruppen mit abnormalen Gesundheitsrisiken (4, 8). In den Vereinigten Staaten sind 32 % der AIDS-Patienten intravenöse Drogenkonsumenten (4, 9), etwa 6017, Homosexuelle, die häufig aphrodisierende Drogen benutzen (4), und der Großteil der übrigen Patienten weist schwere klinische oder der kongenitale Defekte auf, einschließlich Hämophilie (4, 5, 10). Etwa 96 % der AIDS-Patienten in den Vereinigten Staaten und 98 % in Europa sind zwischen 20 und 44 Jahren alt, und 90 % der amerikanischen und 86 % der europäischen AIDS-Patienten sind Männer (4,8).

Bei den unterschiedlichen AIDS-Risikogruppen treten unterschiedliche AIDS-Krankheiten auf. So kommt das Kaposi-Sarkom 20mal häufiger bei Homosexuellen als bei anderen AIDS-Patienten vor (11), bei intravenösen Drogenkonsumenten sieht man ein gehäuftes Auftreten von Tuberkulose, bei Crack-Rauchern wiederum vermehrt Pneumonien (12), während Personen, die sich einer Therapie mit dem zytotoxischen DNA-KettenTerminator AZT unterziehen, das als HIV-Inhibitor verschrieben wird, an Anämie, Leukopenie und starker Übelkeit leiden (13-15).

Gegenwärtig sind die meisten medizinischen Wissenschaftler der Ansicht, daß AIDS durch HIV verursacht wird (2, 3). Diese Hypothese geht von folgenden Annahmenaus: 
1) daß HIV ein neuer Erreger und AIDS eine neue Krankheit in allen Ländern ist, in denen HIV vorkommt (16); 
2) daß AIDS durch die sexuelle und parenterale Übertragung von-HIV erworben wird (2, 3); und 
3) daß AIDS beim Vorliegen von HIV-Antikörpern auftritt (HIV-Test positiv), da es diesen Antikörpern nicht gelingt, das Virus zu neutralisieren (5, 17, 18).

Alle diese Annahmen sind jedoch widerlegt worden. 1. HIV ist in den Vereinigten Staaten lange etabliert, bei einem außerordentlich konstanten Reservoir von ungefähr 1 Million Trägern. Seit dem Jahre 1985 wird dies jährlich mit dem HIV-Test, der den Nachweis der gebildeten Antikörper ermöglichte, bestätigt (5, 19). Nach Farrs Gesetz der Epidemiologie (20) weist diese Tatsache darauf hin, daß die HIV-Epidemie in Amerika bereits alt ist, denn neue Mikroben breiten sich in einer empfänglichen Bevölkerung exponentiell aus (21). Daher kann HIV nicht als plausible Ursache einer neuen Epidemie angesehen werden.

2. HIV wird auf natürlichem Weg von Müttern auf Kinder mit einer Effizienz von ungef ähr 50 % übertragen (5). Die wirkliche Effizienz liegt möglicherweise höher als die serologischen Tests anzeigen, denn manche latente Proviren werden erst im fortgeschrittenen Alter aktiviert (5, 22). Im Vergleich dazu ist die Übertragung von HIV durch Geschlechtsverkehr in hohem Maße ineffizient und erfordert etwa 1000 sexuelle Kontakte im Durchschnitt (5, 23), da die Samenflüssigkeit kein HIV enthält. Nur bei einem einzigen HIV-positiven Mann aus einer Gruppe von 25 gelang es mittels PolymeraseKettenreaktion, ein Provirus in 1 Million Samenzellen festzustellen (24). Daraus geht hervor, daß die perinatale Übertragung das Überleben des HIV garantiert (5). Da Retroviren (5, 25) und andere Viren (26, 2 7), die durch perinatale Übertragung überleben, nicht von letaler pathogener Wirkung sein können, muß HIV aller Wahrscheinlichkeit nach als harmloses Retrovirus gelten.

3. Innerhalb von Wochen nach horizontaler Infektion wird die Aktivität des HIV "rasch und effektiv eingeschränkt" (28, U) durch die antivirale Immunität, im Durchschnitt auf ein Virus unter 10000 T-Zellen (6). Diese Immunität bietet keinen Schutz gegen AIDS. Sie schließt daher eine tragende Rolle des HIV bei AIDS aus.

Widersprüche zwischen AIDS und Infektionskrankheiten

1. Es gibt nicht einen einzigen erhärteten Fall eines im Gesundheitswesen tätigen Menschen, der AIDS von einem Patienten bekommen hat, obwohl man die Zahl der AIDS-Patienten in den letzten zehn Jahren in den Vereinigten Staaten mit 206 000 beziffert (4) und es keine antivirale Impfung oder Medikamente gibt (6). In ähnlicher Weise gibt es keinen einzigen Wissenschaftler, der AIDS von HIV oder anderen Mikroben von AIDS-Patienten bekommen hatte, die in Hunderten, Forschungslabors und pharmazeutischen Unternehmen vermehrt werden (5, 6).

2. In einer empfänglichen Bevölkerung breiten sich alle neuen Infektionskrankheiten exponentiell aus (20, 21). Trotz weitverbreiteter Warnungen hat AIDS seit 1987 aus einem Reservoir von 100 Millionen empfänglichen, sexuell aktiven Amerikanern jährlich nur etwa 30000 Opfer gefordert, oder anders dargestellt, 0,03% dieser Personengruppe, obwohl die bekannten Geschlechtskrankheiten in den Vereinigten Staaten im Zunehmen begriffen sind (3, 30) und es keinen Anti-HIV-Impfstoff oder ein wirksames Anti-HIV-Medikament gibt.

3. Alle ansteckenden Geschlechtskrankheiten verteilen sich fast gleichmäßig zwischen den beiden Geschlechtern (31). Im Gegensatz hierzu entfallen seit 1981 90 % aller AIDS-Fälle in den Vereinigten Staaten und Europa auf Männer (4).

4. Fast alle Amerikaner (97 %) und Europäer (87 %), bei denen AIDS auftritt, sind abnormen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt gewesen (4, 8). Zu diesen Risiken gehören der Langzeitkonsum von 'psychoaktivierenden und aphrodisierenden Drogen sowie die Einnahme von Anti-HIV-Medikamenten, wie der zytotoxische DNAKetten-Terminator AZT (siehe unten), oder kongenitale oder erworbene gesundheitliche Schäden wie Hämophilie (4, 5, 8). Diese Tatsachen weisen darauf hin, daß verhaltensbedingte oder klinische Gesundheitsrisiken die Voraussetzungen für das Auftreten von AIDS sind.

5. Die Beobachtungen, nach denen bestimmte AIDS-Risikogruppen auch bestimmte AIDS-Krankheiten aufweisen, lassen sich nur schwer mit der Vorstellung einer gemeinsamen infektiösen Ursache in Einklang bringen. So weisen Homosexuelle ein zwanzigfach höheres Auftreten von Kaposi-Sarkom gegenüber HIV-Trägern anderer Risikogruppen auf (11), intravenöse Drogenkonsumenten zeigen eine höhere Neigung, an Tuberkulose zu erkranken (32, 33), Crack-Raucher (Kokain) sind für Pneumonien prädisponiert (12), während Personen, die sich einer AZT-Therapie unterziehen, häufig. an Leukopenie, Anämie, Lymphomen und Übelkeit leiden (13-15, 34, 35). Babys haben spezifische bakterielle und neurologische AIDS-Krankheiten (4). Afrikaner haben andere AIDS-Krankheiten als Amerikaner und Europäer, z. B. haben 50 % der Amerikaner eine Pneumocystis-carinii Pneumonie, die bei den Afrikanern fast nie als AIDS registriert wird (5, 6).

6. Alle AIDS-Krankheiten treten auch in Abwesenheit von HIV in allen AIDS-Risikogruppen auf (5). Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, daß die monatlichen HIV / AIDS Surveillance Reports der Centers for Disease Control (CDC) keinerlei statistische Angaben über das Auftreten von HIV bei AIDS-Patienten machen (4).

In Anbetracht dieser Diskrepanzen zwischen AIDS und Infektionskrankheiten und dem völligen Fehlen eines gemeinsamen, aktiven Erregers bei AIDS, sind eine Reihe von Wissenschaftlern zu dem Schluß gelangt, daß AIDS möglicherweise keine ansteckende Krankheit darstellt (5, 10, 36-44). Im folgenden wollen wir die Hypothese untermauern, nach der alle amerikanischen und europäischen AIDS-Krankheiten, die ihre zu erwartende Häufigkeit überschreiten, das Resultat eines Langzeitkonsums von psychostimulierenden Drogen und Anti-HIV-Medikamenten sind.

 

Das zeitliche Zusammenfallen der AIDS-und Drogen-Epidemien

Das Auftreten von AIDS in den Vereinigten Staaten im Jahr 1981 (2, 3) fiel mit einer massiven Eskalation des Konsums von psychoaktivierenden und aphrodisierenden Drogen zusammen (45-51). Das amerikanische Bureau of Justice Statistics (Amt für Justiz-Statistik) berichtet von einem Anstieg der Drogendeliktverhaftungen von etwa 450000 im Jahr 1980 auf 1,4 Millionen im Jahr 1989 (45, 51). Im Jahr 1980 konnte die amerikanisehe Drug Enforcement Administration (Behörde zur Bekämpfung von Rauschgiftdelikten) 500 kg Kokain konfiszieren, 1983 waren es ungefähr 9000 kg, 1989 80 000 kg, und schließlich 100 000 kg im Jahr 1990 (45, 46, 52). Die Behörde schätzt, daß höchstens 2017t des in die Vereinigten Staaten eingeschmuggelten Kokains konfisziert wird (53). Kokainbedingte Notfalleinlieferungen in die Krankenhäuser nahmen zwischen 1984 und 1988 um ein fünffaches zu (50). Die Anzahl von konfiszierten Doseneinheiten von pharmazeutischen Stimulierungsmitteln wie Amphetaminen stieg im Zeitraum zwischen 1981 und 1989 von 2 Millionen auf 97 Millionen (46).

Des weiteren hat der Konsum von psychoaktivierenden und aphrodisierenden, nitrithaltigen Inhalationsmitteln, der in den sechziger Jahren angefangen und Mitte der siebziger Jahre epidemische Ausmaße erreicht hat, einige Jahre vor dem ersten Auftreten von AIDS eingesetzt (54). Nach Angaben des National Institute on Drug Abuse (Nationales Institut für Drogenmißbrauch) haben im Zeitraum von 1979 bis 1980 über 5 Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten nitrithaltige Inhalationsmittel wenigstens einmal in der Woche konsumiert (54), was einer jährlichen Gesamtzahl von 250 Millionen Dosen entspricht (55). Im Jahr 1976 erreichte der Absatz von nitrithaltigen Inhalationsmitteln in einer einziger amerikanischen Stadt eine jährliche Summe in Höhe von 50 Millionen Dollar (54), bei einem Preis von 5 Dollar pro Dosis von 12 ml (56).

Seit 1987 wird der zytotoxische DNA-Ketten-Terminator AZT als Anti-HIV-Medikament verschrieben (35, 5 7). Gegenwärtig nehmen 120 000 HIV-positive Amerikaner und weltweit 180000 Personen mit und ohne AIDS dieses Medikament ein (5) (Burroughs-Wellcome, persönliche Mitteilung, April 1992).

 

Epidemiologische Überschneidungen zwischen Drogen und AIDS-bezogenen Gesundheitsstatistiken

Drogen und AIDS scheinen ihre Opfer von den gleichen Risikogruppen zu fordern. So berichtet das CDC zum Beispiel von einem Anstieg der jährlichen Sterblichkeitsrate der 25 bis 44 Jahre alten männlichen Amerikaner von 0,21 % im Jahr 1983 auf 0,23 %,im Jahr 1987, was etwa 10000 Todesfällen unter den ungefähr 50 Millionen Personen in dieser Altersgruppe (34) entspricht. Da die jährliche Anzahl von AIDS-Todesfällen bis 1978 ebenfalls auf 10000 angestiegen war, wurde HIV als die Ursache hierfür angesehen (1, 2, 4). Die Sterblichkeitsrate durch Septikämie bei Männern zwischen 25 und 44 Jahren, welche als Indikator für intravenösen Drogenkonsum gilt, stieg zwischen 1980 und 1987 fast um das Vierfache von 0,46 pro 100000 auf 1,65 pro 100000 Personen, während die direkte Sterblichkeit durch Drogenmißbrauch sich verdoppelte (58, 59), was auf die signifikante Rolle von Drogen bei der gestiegenen Sterblichkeitsrate in dieser Gruppe hinweist (58). Darüber hinaus haben die Todesfälle von Personen mit AIDS-Krankheiten sowie die Todesfälle durch Pneumonie und Septikämie, die nicht AIDS-bezogen waren, pro 1000 intravenösen Drogenkonsumenten in New York im genau gleichen Maße zugenommen, nämlich von 3,6 im Jahr 1984 auf jeweils 14,7 und 13,6 im Jahr 1987 (60). Angesichts dieser Tatsachen kommt das CDC zu folgender Einschätzung der Lage: "Wir können jedoch nicht unterscheiden, ob der Anstieg der Sterblichkeit durch Drogenmißbrauch gewisse Trends hinsichtlich des illegalen Drogenkonsums unabhängig von der HIV-Epidemie widerspiegelt" (58). Eine neue Epidemie physiologischer und neurologischer Defekte unter amerikanischen Kindern, einschließlich geistiger Retardierung, wurde von manchen Fachleuten als Folge mütterlichen Drogenkonsums (61) und von anderen als Auswirkung einer HIV-Infektion angesehen (3, 4).

Ein anderer, höchst bemerkenswerter Umstand ist die Tatsache, daß es sich bei über 72 % aller amerikanischen AIDS-Patienten (4) und bei über 80 % aller Amerikaner, die harte psychoaktivierende Drogen konsumieren (49, 62) oder wegen Drogenbesitz verhaftet werden (45), um Männer zwischen 20 und 44 Jahren handelt. Daher besteht eine ganz erhebliche epidemiologische Überschneidung zwischen den beiden Epidemien (48), welche von der National AIDS Commission (9) als die "ZwillingsEpidemien von Drogenmißbrauch und HIV" bezeichnet wird.

 

Drogen-und Medikamentenmißbrauch in den AIDS-Risikogruppen

Ein Drittel aller AIDS-Patienten rekrutiert sich aus der Gruppe der intravenösen Drogenkonsumenten

Gegenwärtig rekrutieren sich 32 % aller amerikanischen AIDS-Patienten aus Gruppen, die Drogen wie Heroin, Kokain und andere Rauschmittel auf intravenösem Weg konsumieren (4, 9). In dieser Gruppe finden sich ungefähr 75 % der heterosexuellen AIDS-Fälle, 71 % der Frauen mit AIDS und über 10 % der männlichen Homosexuellen und Hämophilen mit AIDS (4, 9). Hinzu kommt, daß etwa 50 % aller-amerikanischen Kinder mit AIDS von Müttern zur Welt gebracht wurden, die als gesicherte intravenöse Drogenkonsumenten gelten, und weitere 20 % von Müttern die sexuelle Kontakte mit intravenösen Drogenkonsumenten unterhielten, und daher sehr wahrscheinlich ebenfalls die entsprechenden Drogen konsumiert haben (4, 9). In entsprechender Weise sind 33 % der europäischen AIDS-Patienten ebenfalls intravenöse Drogenkonsumenten (8, 63).

Homosexuelle, die oral eingenommene psychoaktivierende Drogen konsumieren, stellen ungefähr 60 % aller amerikanischen AIDS-Patienten

Ungefähr 60% aller amerikanischen AIDS-Patienten sind Homosexuelle zwischen 20 und 44 Jahren (4). Die folgenden Belege sprechen dafür, daß diese Personen aus Gruppen stammen, die orale psychoaktivierende und aphrodisierende Drogen für sexuelle Kontakte mit hunderten, und sogar über 1000 Partnern einnehmen (64, 65). Eine Studie an 3 916 sich bekennenden amerikanischen Homosexuellen, bislang die größte ihrer Art, gab 1990 an, daß 83 % der Befragten eine Droge oder ein Medikament und etwa 60 % zwei oder mehr Drogen in Verbindung mit Sex während der vorangegangenen sechs Monate konsumiert hatten (66). Zu diesen Drogen gehören nitrit-und äthylchloridhaltige Inhalationsmittel, Kokain, Amphetamine, Methaqualone, Lysergsäure, Phenylcyclidin und weitere (10, 39, 41, 44, 64 -72). Eine Studie mit einer Gruppe von 359 Homosexuellen aus San Francisco berichtete 1978, daß 84% der Befragten Kokain, 82 % Alkylnitrite, 64 % Amphetamine, 51 % Quaaludes und 41 % Barbiturate konsumiert hatten, während 20 % Drogen injiziert und 13 % Spritzbesteck geteilt hatten (64). Die folgenden Infektionen wurden festgestellt oder waren in der Vergangenheit durchgemachtworden: 74% Gonorrhö, 73% Hepatitis B, 67% HIV, 30 % Amöbenruhr und 20 % Syphilis (64). Diese Gruppe wurde stichprobenweise aus einer Gruppe von Homosexuellen herausgesucht, die sich im Zeitraum zwischen 1978 und 1989 für Untersuchungen auf Hepatitis B, und als Antisera-Spender freiwillig zur Verfügung gestellt hatten. Dieselbe Gruppe stellte die Grundlage für die Berechnung dar, nach welcher eine 50%ige Progressionsrate vom positiven Nachweis von HIV bis zum Ausbruch von AIDS mit ungefähr 10 Jahren angegeben (73, 74) und als "relevant für die Gesamtbevölkerung" proklamiert wurde (74).

Nitrithaltige Inhalationsmittel und möglicherweise andere Drogen werden von Homosexuellen als Aphrodisiaka verwendet, da sie den Analverkehr erleichtern (54,66, 70, 75). Eine frühe CDC-Untersuchung an 420 Homosexuellen stellte einen wesentlich höheren Verbrauch an nitrithaltigen Inhalationsmitteln in dieser Gruppe im Gegensatz zu heterosexuellen Personen fest und konnte eine direkte Korrelation zwischen dem Konsum dieser Mittel und der Anzahl verschiedener homosexueller Partner nachweisen (37). Studien über den Verbrauch von nitrithaltigen Inhalationsmitteln in San Francisco kamen zu dem Ergebnis, daß 58 % der Homosexuellen im Jahr 1984 und 27 % im Jahr 1991 diese Mittel benützten im Vergleich zu unter 1 % der heterosexuellen oder lesbischen Personen in der gleichen Altersgruppe (76).

Ein unbekannter Prozentsatz der AIDS-Patienten rekrutiert sich aus Gruppen, die AZT einnehmen

Gegenwärtig gibt es ungefähr 120000 Amerikaner und 180000 Personen weltweit, die mit und ohne AIDS den zytotoxischen DNA-Ketten-Terminator AZT einnehmen (5) (Burroughs-Wellcome, persönliche Mitteilung, April 1992), sowie eine unbekannte Zahl von Personen, die andere DNA-Ketten-Terminatoren wie ddI und ddC einnehmen (15). Seit 1987 ist AZT HIV-Trägern mit manifesten AIDS-Symptomen (3, 14, 57, 77) und seit 1990 asymptomatischen HIV-Trägern einschließlich Säuglingen und Blutern (78, 79) verordnet worden, um die HIV-DNA Synthese zu unterbinden (35). Daher kann man davon ausgehen, daß ein unbekannter, aber möglicherweise hoher Anteil der 30-bis 40000 Amerikaner, die gegenwärtig jährlich an AIDS erkranken (4), AZT vor oder nach dem Ausbruch von AIDS eingenommen haben. Von 634 einer Gruppe von 462 HIV-positiven, AIDS-symptomfreien Homosexuellen aus Los Angeles, die in der oben genannten Studie mitenthalten sind (66), nehmen 249 Personen AZT oder ddI (80).

 

Drogenkonsum als eine Voraussetzung für AIDS-Krankheiten

Um zwischen HIV und Drogen als AIDS-Ursachen unterscheiden zu können, muß man jene HIV-Träger identifizieren, die AIDS nur bei entsprechendem Drogenkonsum und Medikamentenmißbrauch entwickeln, oder jene HIV-freien Drogenkonsumenten, die AIDS-Indikatorkrankheiten aufweisen.

Drogenkonsum als notwendige Voraussetzung für AIDS bei vermutlichen oder bestätigten HIV-Trägern

1. Epidemiologische Korrelationen belegen, daß der Konsum von nitrithaltigen Inhalationsmitteln eine notwendige Voraussetzung für das Auftreten des Kaposi-Sarkoms ist: a) ein 27-bis 58fach höherer Konsum von' nitrithaltigen Mitteln (70, 76) bei Homosexuellen gegenüber allen anderen AIDS-Patienten derselben Altersgruppe entspricht einem 20fach häufigeren Auftreten des Kaposi-Sarkoms (11); b) bei Homosexuellen haben jene Personen mit Kaposi-Sarkom nitrithaltige Inhalationsmittel doppelt so häufig gebraucht wie Personen mit anderen AIDS-Krankheiten (39); während der letzten sechs bis acht Jahre ist der Konsum von nitrithaltigen Inhalationsmitteln bei Homosexuellen zurückgegangen, beispielsweise in San Francisco von 58 % im Jahr 1984 auf 27 % im Jahr 1991 (76). Parallel dazu ist das Auftreten von Kaposi-Sarkom unter amerikanischen AIDS-Patienten von einem Spitzenwert von 35 % im Jahr 1983 (81) auf einen Tiefstand von 10 % im Jahr 1990 (4) zurückgegangen. Es ist durchaus plausibel, daß nitrithaltige Inhalationsmittel ausreichende Ursachen dieser Krankheiten sein können, denn in den beiden Studien gab es keinen Hinweis auf eine bestehende HIVInfektion.

2. Spezifische Korrelationen belegen ebenfalls, daß der Konsum, von Nitriten eine notwendige Voraussetzung für das Auftreten von AIDS ist. Die ersten fünf Fälle, die im Jahr 1981 vor der Identifizierung von HIV auftraten, waren Homosexuelle, die alle nitrithaltige Inhalationsmittel konsumiert hatten und Pneumocystis-carinii-Pneumonie und Zytomegalievirus-Infektionen aufwiesen (82). Frühes CDC-Material belegt, daß 86 % der Homosexuellen mit AIDS in den Jahren 1981 und 1982 orale Drogen mindestens einmal wöchentlich, und 97 % diese gelegentlich eingenommen haben (3 7, 4 7). Des weiteren hatten alle 20 Patienten mit Kaposi-Sarkom nitrithaltige Inhalationsmittel verwendet (42). Das amerikanische National Institute on Drug Abuse berichtet von Korrelationen zwischen 69 % (83) bis praktisch 100 % (39, ,54) zwischen dem Konsum von nitrithaltigen Inhalationsmitteln und dem' Auftreten von Kaposi-Sarkom und Pneumonien. Auch hier spricht vieles dafür, daß diese Medikamente als alleinige Ursachen der genannten Krankheiten gelten können, da auch in diesen Fällen HIV nicht diagnostiziert wurde.

3. Das Auftreten von AIDS-Krankheiten bei einer Gruppe von 297 HIV-positiven, asymptomatischen intravenösen Drogensüchtigen war innerhalb eines Zeitraums von 16 Monaten bei den Personen, die weiterhin Drogen konsumierten, dreimal höher als bei denjenigen, die aufgehört hatten, Drogen zu injizieren (84).

4. Die T-Zell-Werte von 65 HIV-infizierten Drogen Süchtigen aus New York fielen über einen Zeitraum von neun Monaten proportional zu dem Drogenkonsum um durchschnittlich 35 % gegenüber Kontrollpersonen, die ihren Drogenkonsum eingestellt hatten (85).

5. Eine kontrollierte Studie mit einer Plazebo-Gruppe untersuchte die Wirkung von AZT als AIDS-Prophylaxe bei HIV-positiven, AIDS-freien Homosexuellen im Alter zwischen 25 und 45 Jahren und bei intravenösen Drogenkonsumenten. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen belegen, daß AZT verschiedene Krankheiten hervorruft, einschließlich solcher, die in der AIDS-Definition enthalten sind (79). Bei einer Gruppe von 453 Personen, die über einen Zeitraum von einem Jahr eine tägliche AZT-Dosis von 500 mg eingenommen haben, traten 11 AIDS-Fälle auf, während im gleichen Zeitraum eine Gruppe von 457 Teilnehmern mit einer täglichen AZTDosis von 1500 mg 14 AIDS-Fälle aufwies. In der Plazebo-Gruppe von 428 Personen wurden 33 AIDS-Fälle gezählt.

Der Preis für den vermeintlichen Unterschied von jeweils 22 und 19 weniger AIDS-Fällen in den AZTGruppen war hoch, denn die AZT-Gruppe mit der täglichen Dosis von 500 mg zeigte 19 Fälle mehr von Anämie, Neutropenie und Übelkeit gegenüber der Plazebo-Gruppe, während sich in der Gruppe mit der Dosis von 1500 mg AZT 72 Mehr solche Fälle gegenüber der Plazebo Gruppe fanden. Diese Tatsachen weisen auf die zellzerstörende Wirkung des AZT bei der Blutbildung und am Darmtrakt hin.'Während diese AZT-spezifischen Krankheiten nicht als AIDS diagnostiziert wurden; erzeugt Neutropenie schwere Immunschwäche und damit AIDS. Die Studie machte keine Angaben über Verluste von T-Zellen. Dies ist überraschend angesichts der vorangegangenen Berichte über die Toxizität des AZT für T-Zellen und allgemeine Toxizität für Knochenmarkzellen (14, 35, 57, 86). Des weiteren handelte es sich bei 10 spezifischen AIDS-Krankheiten in der Plazebo-Gruppe um Karzinome und Demenz, während nur drei und zwei solcher Fälle in den AZT-Gruppen mit täglichen Dosen von 500 mg und 1500 mg beobachtet wurden. Dies läßt auf eine Bevorzugung von Personen mit besserem gesundheitlichen Zustand für die AZT-Gruppen schließen. Die Aussagekraft dieser Studie wird weiter getrübt durch die Nichtbeachtung der Einnahme psychostimulierender Drogen und der vielen zusätzlichen Behandlungen der Studienteilnehmer.

6. Innerhalb von 48 Wochen AZT-Einnahme haben 172 (56 %) von 308 australischen AIDS-Patienten eine oder mehrere neue AIDS-Krankheiten entwickelt, einschließlich Pneumonien und Candidiasis (87).

Demnach induziert AZT AIDS-Krankheiten innerhalb von einem Jahr, also in ganz erheblich kürzerer Zeit als die Periode von 10 Jahren, die HIV angeblich benötigt, um AIDS hervorzurufen (73). In ähnlicher Weise konnte eine Studie mit einer Gruppe von 365 AIDS-Patienten aus Frankreich keine therapeutischen Wirkungen nach sechsmonatiger A.ZT-Einnahme feststellen. Innerhalb von neun Monaten mit AZT-Behandlung waren neue AIDS-Krankheiten aufgetreten, und ungefähr 50 % der, Gruppe litten an Leukopenien. Nach diesem Zeitraum waren 20% der Teilnehmer verstorben. Eine norwegische Studie mit vier AIDS-Patienten konnte nach einer sechsmonatigen Behandlungsdauer mit AZT ebenfalls keine therapeutischen Wirkungen feststellen (88).

7. Die jährliche Lymphomrate von AIDS-Patienten, die mit AZT behandelt werden, gibt das National Cancer Institute mit 9 % an, wobei ein Anstieg auf 50 % innerhalb von drei Jahren errechnet wurde (13). Die Lymphomrate von unbehandelten HIV-positiven AIDS-Risikogruppen wird mit 0,3 % jährlich und 0,9 % über drei Jahre angegeben, abgeleitet von der vermeintlichen Progressionszeit von 10 Jahren vom HIV-Positiv-Status bis zum Ausbruch von AIDS (5, 73, 74) und der Lymphomrate von 3 % bei AIDS-Patienten (4). Demnach ist die Häufigkeit von Lymphomen bei AZT-behandelten Patienten zwischen 30-und 50mal höher als bei vergleichbaren unbehandelten HIV-positiven Personen. Hinzu kommt die Tatsache, daß "während der letzten drei Jahre [der AZT-Therapie] ein zunehmender Anstieg der [AIDS-]Patienten, die an Lymphomen sterben, beobachtet werden konnte...", so daß nun im Jahr 1991 in einer Gruppe von 346 AIDSPatienten in London, von denen die meisten mit AZT behandelt werden, eine Lymphomrate von 16 % gemeldet wird (89). Es ist wahrscheinlich, daß die Langzeitspiegel des mutagenen AZT (siehe unten), die bei 20-60mM lagen (500-1500 mg/pro Person täglich), für das Auftreten von Lymphomen verantwortlich waren. Die alternative Betrachtungsweise_ nach der die Lymphome durch die HIV-induzierte Immunschwäche hervorgerufen wurden, ist wenig plausibel, da das Auftreten von Karzinomen nicht notwendigerweise ein Indikator eines defekten Immunsystems ist (6, 7).

8. Zehn von 11 HIV-positiven, mit AZT behandelten AIDS-Patienten haben ihre zelluläre Immunität wiedererlangt, nachdem sie AZT zugunsten eines experimentellen AIDS-Impfstoffs abgesetzt hatten (90). Daraus folgt, daß AZT ausreichte, um Immunschwäche hervorzurufen.

9. In einem anderen Fall haben vier von fünf mit AZT behandelten Patienten sich zwei Wochen nach Absetzen von AZT von einer Myopathie erholt; bei zwei dieser Patienten ist die Myopathie bei einer nochmaligen AZT Behandlung wieder aufgetreten (91), was die ursächliche Rolle von AZT ausweist.

10. Bei vier Patienten mit Pneumonien traten schwere Panzytopenien und Knochenmarkaplasien zwölf Wochen nach Beginn der AZT-Therapie auf. Drei dieser vier Patienten haben sich innerhalb von vier bis fünf Wochen nach Absetzen des AZT erholt, was wiederum auf AZT als ursächlichen Faktor für eine Panzytopenie hinweist.

 

Drogenmißbrauch ruft AIDS-Indikatorkrankheiten in Abwesenheit von HIV hervor

1. Unter Konsumenten intravenös injizierter Drogen (i. v.) in New York, die ein Spektrum von HIV-bezogenen Krankheiten aufwiesen, waren nur 22 der 50 Personen, die an Pneumonien-starben, HIV-positiv, und ebenfalls nur sieben der 22 Endokarditis-und 11 der 16 Tuberkulose-Todesfälle (33).

2. Pneumonien wurden bei sechs von 289 HIV-freien und bei 14 von 144 HIV-positiven i.v. Drogensüchtigen aus New York diagnostiziert (92).

3. Von 54 an Tuberkulose erkrankten Gefängnisinsassen im Bundesstaat New York waren 47 Konsumenten von Straßendrogen, jedoch nur 24 HIV-positiv (32).

4. In einer Gruppe von 21 Heroinsüchtigen nahm das Verhältnis zwischen T-Helfer-Zellen und Suppressor Zellen innerhalb von 13 Jahren vom Normalwert von zwei auf unter eins ab, ein typisches Merkmal von AIDS (1, 3), nur zwei dieser Personen waren jedoch HIVpositiv (93).

5. Bei einer Gruppe von 15 i. v. Drogensüchtigen wurden Thrombozytopenie und Immunschwäche durchschnittlich 10 Jahre nach Beginn der Sucht diagnostiziert, zwei Personen waren jedoch nicht HIV-positiv (94).

6. Eine verminderte Reaktivität und Anzahl der Lymphozyten wurde nicht nur bei einer Gruppe von 111 HIVpositiven i. v. Drogenabhängigen aus Holland festgestellt, sondern auch bei 210 HIV-freien i. v. Drogensüchtigen (91,7).

7. Bei Langzeitkonsumenten intravenöser Drogen aus New York, wurden die gleichen Symptome (Lymphadenopathien, Gewichtsverlust, Fieber, Nächtschweiß, Durchfall und Mundinfektion) sowohl bei 49 von 82 HIVfreien, als auch bei 89 von 136 HIV-positiven Süchtigen festgestellt (9e). Die gleichen Beobachtungen wurden bei 40 % von 113 französischen intravenösen Drogenkonsumenten gemacht, wobei 69 Personen HIV-positiv und 44 HIV-negativ waren (97). Die Personen in der französischen Gruppe hatten durchschnittlich fünf Jahre Drogenkonsum hinter sich.

8. Bei sechs HIV-freien Homosexuellen mit Kaposi-Sarkom gaben fünf den Konsum von nitrithaltigen Inhalationsmitteln an (98).

9. Ähnliche neurologische Defekte wurden bei 12 HIVpositiven und bei 16 HIV-negativen Säuglingen von drogensüchtigen Müttern festgestellt (99).

Aus diesen Befunden geht hervor, daß die Langzeiteinnahme von Drogen und Anti-HIV-Medikamenten bei HIV-positiven Personen die erforderliche Voraussetzung zur Induzierung von AIDS-Indikator-und anderen Krankheiten darstellt, und bei HIV-negativen Personen ausreicht, uni diese Krankheiten hervorzurufen.

 

Die toxischen Wirkungen der von AIDS-Patienten eingenommenen Drogen

Die Toxizität von Rausch-und Suchtmitteln

Bereits 1909 (100) konnte Beweismaterial gesammelt werden, welches belegt, daß Rauschgiftsucht zu AIDSähnlichen Immunsuppressionen und klinischen Anomalien führen kann, einschließlich Lymphopenien, Lymphadenopathien, Fieber-, Gewichtsverlust, Septikämie sowie zu erhöhter Empfänglichkeit für Infektionen und neurologische Störungen (60, 65, 101-109). Intravenös verabreichte Drogen können von direkter toxischer Wirkung sein oder auch eine indirekte, toxische Wirkung auf dem Weg der Mangelernährung entfalten. Hierbei spielen einerseits die enorm hohen Kosten für den Süchtigen eine Rolle sowie die Gefahren der Septikämie, da die meisten illegalen Drogen keineswegs steril sind, sondern Verunreinigungen enthalten (33, 48, 58, 110). Berichten zufolge hat die orale Einnahme von Kokain und anderen psychoaktivierenden Drogen Pneumonien, Bronchitis, Ödeme und andere Krankheiten hervorgerufen (12). Bei Kindern von Müttern, die kokainsüchtig sind und andere Drogen einnehmen, werden physiologische Defekte und neurologische Ausfälle einschließlich geistiger Zurückgebliebenheit beobachtet (10, 61). Nach Aussage des National Institute on Drug Abuse ist Kokain, aus der Sicht der Volksgesundheit ... die Droge mit dem größten Gefahrenpotential" (111).

Alkylnitrite sind von direkter toxischer Wirkung, da sie in vivo rasch hydrolisiert werden und Nitritionen ergeben, welche mit allen biologischen Makromolekülen reagieren (112, 113). Es wurden bereits Süchtige beobachtet, die 0. 5 MM Nitritderivate und 70 % Methämoglobin im Blut aufwiesen (113). Bei Menschen sowie bei Tieren konnte der Nachweis erbracht werden, daß die kurzzeitige Einwirkung von Nitriten bereits eine toxische Wirkung auf das Immunsystem, das zentrale Nervensystem, das hämatologische System und die Atmungsorgane entfaltet (54, 55). Des weiteren konnte eine mutagene und karzinogene Wirkung von Alkylnitrit im Tierversuch nachgewiesen werden (114 -116). Einige Forscher sind der Ansicht, daß nitrithaltige Inhalationsmittel pulmonale (5) und epidermale Kaposi-Sarkome und möglicherweise Pneumonien aufgrund einer direkten toxischen Wirkung auf die Haut und Mundschleimhaut hervorrufen (37, 116, 117). In Anbetracht dessen wurde ein Kausalzusammenhang zwischen dem Konsum von nitrithaltigen Inhalationsmitteln und Kaposi-Sarkomen und Pneumonien bei Homosexuellen zum ersten Mal 1982 von den CDC (37) und anderen Wissenschaftlern hergestellt (42, 117). Als Folge wurde der Verkauf von nitrithaltigen Inhalationsmitteln 1988 vom amerikanischen Kongress verboten (Public Law 100 -690) (118).

Die toxischen Wirkungen des AZT

Obwohl AZT ein Inhibitor der HIV-DNA-Synthese ist, kann dieses Medikament aus folgenden Gründen keineswegs als rationale Therapie für Personen angesehenwerden, die Antikörper gegen HIV gebildet haben:

1. Es gibt keine Beweise dafür, daß HIV AIDS hervorruft (5,6);

2. Da es keine nachweisbare RNA-abhängige virale DNA-Synthese gibt, und da die Zahl der infizierten Zellen stabil bleibt, nachdem das Virus durch die gebildeten Antikörper neutralisiert worden ist (5, 6), wird nurzelluläre DNA, mit oder ohne HIV-Proviren, durch die AZT-Behandlung unterbunden. Da AZT keinerlei selektive Wirkung besitzt, also nicht zwischen infizierten und nicht-infizierten Zellen unterscheiden kann, und nur eine von 500 T-Zellen bei AIDS-Patienten und bei asymptomatischen Trägern infiziert ist (119, 120), tötet AZT mindestens 500 nicht-infizierte Zellen für jede infizierte Zelle. Da-das Medikament das 500fache an nicht-infizierten Zellen tötet gegenüber infizierten Zellen, entfaltet AZT eine unweigerlich toxische Wirkung-,

3. Besonders im Lichte der Hypothese, nach welcher HIV AIDSverursacht, indem das Virus T-Zellen tötet (2, 3), muß ein"Overkill" von infizierten Zellen durch AZT als irrational bezeichnet werden. Wie von einem Inhibitor der DNA-Synthese zu erwarten wäre, berichten viele Studien von den A.ZT-vermittelten zytotoxischen Wirkungen. Bei W % bis 50 % der Behandelten treten Anämie, Neutropenie und I.Aukopenie auf, wobei 30 % bis 50 % der Betroffenen Bluttransfusionen innerhalb eines Zeitraums von einigen Wochen benötigen (14, 15, 34, 86, 8 7). Bei 45 % der mit AZT behandelten Patienten tritt schwere Übelkeit durch schwere toxische Wirkungen am Darmtrakt auf (14, 15, 79) sowie schwere Muskelatrophie in 6 % bis 8 % der Fälle (14, 91, 121, 122). Zu den anderen berichteten Wirkungen von AZT gehören akute Hepatitis, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Anfälle von Demenz und Erbrechen (15). Innerhalb von einem Jahr Behandlung mit AZT treten Lymphome in 9 % der Fälle auf (13). Bei Tieren zeigt AZT eine mutagene und karzinogene Wirkung (123, 124) und transformiert Zellen morphologisch in vitro mit der gleichen Effizienz wie Methylcholanthren (125). Die Toxizität von AZT ist je nach behandeltem Subjekt großen Schwankungen unterworfen, aufgrund der unterschiedlichen Kinasen, die bei der Aufnahme und dem Metabolismus von AZT eine Rolle spielen (15, 35, 126).Dennoch werden dem AZT aufgrund der einzigen kontrollierten Studie mit Plazebo-Gruppe, die die Wirkungen des AZT bei AIDS-Patienten untersuchte, schon beinahe wundersame therapeutische Wirkungen zugesprochen (14, 77). Diese Studie wurde von Burroughs-Wellcome, dem Hersteller von AZT, getragen (14, 77). In dieser Studie wurde ein Anstieg der T-Zell-Werte nach vier bis acht Wochen registriert, dem aber ein Abfall auf die vor der Behandlung gemessenen Werte innerhalb von zwei bis sechs Monaten folgte. Aufgrund der Tatsache, daß nur eine der 143 Personen in der mit AZT behandelten Gruppe verstarb, gegenüber 19 Personen in der Plazebo-Gruppe, wurde behauptet, daß der Einsatz von AZT die Sterblichkeitsrate senke. Aufgrund dieser Feststellung wurde AZT als anti-virale Droge von der Food and Drug Administration als Medikament zugelassen. Bei näherer Betrachtung stellt sich allerdings heraus, daß bei 30 Personen in der AZT-Gruppe mehrfache Bluttransfusionen erforderlich waren, damit diese ihre schweren Anämien überlebten. In der Plazebo-Gruppe von 135 Teilnehmern war diese Maßnahme nur bei fünf Personen erforderlich gewesen. Da insgesamt 30 Teilnehmer in der AZT-Gruppe ohne Behandlung an Anämie gestorben wären, und diese Zahl höher ist als, die Summe der AIDS-Todesfälle und Anämie-Fälle in der Kontrollgruppe (19 + 5), ist die Behauptung einer reduzierten Sterblichkeitsrate wenig realistisch (14, 77). Hinzu kommt, daß 66 Personen in der AZT-Gruppe an schwerer Übelkeit und 11 Teilnehmer an Muskelatrophie litten, gegenüber nur 25 und drei Personen mit diesen Beschwerden in der Kontrollgruppe. Bei 34 % der Personen in der AZT-Gruppe nahm die Zahl der Lymphozyten über 50 % ab, während dies nur bei 6 % der Teilnehmer der Kontrollgruppen, registriert werden konnte. Die Studienergebnisse sind weiter nur bedingt verwertbar durch die begleitenden medikamentösen Therapien (14), die Nichtbeachtung von Wirkungen psychoaktivierender Drogen und Medikamente in der Vorgeschichte sowie die Randomisierung der AZT-und Plazebo-Behandlungen durch Patienteninitiativen (127-129). Die AZT-typischen Anämien und Übelkeiten der Plazebo Gruppe könnten in der Tat die Folge dieser Randomisierungen sein (38, 129). Die kurze AZT-induzierte Zunahme der T-Zellen könnte Ausdruck einer kompensatorischen Hämopoese und einer breit gestreuten Abtötung von pathogenen Parasiten (126) sowie der begleitenden medikamentösen Therapie sein (14).

Überraschenderweise sind noch keine Ergebnisse von Langzeit-Tierversuchen veröffentlicht worden, die mit den Anwendungen am Menschen kompatibel wären (15, 35, 130). In Anbetracht der unweigerlich toxischen Wirkung von AZT kann man dessen Beliebtheit als AntiHIV-Medikament nur erklären durch die Popularität der Virus-AIDS-Hypothese und die Ignorierung des 100000fachen Unterschieds zwischen dem viralen und dem zellulären DNA-Ziel.

 

Schlußfolgerungen

Aus den aufgezählten Daten ergibt sich, daß der gesamte Anteil der amerikanischen AIDS-Krankheiten, der das normale, niedrige Auftreten der Indikatorkrankheiten in der allgemeinen Bevölkerung überschreitet, auf das Konto von stimulierenden Drogen und Anti-HIV-Medikamenten zurückzuführen ist. Daher ist die amerikanische AIDS-Epidemie als Folge der Drogenepidemie zu betrachten. Es werden zum Beispiel nur Pneumonien, Tuberkulose und Demenz jener 50 % der HIV-positiven amerikanischen intravenösen Drogenkonsumenten, die HIV-positiv sind (9), als AIDSKrankheiten verzeichnet, während die gleichen Krankheiten bei HIV-freien intravenösen Drogenkonsumenten weiterhin unter den herkömmlichen Namen diagnostiziert werden.

In der Tat ist die Drogen-AIDS-Hypothese in epidemiologischer und pathologischer Hinsicht besser fundiert als die Virus-AIDS-Hypothese: ungefähr 32 % der amerikanischen AIDS-Patienten sind gesicherte intravenöse Drogenkonsumenten, während geschätzte 60 % oralen Drogen-und Medikamentenabusus betreiben und ein unbekannter, jedoch großer Prozentsatz verhaltensbedingter und klinischer AIDS-Risikogruppen AZT einnimmt. Aufgrund der Illegalität einerseits ist der Konsum von Drogen bei AIDS-Patienten sicherlich nicht in vollem Ausmaß dokumentiert, andererseits aber auch aufgrund der Tatsache, daß medizinische Forscher und die Vergabe von Fördermitteln gegenwärtig stark zugunsten der viralen AIDS-Hypothese orientiert sind (12, 48, 131). Die Toxizität der in Frage kommenden Drogen ist ausnahmslos empirisch belegt. Auch der direkte Wirkungsmechanismus ist von einigen Drogen bekannt, besonders für AZT und die nitrithaltigen Inhalationsmittel.

Nichtsdestotrotz werden die Belege für die Rolle von Drogen und Medikamenten bei AIDS von den Vertretern der Virus-AIDS-Hypothese zurückgewiesen (17, 66, 132, 133). Dies mag wohl auch der Grund sein, warum trotz der gegenwärtigen Epidemie des stimulierenden Drogenkonsums keine Tierstudien über die Langzeitwirkungen von Drogen und AZT durchgeführt werden, welche vergleichbar wären mit Zeiträumen und Dosierungen, die wir bei AIDS-Patienten vorfinden (48). Trotz gewaltiger Forschungsanstrengungen (5, 16, 17, 133, 134) bleibt es jedoch nach wie vor ein absolutes Rätsel, wie HIV als Pathogen eigentlich wirken soll -wobei man die Tatsache ebenfalls bedenken muß, daß gegen HIV gebildete Antikörper bei nur 50 % der AIDS-Patienten nachgewiesen werden (3, 5, 135).

Die Hypothese, daß AIDS nicht infektiös ist, und speziell die Drogen-Medikamenten-AIDS-Hypothese löst alle wissenschaftlichen Paradoxe, die die vorherrschende Virus-AIDS-Hypothese aufwirft.

1. In den Vereinigten Staaten ist HIV ein lang etabliertes, endemisches Virus, aber AIDS ist neu, da die Drogenepidemie eine neue Erscheinung ist.

2. Über einen Zeitraum von über 10 Jahren hat sich AIDS auf 10000 (4) oder 0,01 % der 100 Millionen, sexuell aktiven heterosexuellen Amerikaner pro Jahr beschränkt, und auf 20 000 (4) oder 0,25 % der 8 Millionen Homosexuellen, die schätzungsweise 10 % der erwachsenen männlichen Bevölkerung ausmachen (65, 70). Dagegen nehmen die konventionellen venerischen Krankheiten in den Vereinigten Staaten zu (30). Hinzu kommt, daß es weder einen wirksamen Impfstoff noch ein effektives Medikament gegen HIV gibt. Die Lösung dieses Paradoxes ist, daß AIDS auf dem Mißbrauch von Drogen und Medikamenten beruht, und nicht auf sexueller Aktivität.

3. 90 % der amerikanischen AIDS-Fälle sind Männer, meistens in der Altersgruppe zwischen 20 und 44 Jähren (4), obwohl keine der AIDS-Krankheiten männerspezifisch ist (1, 3, 4). Die Erklärung hierfür ist die Tatsache, daß Männer in dieser Altersgruppe 80 % aller harten psychoaktivierenden Drogen konsumieren (49, 62) und daß männliche Homosexuelle fast ausschließliche Benützer von aphrodisierenden, oralen Drogen sind.

4. Bestimmte AIDS-Krankheiten treten bevorzugt in bestimmten Risikogruppen auf, da wiederum ganz bestimmte Drogen konsumiert werden, d. h. bei Personen, die nitrithaltige Inhalationsmittel benützen, tritt gehäuft das Kaposi-Sarkom auf, bei intravenösen Drogenkonsumenten häufen sich die Tuberkuloseerkrankungen, während bei AZT-behandelten Personen Iieukopenie oder Anämie auftreten.

5. Virales AIDS tritt durchschnittlich zehn Jahre nach erfolgter HIV-Infektion auf (3, 5, 6), obwohl ein infektiöses Agens mit einer Generationszeit von wenigen Stunden oder Tagen, als selbst-replizierendes Toxin, typischerweise innerhalb von Wochen oder Monaten nach erfolgter Infektion seine Wirkung zeigt (21, 27). HIV ist in der Tat von immunogener Wirkung und entfaltet wahrscheinlich einige Wochen nach erfolgter Infektion eine leicht pathogene Wirkung am Menschen. Danach wird das Virus rasch und effizient durch die antivirale Immunität neutralisiert (28, 29). Die Erklärung für diese Diskrepanz ist die Tatsache, daß eine HIVInfektion und AIDS zwei vollkommen voneinander getrennte Vorkommnisse sind. Die Dauer und Toxizität des individuellen Drogen-und Medikamentenmißbrauchs sowie die Krankheitsempfänglichkeit oder Disposition des einzelnen sind die Faktoren, die darüber entscheiden, wann AIDS auftritt, ganz unabhängig davon, wann und ob überhaupt eine HIV-Infektion stattgefunden hat. Im Durchschnitt vergehen fünf bis zehn Jahre zwischen dem einsetzenden Drogenkonsum und dem Auftreten behandlungsbedürftiger Symptome (93, 97, 111)

6. HIV ist, wie viele andere parenteral oder durch Geschlechtsverkehr übertragene Mikroben und Viren, lediglich Marker für AIDS und AIDS-Risiken (5, 64, 136), denn je größer der Konsum an verunreinigten, injizierten Drogen (85, 97), und je höher die Anzahl von sexuellen Kontakten bei begleitendem Konsum aphrodisierender Drogen, desto mehr Mikroben sammeln sich im ,Organismus an.

7. Einige seit langem bekannte Krankheiten bei Blutern, anderen Empfängern von Transfusionen und unter der allgemeinen Bevölkerung werden nun als AIDS bezeichnet, weil sie auf eine perinatale oder parenterale HIV-Infektion folgen (5).

8. Lange bekannte afrikanische Krankheiten wie Slim Disease, Fieber, Durchfall und Tuberkulose werden gegenwärtig als AIDS bezeichnet, obwohl sie sich in klinischer und epidemiologischer Hinsicht sehr stark vom amerikanischen und europäischen AIDS-Bild unterscheiden. Diese Krankheiten treten bei Jugendlichen und Erwachsenen beider Geschlechter auf, die an Eiweißunterernährung, parasitären Infektionen und unter schlechten sanitären Bedingungen zu leiden haben (6). Da HIV in über 10 % der zentralafrikanischen Bevölkerung endemisch ist, werden über 10 % ihrer AIDS-Indi-. katorkrankheiten nun als AIDS bezeichnet (3, 5, 36).

Die Drogen-AIDS-Hypothese postuliert, daß die AIDSKrankheiten in den verhaltensbedingten AIDS-Risikogruppen in den Vereinigten Staaten und Europa durch die Einstellung des Konsums von Drogen und Anti-HIVMedikamenten verhindert werden können, jedoch nicht durch das Praktizieren von "safe sex" (3) und die Verwendung von sterilem Spritzbesteck ("clean needles") für den Konsum von unsterilen Straßendrogen. Nach der Drogen-AIDS-Hypothese ist AZT ~schlicht und einfach AIDS auf Rezept. Blutuntersuchungen auf gegen HIV gebildete Antikörper sind überflüssig und in vielen Fällen von verheerender Wirkung aufgrund der schweren Ängste, die ein positives Testresultat bei den vielen Personen auslöst, die an die Virus-AIDS-Hypotheseglauben, und der schweren toxischen Wirkungen der AZT-Prophylaxe, die bei vielen testpositiven Personendurchgeführt wird. Durch dasWegfallen des Tests könnten die Kosten der etwa 12 Millionen jährlichen Blutspenden in den Vereinigten Staaten (137) um 11 Dollar pro Spende. gesenkt werden (persönliche Mitteilung, 1990, aus der Irin Mernorial Blood Bank, San Francisco). Die Reisebeschränkungen für HIV-positive Personen, die für viele Länder, einschließlich der Vereinigten Staaten und China, gelten, könnten aufgehoben werden. Die Drogen-AIDS-Hypothese läßt sich in epidemiologischer Hinsicht und experimentell durch die Untersuchung der Wirkung von AIDS-Drogen an Tieren überprüfen. Und HIV-Antikörper-Positive hätten die gleichen Chancen bei Krankenversicherungen wie solche, die nur Antikörper gegen viele andere Viren haben.

 

Danksagung

Ich danke B. Ellison (Berkeley), J. Lauritsen (New York), C. Pierach (Minneapolis), P. Rabinow (Berkeley), H. Ritbin (Berkeley), F. Rothschild (Berkeley), J. Shenton (London), C. Thomas Jr. (San Diego) und M. Verny-Elliott (London) für entscheidende Informationen und T. Gardner (Santa Barbara) für großzügige Förderung und Errnutigung. Meine Arbeiten werden unterstützt von einem Outstanding Investigator Grant (Nr. 5-R35-CA39915-07) vom National Cancer Institute.

 

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