Was verursacht AIDS ?

Dieser Beitrag ist die etwas modifizierte Fassung des gleichlautenden Artikels von H.-W. Leonhard und G. Glück, der im Mai 1994 in der Zeitschrift PSYCHOLOGIE HEUTE erschien. Gestrichen wurden, da überholt, die statistischen Daten.

 

Ungeklärte Ursachen / Verschiedene Erklärungsansätze / Duesberg / Root-Bernstein / Sonnabend, Hässig u.a / HIV-Test / Konsequenzen für die Forschung / Praktische Konsequenzen / Die Autoren

 

 

Ungeklärte Ursachen

"Das Geheimnis um dieses verflixte Virus ist durch die zwei Milliarden Dollar erzeugt worden, die jährlich dafür ausgegeben werden. Sie können jedes beliebige Virus nehmen, jährlich zwei Milliarden Dollar dafür ausgeben, und um dieses Virus ebenfalls ein paar große Mysterien aufbauen."

"Durch PCR [ein genetisches Kopierverfahren, durch das winzige Teile von DNS beliebig vervielfältigt werden können] kann man leichter feststellen, daß bestimmte Menschen mit HIV infiziert sind. Und einige dieser Leute sind an AIDS-Symptomen erkrankt. Aber das ist nicht einmal der Beginn der Antwort auf die Frage, ob HIV AIDS verursacht. Der menschliche Körper ist voll von Retroviren. Wir wissen nicht, ob es hunderte, tausende oder hunderttausende sind. Wir haben erst vor kurzem begonnen, sie zu erforschen. Aber sie haben bisher niemals irgendjemand getötet. Die Menschen haben immer mit Retroviren überlebt."

Diese ketzerischen Behauptungen stammen nicht von einem dubiosen Außenseiter, sondern von Kary Mullis, der 1993 für die Entwicklung der Technologie zur Polymerase-Kettenreaktion (PCR) den Nobelpreis erhielt. In den Meldungen der deutschen Presse, z.B. im SPIEGEL, wurde zwar diese Entdeckung erwähnt, nicht jedoch, daß er ein vehementer Kritiker der HIV-AIDS-Theorie ist und in der Group for the Scientific Reapraisal of the HIV/AIDS Hypothesis mitarbeitet, die eine vorbehaltlose, gründliche Überprüfung dieser Theorie fordert.

Und ebensowenig wird in der öffentlichen Diskussion erwähnt, daß es für die Annahme, AIDS werde durch HIV verursacht, keinen medizinisch-virologischen Beweis gibt, sondern nur viele verschiedene Mutmaßungen (Hypothesen) und viele offene Fragen. Die AIDS-Forscher selbst sind sich darüber durchaus klar. So schreibt etwa Dr. med. Hans Jäger, der Organisator der Münchner AIDS-Tage, in einem von ihm herausgebenen medizinischen Standardwerks über AIDS und HIV-Infektionen (Landsberg-ecomed, 1992, S. 10): "Wie entfalten nun die HIV ihre Wirkung? Leider sind die Wirkmechanismen noch vielfach unklar." Und der renommierte AIDS-Forscher Robin A. Weiss spricht von "unserem mangelnden Verstehen, wie HIV AIDS verursacht", Science (260, 1993, S. 1273).

Im Mai 1993 erschien ein Heft des renommierten Wissenschaftmagazins Science mit einem Sonderteil über AIDS, der den Titel trug: "AIDS: Die unbeantworteten Fragen". Das Magazin hatte 150 führende AIDS-Forscher nach den wichtigsten ungelösten Problemen gefragt, 74 antworteten, und an erster Stelle stand: "Was sind die Gründe für den Zusammenbruch des Immunsystems bei AIDS?" Im Einleitungsartikel wurden außerdem vier bittere Lektionen benannt, die die AIDS-Forschung in letzter Zeit hinnehmen mußte, da als sicher behauptete Erkenntnisse zusammenbrachen. Diese Behauptungen waren:

  • AZT, das meist verschriebene Medikament, verzögere den Ausbruch von AIDS bei HIV-Positiven - aber: die Concorde-Studie, die größte und längste Studie über die Wirkung von AZT, zeigte keinerlei positive Wirkung von AZT.

  • HIV zerstöre auf direktem Weg die weißen Blutkörperchen - aber: immer mehr Forscher sprechen von einer indirekten Wirkung und suchen den Dialog mit Vertretern alternativer Theorien, die vorher nur ausgelacht worden waren. Selbst Gallo, einst der militanteste Verfechter einer direkten Zerstörung der T-Helfer-Zellen durch HIV, habe "something of a scientific conversion" durchgemacht.

  • Die Zahl der CD4-Zellen sei ein zuverlässiger Indikator für den Immunzustand und Richtschnur für die jeweilige Behandlung - aber: bei der Concorde-Studie hat sich gezeigt, daß zwischen der Zahl der Blutkörperchen und dem Gesundheitszustand kein eindeutiger Zusammenhang besteht.

  • Durch Tierversuche bei Affen seien wichtige Erfolge bei Suche nach einem Impfstoff gewonnen worden - aber: Diese Versuche konnten nicht wiederholt werden und die ursprünglichen Ergebnisse sind wahrscheinlich nur Artefakte.

Von einer fünften, vielleicht der bittersten Lektion konnte Science noch nichts wissen, da der entsprechende Artikel über die Unbrauchbarkeit des HIV-Tests einen Monat später erschien.

Auch wenn in den üblichen Informationsbroschüren für das allgemeine Publikum davon nicht die Rede ist: Zehn Jahre weltweit größter Forschungsanstrengungen seitens der etablierten AIDS-Forscher führten zu keiner gesicherten Erklärung von AIDS, sondern nur zu immer mehr Hypothesen. 

Was ist der Grund? Ist es die Komplexität, Raffiniertheit und Heimtücke des HI-Virus, das der Forschung laufend Fallen stellt und sich der Erklärung (noch) entzieht? Oder war es ein von Anfang an kontraproduktiver Forschungsansatz, da HIV gar nicht die Ursache von AIDS ist, wie z.B. der vehemente Kritiker Peter Duesberg behauptet?

Verschiedene Erklärungsansätze

Die wichtigste ungelöste Frage der AIDS-Forschung lautet also immer noch: Was ist die Ursache von AIDS? Zur Zeit lassen sich im Grundsatz drei verschiedene Erklärungsansätze unterscheiden:

1. HIV tötet auf direkte Weise die weißen Blutkörperchen
2. HIV bewirkt indirekt die Zerstörung der weißen Blutkörperchen
3. HIV als solches ist ungefährlich; die Ursachen von AIDS sind (allein oder im Zusammenwirken mit HIV) Risikofaktoren wie z.B. Mißbrauch von Drogen und Medikamenten.

Die erste Position war bis vor kurzem die absolut vorherrschende Hypothese; sie wurde allgemein sogar als gesicherte Erkenntnis vorgetragen und findet sich auch heute noch in den meisten Informationsbroschüren zu AIDS und auch populärwissenschaftlichen Artikeln, z.B. in Bild der Wissenschaft 6/93. Inzwischen verlassen jedoch, wie schon gesagt, mehr und mehr Forscher die ursprüngliche Erklärung und bevorzugen Hypothesen über eine nur indirekte Kausalität: HIV löse Prozesse aus, die über verschiedene Zwischenschritte zum Kollaps des Immunsystems führen. Die dritte Position wird in der etablierten Forschung nicht ernsthaft diskutiert, denn diese hält weiterhin strikt daran fest, daß HIV ein tödliches Virus ist. Wie sieht die Beweislage für diese Annahme aus? Lassen wir dazu nochmals den Nobelpreisträger Kary Mullis zu Wort kommen. Er berichtet, daß er mit den besten Wissenschaftlern, auch vom NIH und CDC, gesprochen und sie nach stichhaltigen Belegen für diese Behauptung gefragt habe:

"Ich bekam auf diese Frage niemals eine klare Antwort von irgend einem Virologen. 'Ja, ja, natürlich; sobald ich in meinem Büro bin, habe ich das für Dich'. Und ich rufe ihn nochmals an, aber sie haben nichts. Ich schreibe ihm einen Brief. Sie haben nichts. Es gibt keinerlei Wissen ... Es gibt keine Begründung durch irgend etwas, das man im üblichen Sinn als wissenschaftlich bezeichnen könnte. (There is no such body of knowledge .... It doesn't derive from anything, that could be called scientific tradition.)" Eine einzige Person habe ihm einen Artikel von Robin Weiss aus NATURE geschickt, aber: "Alles, was dieser Artikel beinhaltete, war: Peter Duesberg ist ein Narr, und das bedeutet: HIV verursacht AIDS. Alles, was wir also wissen müssen, ist, daß Peter Duesberg ein Narr ist. Wir brauchen nicht auf die Viren zu schauen, nicht auf die Tatsachen, nicht auf die Ausbreitung von AIDS, nichts von alledem. Ich konnte es nicht glauben."

Duesberg

Peter H. Duesberg ist Professor an der molekularbiologischen Abteilung der University of California in Berkeley. Er wurde in die höchste wissenschaftliche Gesellschaft der USA, die American National Academie of Science, aufgenommen und war bis zu seiner Kritik an der HIV-AIDS-These weltweit als einer der führenden Retrovirologen anerkannt. Seit Ende der 80iger Jahre stellt er sich gegen die Mehrheitsmeinung und kritisiert vehement die HIV-AIDS-Theorie. Seiner Ansicht nach sprechen viele Fakten und Argumente gegen die These, AIDS beruhe auf einer Infektion durch HI-Virus, sei also eine vor allem sexuell übertragene Infektionskrankheit. Eine kleine, unvollständige Auswahl:

1. AIDS erfüllt keines der bislang gültigen Kriterien für eine Infektionskrankheit (Koch-Henle).

2. Alle bisher bekannten Retroviren sind nicht zytozid, sie töten keine Zellen. HIV wäre die erste Ausnahme, wobei in seiner Genstruktur nichts darauf hindeutet, daß es sich prinzipiell von anderen Retroviren unterscheidet.

3. Krankheitserreger führen in der Regel schnell nach einer Infektion zum Ausbruch der Krankheit; der Organismus reagiert auf eine Infektion mit der Bildung von Antikörpern; ihre fortdauernde Anwesenheit im Blut ist ein Zeichen erfolgreicher Abwehr und signalisiert Immunität für die Zukunft. Darauf beruht auch das Prinzip einer Schutzimpfung! Bei einer Infektion mit HIV treten in der Regel einige Wochen später leichtere Beschwerden auf, der Organismus bildet Antikörper, die Beschwerden klingen ab und dann folgt eine symptomfreie Zeit. Warum ist bei HIV die Existenz von Antikörper kein Zeichen erfolgreicher Abwehr und Immunität, sondern Signal für eine drohende AIDS-Krankheit? Warum bricht diese Krankheit oft erst nach vielen Jahren aus, wodurch wird das bewirkt? Warum gibt es bei der Dauer dieser Latenzphase so große individuelle Unterschiede?

4. Im Blut von AIDS-Patienten ist vor und nach Ausbruch der Krankheit nur ein minimaler Prozentsatz der T-Helferzellen mit HIV infiziert (1:500 - 1:10000), viel weniger, als der Körper täglich neu produziert. Wie soll dieser minimale Befall zu einer gravierenden Reduktion dieser Zellen führen?

5. Um neue Zellen infizieren zu können, muß das Virus von einer Zelle zur anderen gelangen, also zwischendurch 'frei' sein. Im Blut auch schwerstkranker AIDS-Patienten sind jedoch fast keine freie HI-Viren nachweisbar.

6. Nach der üblichen Erklärung führt die Schwächung des Immunsystems z.B. dazu, daß Krankheitserreger, die ansonsten in Schach gehalten werden, virulent werden können oder bösartige Zellwucherungen entstehen. Nun sind die Erreger z.B. der Lungenentzündung PCP oder der Toxoplasmose weltweit verbreitet - warum ist PCP z.B. in den USA und Deutschland die häufigste AIDS-Indikatorkrankheit, während sie in Afrika kaum eine Rolle spielt? Und warum werden in Afrika 90 % der AIDS-Fälle durch Fieber, Durchfall, Tbc und slim disease (Gewichtsverlust) bestimmt, die in Europa und den USA kaum eine Rolle bei den AIDS-Krankheiten spielen? Weitaus fruchtbarer wäre es, die Risikofaktoren der einzelnen Krankheiten zu erforschen als alle mit HIV korrelierenden Beobachtungen zu dem neuen geschaffenen AIDS zusammenzubringen.

7. Es gibt Krankheitsfälle, die vom klinischen Erscheinungbild her völlig den Kriterien für eine AIDS-Erkrankung entsprechen, bei denen aber keine HIV-Antikörper festgestellt wurden und bei denen auch kein Virusnachweis gelang. Umgekehrt gibt es Menschen, die seit vielen Jahren HIV-Positiv sind und die keinerlei Zeichen einer AIDS-Erkrankung haben, sondern gesund sind. Es sind diese 'Langzeit-Positiven', auf Grund derer die etablierte AIDS-Forschung die Angabe über die Latenzphase zwischen HIV-Infektion und AIDS-Erkrankung von zunächst 2 Jahren (1984) auf 5 bis 8 Jahre (1987) und jetzt auf 10 bis 12 Jahre verlängert hat.

Da Duesbergs medizinisch-virologische Kritik an der HIV-AIDS-Theorie nicht entkräftet werden konnte, hielt man ihm deren angebliche epidemiologische Evidenz entgegen. Auch diese Argumente hat Duesberg einer detailierten Kritik unterzogen (auf sie können wir hier nicht eingehen, vgl. dazu Leonhard 1992), um dann eine eigene Erklärungsthese zu formulieren: Er behauptet, die Immunschwäche bei AIDS entstehe nicht durch eine Infektion, sondern die Ursache seien Vergiftungen durch drugs, und zwar
a) durch die von den Betroffenen selbst konsumierten Drogen und
b) durch die ärztliche Verschreibung des zelltötenden Medikaments AZT bei HIV-Positiven, das den Ausbruch der Krankheit hinauszögern soll.

Wir denken jedoch im Unterschied zu Duesberg, daß man, statt gegen die monokausale HIV-AIDS-Theorie eine ebenso monokausale drug-AIDS-Theorie zu stellen, auch noch andere Risikofaktoren genauer untersuchen sollte. Solche Faktoren werden unter anderem von dem Virologen Joseph A. Sonnabend, von Robert Root-Bernstein, Professor für Physiologie an der Michigan State University, oder dem Schweizer Immunologen Prof. Hässig zur Diskussion gestellt.

Root-Bernstein

Robert Root-Bernstein ist Professor für Physiologie an der Michigan State University und rechnet sich selbst der kleinen, aber wachsenden Gruppe der 'AIDS-Häretiker' zu. In einer Analyse eines umfassenden Berichts des Nationalen Forschungsrates der USA über die soziale Dimension von AIDS fand er viele Fakten, die seiner Ansicht nach gegen die Annahme sprechen, AIDS entstehe monokausal durch das vor allem sexuell übertragene HI-Virus. Einige Fakten aus diesen Bericht, die Root-Bernstein benennt:

Die Folgerungen von Root-Bernstein: Immunologisch gesunde Personen einschließlich der Prostituierten mit ihren ja sehr häufigen Sexualkontakten scheinen gegen eine Infektion mit HIV weitgehend immun zu sein. Außerdem gebe es in der westlichen Welt keinen einzigen dokumentierten Fall, wo ein drogenfreier heterosexueller Mensch, der sich durch Kontakt mit einem HIV-Träger infiziert hat, nun seinerseits HIV an eine dritte Person übertragen habe. Mit der Annahme eine sexuell übertragbaren Infektionskrankheit, die sich zu einer Epidemie ausweiten kann, sind diese Tatsachen nicht in Einklang zu bringen!

In Einklang zu bringen ist auch nicht die Tatsache, so möchten wir ergänzen, daß AIDS weiterhin überwiegend in bestimmten Personengruppen und bestimmten eng umgrenzten Gebiete beschränkt. In New York zum Beispiel beschränkt sich AIDS ghettohaft auf Gebiete, wo Armut und Arbeitslosigkeit die Sozialstruktur zerrütten, wo Afroamerikaner und Immigranten aus Mittelamerika und der Karibik im Elend leben, wo Drogenmißbrauch grassiert, wo es an der Gesundheitsfürsorge mangelt und Krankheiten wie Tripper, Syphilis, Lungenentzündung und Tuberkulose wieder epidemische Ausmaße annehmen.

Root-Bernstein stellt fest, daß bei allen AIDS-Patienten, deren Fall klinisch ausreichend dokumentiert ist, ein Zusammentreffen mehrerer Risikofaktoren aus der folgenden Gruppe beobachtet werden kann:

  • Autoimmunreaktionen gegen zu hohe Mengen männlicher Sameneiweiße bei häufigen ungeschützten analen Geschlechtsverkehrs;

  • Bluttransfusionen oder Infusionen von Gerinnungseiweißfaktoren;

  • mehrfache, wiederholte Infektionen;

  • chronischer Gebrauch von stimulierenden und abhängig machenden psychotropen Drogen;

  • Langzeiteinnahme oder höchste Dosierungen von vielen Antibiotika, Virustatika und Substanzen gegen Parasiten;

  • Anästhesiemittel;

  • opiathaltige Schmerzmittel oder steroidhaltige Medikamente;

  • Unterernährung und Blutarmut;

  • eine spezifischen Autoimmunerkrankung, bei der ein Teil des Immunsystems angeregt wird, dieselben T-Zellen zu attackieren, die das Ziel von HIV bei AIDS sind.

Alle diese Faktoren können das Immunsystem schädigen und beschädigen. Deshalb hält Root-Bernstein es für einen schweren Fehler der AIDS-Forschung, sich nur auf HIV als mögliche Ursache zu konzentrieren und alle diese anderen Faktoren außer Acht zu lassen. Er ist der Überzeugung, daß immunologisch gesunde Personen kaum Gefahr laufen, sich mit HIV zu infizieren, und daß eine HIV-Infektion allein, ohne weitere Belastungsfaktoren, nicht zu AIDS führt.

Sonnabend, Hässig u.a.

Der Arzt Joseph A. Sonnabend, ausgebildeter Virologe, eröffnete seine Praxis in Greenwich Village. Nach kurzer Zeit hatte er eine der größten Schwulenpraxen in diesem Bezirk.
Seine Erfahrung: „Die meisten Menschen in der Gay Community waren damals nicht bereit, eine bestimmte Art von Lebensstil mit Krankheit zu korrelieren. Sie suchten nach geheimnisvollen Mördermikroben und entwickelten Verschwörungstheorien, weil sie eher willens waren, aus der klassischen Haltung des schwulen Opfers heraus zu handeln, denn aus der des eigenverantwortlichen Subjektes. Viele junge Männer befanden sich in einem wirklich entsetzlichen gesundheitlichen Zustand."
Mit wenigen Ausnahmen, deren Krankheitsgeschichten nicht vollständig erklärt werden konnten, führten alle Patienten mit Kaposi's Sarkom, der Lungenkrankheit PCP und anderen lebensbedrohlichen Infekten mindestens über einen längeren Zeitraum einen „hochgradig promisken" Lebenswandel und hatten häufig Geschlechtskrankheiten mit dem dafür erforderlichen Einsatz von Antibiotika, welche die Immunabwehr schwächen.

• Auch der Berner Medizinprofessor und Immunologe Alfred Hässig. teilt diese Ansicht. Er hält AIDS für eine Sauerstoffradikalerkrankung, bedingt durch Eisenüberlastung im Organismus, welche das Erwachen von opportunistischen Keimen im Organismus ermöglichen. Auslöser sind verschiedene Streßfaktoren: Psychische, Fehlernährung und giftige Substanzen.

• Von der klassischen Homöopathie in der BRD wurde bereits 1989 die Duesberg-Kritik an der Infektiosität des HIV-Virus zustimmend aufgegriffen: „AIDS weist uns wie kaum eine andere Krankheit auf unsere konsequente Mißachtung der Lebensgesetze hin." Der Wirtsorganismus ist die eigentliche Ursache. Nur wenn dieser geschädigt ist, kann eine so schwere Krankheit entstehen.

• Die Kölner Professoren Eggers (Virologie) und Weyer (Mathematik) schließen aufgrund der Verbreitung von AIDS auf mehr als einen Erreger: HIV plus möglicherweise ein Mykobakterium, das nicht sexuell übertragen wird, führt zu den AIDS-typischen opportunistischen Infektionen und dem Zusammenbruch des Immunsystems, wie schon 1990 von Montagnier postuliert. Ein anderes Agens versursache zusammen mit HIV das Kaposi-Sarkom.

Der HIV-Test gibt eine Antwort - doch was war die Frage?

Die HIV-Tests alleine sind nicht besonders zuverlässig. Deshalb wird bei jeder Blutprobe der Eliza-Test zweimal angewandt und wenn dies positiv ausfällt der Western-Blot-Test mit einer weiteren Blutprobe derselben Person eingesetzt. Beide Tests prüfen das Verhandensein von Proteinen (Eiweißen), die als Antikörper gegen die Eiweißbestandteile des HI-Virus gelten.

Von den Befürwortern bzw. Konstrukturen dieser Tests werden die Sicherheiten dieser dreifachen Testung mit 93% bis 99,9% angegeben. Allerdings werden hierzu die Test-Resultate nur mit Risiko- und Nicht-Risiko-Trägern und mit AIDS-Erkrankten in Beziehung besetzt.

Das heißt: Beide Tests wurden so geeicht, daß sie optimal zwischen gesunden Blutspendern (in der Regel aus ländlichen Gebieten) und an AIDS bereits Erkrankten zu unterscheiden erlauben. (In beiden Richtungen sollte es möglichst wenige Fehler geben, also Falsch-Positive oder Falsch-Negative Testergebnisse).

Der eigentlich erforderliche Beweis der Gültigkeit, nämlich die Korrelation von Test-Ergebnis mit dem Nachweis des Virus selbst bei den Getesteten, ist bisher kläglich gescheitert. Das ist das Ergebnis umfangreicher Literaturstudien und eigener Forschungen einer australischen Gruppe vom Royal Perth Hospital und der Pathologie-Abteilung der University of Western Australia: Eleni Papadopulos-Eleopulos, Valendar F. Turner und John M. Papadimitrion (1993).

Obwohl sich die AIDS-Forscher nur alle erdenkliche Mühe gegeben haben, war das HI-Virus selbst bis jetzt nur bei einem Teil der Seropositiven nachweisbar: Die Erfolgsquoten liegen zwischen 17% bis 80%. Und umgekehrt passiert dasselbe: Wenn mit ebensoviel Aufwand die "normalen" Seronegativen und Menschen ohne Infektionsrisiko untersucht werden, wurde das Virus bei 80% und mehr tatsächlich gefunden (Papadopoulos 1993, S. 703).

Als alarmierendes Ergebnis der Studie ist festzuhalten:

1) Es gibt keine überall gültige standardisierte Auswertung der Testresultate.

2) Es gibt keine eindeutige Reproduzierbarkeit. Labors, die als qualitativ hochwertig gelten, erhielten dieselben Proben zu wiederholten Tests und kamen zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen.

3) Die Antikörper, auf die der Western-Blot-Test anspricht, werden vom Organismus nicht spezifisch und nicht nur bei einer Infektion mit HIV gebildet, sondern treten bei sehr verschiedenen Infektionen oder der Einnahme anderer Stoffe (z. B. Drogen) auf. Da bei den Menschen, die im Western Blot positiv reagieren, oft auch sehr viele Antikörper gegen andere Krankheiten existieren, könnte es auch sein, daß der WB Kreuzreaktionen dieser Antikörper mit Antikörpern gegen HIV anzeigt.

Damit wären folgende merkwürdige Befunde erklärbar: Malariakranke in Venezuela waren zwischen 25 - 41% WB-Positiv, ohne daß bei ihnen eine AIDS-Epidemie ausbrach. Bei Patienten mit Tuberkulose hatten über 50% einen positiven WB-Wert (Papadopoulos 1993, S. 701).
(Die etwas ausführlichere Kritik steht hier)

Konsequenzen für die Forschung

Die Berechtigung, AIDS als eine Infektionskrankheit zu betrachten und Milliarden in die virologische Forschung zu investieren, beruht auf der vorgeblich epidemiologischen Evidenz, HIV sei die Haupt-Ursache und Frauen wie Männer außerhalb der bis jetzt bekannten Risikogruppen seien weltweit gefährdet. Die sog. "Seuche" werde schon noch über die Dritte-Welt-Länder auf uns zukommen.

Bedenkt man jedoch die Ergebnisse der Eleopoulos-Studie so kann man sagen: Wenn die Ergebnisse der HIV-Antikörpertests zuverlässig sein sollten, dann gibt es keinen signifikanten Zusammenhang zwischen HIV-Infektionen und AIDS-Erkrankungen. Wenn die Ergebnisse jedoch so unzuverlässig sind, wie die Studie nahelegt, dann hat man keinerlei gesicherten Erkenntnisse über Korrelationen zwischen HIV-Infektionen und AIDS-Erkrankungen. Welcher dieser beiden Möglichkeiten man auch zustimmt: Die Epidemiologie als zentrale Stütze der HIV-AIDS-Theorie bricht in sich zusammen. Einen medizinisch-virologischen Beweis für diese Theorie gibt es eingestandermaßen ebenfalls nicht! Zwar ist inzwischen das HI-Virus erforscht wie kein anderes (Retro)Virus - aber ob das der Ursachenforschung hilft, muß sich erst noch erweisen. Die AIDS-Forschung steht wieder ganz am Anfang, was die Frage nach den Ursachen betrifft. Die Karten müssen neu gemischt werden; eine zentrale Forderung von Duesberg, vorgetragen schon vor Jahren, erhält neue Brisanz: Nicht nur zu fragen, wie HIV AIDS erzeugt, sondern zu prüfen, ob HIV ein pathogenes Virus ist! 

Die etablierte medizinische und virologische Forschung in der BRD und in den USA verzichtet jedoch, nach anderen Faktoren neben HIV Ausschau zu halten, die möglicherweise signifikant mit AIDS korrelieren, daraus Hypothesen über mögliche Ursache-Wirkungsverhältnisse abzuleiten und diese in gezielten Forschungen zu überprüfen, sondern hält an HIV als alleiniger, notwendiger und ausreichender Ursache für AIDS fest. Der Hinweis, daß dies die überwältigende Mehrheitssicht der AIDS-Forscher sei (vgl. Weiss), ist zwar zutreffend, aber kein inhaltliches Argument gegen die 'AIDS-Kritiker '. Zu oft schon hat sich in der Wissenschaft am Ende eine Position als richtig erwiesen, die jahre- oder gar jahrzehntelang von einer Mehrheit ignoriert oder abgelehnt wurde.

Praktische Konsequenzen

Und außerdem: Ob HIV überhaupt, oder allein, d.h. ohne andere Risikofaktoren, eine krank-machende Potenz hat, ist nicht bewiesen. Die durch die offiziellen Informationsbroschüren über AIDS, durch die Medien und durch die Sexualerziehung in den Schulen verbreitete Gleichung HIV-Antikörper-positiv = AIDS = Todesurteil wirkt bei den Betroffenen möglicherweise als eine ebenso fatale self-fullfilling-prophecy wie oft ein Woodoo-Todeszauber bei sog. Primitiven (vgl. Hässig). Und ärztlicherseits ist sie einer der gröbsten Verstoß gegen die medizinische Ethik, den es je gab, da sie völlig gesunden Menschen mit dem sicheren Tode droht und den Kranken jede Hoffnung nimmt.

***

Die Autoren des PSYCHOLOGIE HEUTE - Artikels: 

Hans-Walter Leonhard, Dr. phil., Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Pädagogik der Universität Erlangen-Nürnberg. 
Gerhard Glück, Dr. phil., Professor für Allgemeine Didaktik und Schulpädagogik an der Universität zu Köln.
Beratend wirkte Regina Schwarz mit.