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Anmerkungen zum Bericht des Beratungsgremiums des südafrikanischen Präsidenten

von

Christian Fiala, Etiene de Harven, Peter Duesberg, Claus Koehnlein, Heinz Spranger

Übersetzt von Petra Schwalbe (Berlin).

05. 04. 2001

Im Jahre 2000 lud der südafrikanische Präsident mehrere Wissenschaftler mit unterschiedlichen fachlichen Hintergründen und Ansichten ein, in einem Gremium zur Diskussion über HIV/AIDS tätig zu werden. Das Gremium traf sich zu zwei Gelegenheiten im Mai und Juli in Südafrika und tauschte in den beiden dazwischen liegenden Monaten seine Ansichten in einer Internet-Diskussion aus. Eine Gesamtzahl von 52 Wissenschaftlern nahm an diesen Diskussionen teil.

Die Hauptfragen, die gestellt wurden, waren:

  • Was verursacht die Immunschwäche, die zum Tode an AIDS führt?
  • Was ist die wirkungsvollste Reaktion auf diese Ursache oder Ursachen?
  • Warum wird HIV/AIDS in Afrika südlich der Sahara heterosexuell übertragen, während in der westlichen Welt behauptet wird, die Übertragung sei weitgehend homosexuell?
  • Welche Rolle spielen therapeutische Eingriffe im Zusammenhang mit den Entwicklungsländern?

Die oben angeführten Diskussionen sollten durch die Einbeziehung des sozialen und ökonomischen Umfeldes, besonders der Armut und anderer häufiger, gleichzeitig auftretender Krankheiten und der infrastrukturellen Gegebenheiten der Entwicklungsländer untermauert werden.

Der am 4. April 2001 herausgegebene Bericht faßte die stattgefundenden Diskussionen zusammen.
Der auffälligste Aspekt aller Diskussionen war die Trennung in zwei Gruppen:

  • Diejenigen Wissenschaftler, die argumentieren, daß HIV als Ursache von AIDS erforderlich und ausreichend ist. AIDS wiederum führt unbedingt zum Tode und muß daher mit antiretroviralen Medikamenten behandelt werden.
  • Diejenigen Wissenschaftler, die argumentieren, daß HIV nicht die Ursache von AIDS ist, weil AIDS eine künstliche Auflistung alter, bekannter und behandelbarer Krankheiten ist und antiretrovirale Medikamente toxisch wirken und teilweise dafür verantwortlich sind, daß Menschen an dem, was AIDS genannt wird, leiden und sterben.

Es war das erste Mal in der Geschichte von HIV/AIDS, daß Wissenschaftler unterschiedlicher Sichtweisen in der Absicht eingeladen wurden, eine gemeinsame Grundlage zu finden. Die einzelnen Einwände und Argumente sollen in dieser Zusammenfassung nicht wiederholt werden, weil sie bereits veröffentlicht wurden. Stattdessen sollen die Empfehlungen und Ergebnisse zusammen mit einer kurzen Analyse angeführt werden.

Ätiologie und Übertragung von AIDS

Die Argumente und Ansichten waren vollkommen geteilt. Eine gemeinsame Schlußfolgerung konnte nicht erreicht werden.

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Überwachung

Eine überraschende „Allgemeine Empfehlung“ wird am Ende dieses Kapitels gegeben: „Es gab eine allgemeine Übereinstimmung, daß die AIDS-Falldefinition für die klinische Praxis in Südafrika standardisiert werden muß.“ Diese Empfehlung war notwendig, weil dem Gremium keine klinische Richtlinie für die AIDS- Diagnose in Südafrika vorgelegt wurde. Lediglich das Meldeformular für AIDS-Fälle des Gesundheitsministeriums stand zur Verfügung. Auf diesem Formular wird AIDS auf der Grundlage unspezifischer Kriterien wie Fieber, Durchfall und Gewichtsverlust definiert. Ein HIV-Test ist nicht notwendig. (Diese Definition beruht auf der sogenannten Bangui-Definition der WHO.)
Ein weiterer erstaunlicher Aspekt war das Fehlen von Daten oder wie der Bericht es ausdrückt: „Die Überlegungen des Gremiums waren zu jeder Zeit belastet durch die Abwesenheit genauer und zuverlässiger Daten und Statistiken über das Ausmaß des AIDS-Problems oder sogar der HIV-Prävalenz in Südafrika. Wiederholte Nachfragen nach solchen Daten und Statistiken, besonders seitens der Gremiumsmitglieder, welche die ursächliche Verbindung zwischen HIV und AIDS widerlegten, reichten nicht aus, die Daten von den südafrikanischen Gremiumsmitgliedern oder den Vertretern der Gesundheitsbehörde zu erhalten.“
Daher wurde die folgende allgemeine Empfehlung gegeben: „Daten zu sammeln und verläßliche und aktuelle Statistiken über das Ausmaß von AIDS und die HIV-Prävalenz in Südafrika zu entwickeln.“

Ein gutes Beispiel für das zugrundeliegende Problem wird im Bericht selbst gegeben. Zum Ende des letzten Treffens legte Dr. Makgoba Statistiken über die Sterblichkeit in Südafrika für die Jahre 1990 bis 1999 vor. Diese Angaben zeigten eine ständige und lineare Zunahme der Sterblichkeit, besonders in der Altersgruppe zwischen 20 und 60 Jahren. Eine entsprechende Zunahme HIV-positiver Testergebnisse wurde bei der Testung von Schwangeren während der gleichen Zeitspanne beobachtet.
Dr. Makgoba präsentierte diese Angaben als Beweis einer AIDS- Epidemie, doch seine Auslegung ignoriert das allgemein geglaubte Konzept einer durchschnittlichen Inkubationszeit von 8- 10 Jahren. Wenn überhaupt, dann würden diese Daten anzeigen, daß HIV nicht für eine erhöhte Sterblichkeit während dieser Zeitspanne verantwortlich gemacht werden kann. Bedauerlicherweise fanden keine Diskussionen über diese Daten statt, weil sie den anderen Gremiumsmitgliedern nicht verfügbar gemacht wurden und erst zum Ende des letzten Treffens vorgelegt wurden.

Dr. Makgobas Auslegung dieses sehr grundlegenden Themas wird des weiteren durch die Kommentare des südafrikanischen Statistikamtes kompliziert, die lauteten: „Das südafrikanische Statistikamt hat mehrere Probleme mit dieser Auslegung.“ Es folgerte aus der altersspezifischen Sterblichkeit, „daß das Profil des Jahres 1999 ein nicht so drastisch neues Profil ist, wie es dargestellt wird.“
Dennoch ist sich das südafrikanische Statistikamt über die wirklichen Probleme im Lande sehr bewußt: „den größten Anteil an Todesursachen unter Männern haben unnatürliche Ursachen. Die Aufschlüsselung zeigt, daß 27% der südafrikanischen Männer an Unfällen oder eines gewaltsamen Todes sterben.“
Das Statistikamt führt an, daß die Angaben von 1990 nicht mit denen von 1999 verglichen werden können, da während dieser Zeitspanne dramatische Veränderungen stattfanden (d.h. frühere Homelands wurden erst nach 1994 in die Statistiken eingeschlossen und die Altersverteilung der Bevölkerung hat sich im Laufe der Zeit verändert, so daß sie nun demographisch jünger ist).

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HIV - Tests und ihre Genauigkeit

Im Bericht steht: „Die Schlüsselfrage, die im Brennpunkt stand, war die Zuverlässigkeit der ELISA-Testmethode. ... Eine wichtige Empfehlung, die aus den beiden Treffen hervorging, war, eine Reihe von HIV-Tests von erhöhter Strenge anzuwenden, um die Gültigkeit, Richtigkeit, Genauigkeit, Verläßlichkeit und Übereinstimmung des ELISA, der PCR und der Virus-Isolationzu bestimmen.“
Es erscheint erstaunlich, Studien über die Zuverlässigkeit von HIV-Tests zu beginnen, nachdem sie seit mehr als 15 Jahren eingesetzt wurden. Daraus kann man sicher schließen, daß die Entscheidung, Studien zur Untersuchung der Verläßlichkeit durchzuführen, getroffen wurde, weil sie bisher nicht durchgeführt wurden
(Alle Voraussagen über HIV und AIDS in Südafrika gründen auf Überwachungs-Testungen [sentinel screening] in öffentlichen Kliniken für Schwangere. Ein einziger ELISA-Test wird bei diesen Testungen eingesetzt, um eine HIV-Infektion zu diagnostizieren).

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Behandlung von AIDS

Die Ansichten über die Notwendigkeit und über die Gefahr der sogenannten antiretroviralen Medikamente waren stark geteilt. Dennoch folgert der Bericht: „Die toxische Wirkung der antiretroviralen Medikamente wurde von keinem Gremiumsmitglied angezweifelt.“

Präventive und Prophylaktische Maßnahmen

Jeder Vorschlag zu diesem Thema basiert auf dem Verständnis der Ätiologie und der Natur von HIV und AIDS. Die Ansichten und Argumente waren auf beiden Seiten genau entgegengesetzt. Es konnte keine allgemeine Schlußfolgerung zu diesem Thema erreicht werden.

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Schlußfolgerung:

Das Gremium wurde eingeladen, um mögliche Gründe und das Ausmaß der HIV/AIDS-Epidemie in Südafrika zu diskutieren und Vorschläge dazu zu machen, wie sie bekämpft werden könnte.
Allgemeine Übereinstimmung wurde immerhin über folgende Hauptprobleme erreicht:

- Fehlen von verläßlichen Daten
Weder die südafrikanische Gesundheitsbehörde noch die südafrikanischen Gremiumsmitglieder legten Daten vor, die eine erhöhte Sterblichkeit geschweige denn eine AIDS-Epidemie anzeigten.

- Fehlen von Angaben bezüglich der Zuverlässigkeit der HIV-Testung
Es wurde entschieden, Studien mit dem Ziel durchzuführen, die Zuverlässigkeit der HIV-Testszu bestimmen, besonders des ELISA-Tests, weil er der in Südafrika am häufigsten eingesetzte Test ist (Alle Voraussagen über HIV und AIDS in Südafrika gründen sich auf Überwachungs-Testungen in öffentlichen Kliniken für Schwangere. Ein einziger ELISA-Test wird bei diesen Testungen eingesetzt, um eine HIV-Infektion zu diagnostizieren).

- Fehlen einer verläßlichen Definition von AIDS
Drei Symptome aus einer Liste von unspezifischen klinischen Symptomen werden auf dem Meldeformular für AIDS-Fälle des Gesundheitsamtes eingesetzt (d.h. Fieber, Durchfall, Gewichtsverlust, allgemeiner Juckreiz, Husten, etc. Ein HIV-Test ist bei der Diagnose von AIDS nicht notwendig. Die Definition ist als Bangui-Definition bekannt und wurde von der WHO im Jahre 1985 anerkannt). Kein anderes Dokument mit der Definition von AIDS, wie sie von Ärzten in Südafrika verwendet wird, wurde dem Gremium vorgelegt. Deswegen wurde die folgende Empfehlung angenommen: „Es gab eine allgemeine Übereinstimmung, daß die AIDS-Falldefinition für die klinische Praxis in Südafrika standardisiert werden muß.“

Daher mußte jeder Vorschlag bezüglich der Behandlung und Prävention auf der Grundlage des völligen Mangels an grundlegenden Daten diskutiert werden. Dem Gremium wurden keine verläßlichen Daten zu Verfügung gestellt, die zeigten, ob es überhaupt ein Problem gibt und falls es eins gibt, welches Ausmaß es hat. Dies ist besonders beunruhigend, wenn es zum Einsatz von antiretroviralen Medikamenten kommt. Es sollte daran erinnert werden, daß der Bericht schreibt: „Die toxische Wirkung der antiretroviralen Medikamente wurde von keinem Gremiumsmitglied bestritten.“

Nach der Lektüre des Berichts erhoben sich die folgenden Fragen:
Warum stellen wir diese äußerst grundlegende Fragen erst nach beinahe 20 Jahren der AIDS-Hysterie?
Und was haben wir während dieser Zeit getan, als wir gegen „HIV/AIDS“ kämpften?

Christian Fiala Dr. med., Abteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie des allgemeinen Städtischen Krankenhauses Korneuburg, Österreich
christian.fiala@aon.at

Etienne de Harven emeritierter Professor der Pathologie Universität von Toronto, Kanada
pitou.deharven@wanadoo.fr

Peter Duesberg Professor der Abteilung für Molekular- und Zellbiologie Stanley Hall UC Berkley
duesberg@uclink4.berkeley.edu

Claus Koehnlein Dr. med., Spezialist der inneren Medizin Kiel, Deutschland
Koehnlein-Kiel@t-online.de

Heinz Spranger Universitäts-Prof. a.D. Dr. Dr. h. c. Aktionskreis Heilberufe in Deutschland
  IPOM.Spranger@t-online.de

Alle sind geladene Mitglieder des südafrikanischen AIDS-Beratungsgremiums des südafrikanischen Präsidenten.

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