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Zur Diskussion über

Nevirapine

 

Zur Einführung
Briefe von Christian Fiala und von David Rasnick

open book (pdf, 690 kb):
The trouble with nevirapine - Anthony Brink

Aus einem perdönlichen Brief von Christian Fiala, Mitglied von Mbeki's AIDS Advisory Panel und Autor des Buches: "Lieben wir gefährlich? - Ein Arzt auf der Suche nach den Fakten und Hintergründen von Aids". Deuticke Verlag Wien. 1997. Vgl: http://www.rethinkingaids.de/allg/buecher.htm#Fiala
From: Christian Fiala
Date: Sun, 31 Mar 2002 13:08:47 +0200
Subject: Re: Nevirapine

[...] ich bin schon einen Monat in Afrika [...] Zunächst war ich einen Monat in Malawi und jetzt bin ich für 6 Monate in Uganda.
[...] 
Zur Nevirapine Geschichte:
Die Treatment Action Campain TAC in Südafrika hat die Regierung im Herbst geklagt. Und zwar soll die Regierung gezwungen werden, allen Müttern, die einen positiven HIV test haben, kostenlos mit Nevirapin, einem sog. Aidsmedikament, zu behandeln, um "die Übertragung von HIV von den Müttern auf die Kinder zu verhindern".
TAC hat in der ersten Instanz Recht bekommen und das Gericht hat die Regierung aufgefordert, dem Antrag in kürzester Zeit nachzukommen. Ein solches Urteil wirft neben medizinischen Problemen auch demokratipolitische Probleme auf. Wenn Gerichte Politik machen und die Prioritäten einer Regierung bestimmen, kommt die Trennung von Legislative, Executive und Gerichtsbarkeit durcheinander, auf der immerhin alle demokratischen Regierungen aufbauen. Aus diesem Grund, unabhängig von der medizinischen Diskussion über HIV, hat die Regierung Südafrikas Berufung eingelegt. Die Berufungsverhandlung steht noch aus. TAC hat sich jedoch damit nicht abgefunden und eine weitere Klage eingereicht. Die Südafrikanische Regierung soll gezwungen werden, bis zur Verkündung des endgültigen Urteils allen Frauen mit einem positiven HIV Test Aidsmedikamente, insbesondere Nevirapin, kostenlos anzubieten. Dieses Urteil wurde letzte Woche gesprochen und der Klage von TAC Recht gegeben. D.h. die Südafrikanische Regierung muß jetzt Nevirapin großzügig verteilen. Interessanterweise gab es letzte Woche jedoch noch eine weitere wichtige Entscheidung. Die Firma Boehringer, die Nevirapin herstellt, hatte in den USA bei der zuständigen Behörde FDA einen Antrag eingebracht, Nevirapin für die Behandlung von schwangeren Frauen zur Verhinderung der Übertragung auf das Kind zuzulassen. Und zu allem Erstaunen hat die FDA diesen Antrag abgelehnt, mit der Begründung, die Daten für eine derartige Zulassung seien unbefriedigend. Insbesondere eine Studie aus Uganda, auf die sich Boehringer gestützt hat, sei mit großen Problemen behaftet und würde nicht beweisen, daß Nevirapin sinnvoll ist, für diese Anwendung. Daraufhin hat Boehringer nicht etwa weitere Daten und Unterlagen nachgereicht, um die Sinnhaftigkeit von Nevirapin darzulegen, sondern sie haben den Antrag zurückgezogen. Offensichtlich hatten sie keine weiteren Daten.
Das heist, Nevirapin wird in allen Entwicklungsländern gepriesen als gut verträgliches Medikament, welches das Leben von unzähligen Kindern retten kann, wenn es schwangeren Frauen gegeben wird. Andererseits ist es in keinem einzigen Industrieland für diesen Zweck zugelassen. Insbesondere, weil die Nebenwirkungen häufig und teilweise lebensbedrohlich sind. 
Somit haben wir ein weiteres Beispiel für die tödliche Doppelmoral des weissen Nordens über den schwarzen Süden. 
Viele Grüße
Christian Fiala

 

Zu den Wirkungen von Nevirapine siehe auch den  Leserbrief von David Rasnick "to the Independent Online of South Africa" (April 2002): 
Dear Editor,

The headline reads: "Nevirapine Does Work, US Researchers Tell SA".

Nevirapine does indeed work. Here's what it does according to it's manufacturer:

Boehringer Ingelheim Pharmaceuticals, Inc. 2001, Viramune (nevirapine)

WARNING
Severe, life-threatening, and in some cases fatal hepatotoxicity, including fulminant and cholestatic hepatitis, hepatic necrosis and hepatic failure, has been reported in patients treated with VIRAMUNE . In some cases, patients presented with non-specific prodromal signs or symptoms of hepatitis and progressed to hepatic failure. Some events occurred after short-term exposure to VIRAMUNE. Patients with signs or symptoms of hepatitis must seek medical evaluation immediately and should be advised to discontinue VIRAMUNE. (See WARNINGS)

Severe, life-threatening skin reactions, including fatal cases, have occurred in patients treated with VIRAMUNE. These have included cases of Stevens-Johnson syndrome, toxic epidermal necrolysis, and hypersensitivity reactions characterized by rash, constitutional findings, and organ dysfunction. Patients developing signs or symptoms of severe skin reactions or hypersensitivity reactions must discontinue VIRAMUNE as soon as possible.
(See WARNINGS)

The first 12 weeks of therapy with VIRAMUNE are a critical period during which it is essential that patients be monitored intensively to detect potentially life-threatening hepatotoxicity or skin reactions. VIRAMUNE should not be restarted following severe hepatic, skin or hypersensitivity reactions. In addition, the 14-day lead-in period with VIRAMUNE 200 mg daily dosing must be strictly followed. (See WARNINGS)

David Rasnick, PhD
Member of Mbeki's AIDS Advisory Panel